25. April 2018

Radeln im Vertrauen auf Regeln kann tödlich sein

Zu den grauenvollsten Unfällen gehören jene, bei denen ein abbiegender Lkw-Fahrer ein Kind auf dem Fahrrad überfährt. Immer, wenn das passiert, stelle ich mir die Frage, ob wir es uns leisten können, unsere Kinder nicht vor dem Autoverkehr zu schützen.

Diese Unfälle passieren genau dort, wo Radfahrende sich absolut regelkonform verhalten, nämlich dann, wenn sie auf einem Radweg an einer Kreuzung Grün bekommen, zusammen mit den Fußgänger/innen, und losfahren. Im Vertrauen darauf, dass der Autofahrer seine Verantwortung wahrnimmt und guckt, bevor er rechts abbiegt. Diese Unfälle gehen mit schwersten Verletzungen für den Radler einher, nicht aber für den Autofahrer, sie enden oft sogar tödlich. Und die Unfallfahrer werden nicht einmal sonderlich streng bestraft.  Der ADFC und ich auch haben die diesjährigen Unfälle mal gezählt. Ich habe 16 gefunden. Unter den Opfern sind mehr Frauen als Männer.

23. April 2018

Kriegsrhetorik gefährdet Radfahrer

Wir haben uns angewöhnt, die Konflikte zwischen Auto- und Radverkehr als Krieg zu beschreiben. Das rechtfertigt gewissermaßen unser Verhalten.

Ist der andere mein Feind, dann darf ich zur Selbstverteidigung greifen. Ich darf mich gewissermaßen in eine aggressive Grundhaltung bringen und dann gewalttätig und strafend verhalten.

Opfer sind in jedem Krieg die Schwächeren. Also die Radfahrer. In Deutschland stirbt alle 22 Stunden ein Radfahrer, schreibt Thomas Hummel in der Süddeutschen Zeitung, der ein Interview mit Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer geführt hat. Alle 36 Sekunden wird einer schwer verletzt. Wir haben offenbar entschieden, unsere Verkehrstoten stumm hinzunehmen, sagt Brockmann. Dieselbe Süddeutsche Zeitung lässt aber auch einen Autor Radfahrende als "Strampelnazis" titulieren.

22. April 2018

Per Rad nach Asien

Meine Ruderkollegin Veronika hat sich aufs Fahrrad gesetzt und fährt mit ihrem Mann nach Kasachstan.

Das Foto zeigt beide mit den Visen in den Händen. Veronika hat einen Blog eingerichtet, dem man folgen kann, wenn man will. Los ging es am eisigen und verregneten Ostersonntag. Inzwischen dürfte das Wetter für die beiden besser geworden sein.

Ich wüsche ihr eine gute Reise.




21. April 2018

Stuttgart hat einen Radentscheid

Die Gruppe Zweirat und ihr Sprecher Thejs Lucas haben am vergangen Dienstag der Öffentlichkeit ihr Vorhaben vorgestellt. Auch Stuttgart wird wahrscheinlich einen Radentscheid bekommen.

Es geht um Sicherheit für alle (auch Kinder, Mobilitätseingeschränkte und Ältere), um gute Alltagsrouten, Pflege der Radwege, Öffentlichkeitsarbeit, geeignetes Personal und Radabstellanlagen. Hier die Internetseite.

Untersdchriften werden ab Ende Mai gesammelt. Es geht  darum, 20.000 Unterschriften zu sammeln, um den Volksentscheid beantragen zu können. Wer selber Unterschriften sammeln will, melde sich beim Radentscheid: hallo@radentscheid-stuttgart.de

20. April 2018

Radfahren zwischen Zukunft und Gegenwart

Endlich mal ein echt sachkundiger Artikel übers Radfahren in Stuttgart und Esslingen. Umfangreich recherchiert und mit vielen gesprochen hat Dietrich Heißenbüttel für seinen Artikel "Schöner Radeln in ferner Zukunft" für Kontext. 

Da fährt einer Rad und analysiert unaufgeregt und mit radpolitischem Verstand die Realität. Begleitet wird der Artikel von Fotos von Joachim E. Röttgers, die tatsächlich auch passen und zeigen, was sie zeigen sollen. Heißenbüttel richtet den Blick auf die Infrastruktur zwischen Zukunftsreden und Realität. Sie ist ja da, aber sie ist lückenhaft und fällt auch mal kurz einer Umleitung für Autos zum Opfer wie die Tübinger Straße im Sommer.

19. April 2018

Das stylische Stuttgarter Fahrrad von Kruschhausen

Da bastelt einer und nach zwei Jahren ist der Prototyp eines eleganten Klapprads fertig. Und weil der Konstrukteur, Tobias Kruschhausen, in Stuttgart lebt, konnte ich mich mit ihm treffen und das Teil Probe fahren. 

Tobias kam mit der U-Bahn zum Marienplatz und hat vor meinen Augen das Fahrrad in Sekunden aus dem Transportmodus in den Fahrmodus gebracht. Tobias Kruschausen ist Produktdesigner und hat sich mit diesem Projekt selbstständig gemacht. Er möchte das Fahrrad  produzieren und sammelt dafür über Startnex Geld. Das Fiiz von Kruschhausen Cycles besteht aus zwei Teilen, die zusammengefügt einen super stabilen zweifarbigen Diamantrahmen bilden und sich wie ein urbanes Sportrad fährt. Ziemlich cool!

17. April 2018

Die Fahrradstraße hat verloren

Die Fahrradstraße Tübinger Straße wird im Sommer für sechs Wochen zwischen Cotta-Straße und Feinstraße für den Umleitungs-Autoverkehr freigegeben, den die Sanierung am Österreichischen Platz erzeugt.

Es bleibt beim ursprünglichen Konzept. Im UTA, dem zuständigen Ausschuss im Gemeinderat, hat das Ordnungsamt, das sich viele Gedanken gemacht, viele Vorschläge erwogen und uns lange zugehört hat, klargestellt, dass egal, was wir wünschen, Sicherheitsaspekte Vorrang haben und das Ordnungsamt hier entscheidet. Die Anträge von Grünen und SÖSLi-Plus, die Sperre an der Feinstraße beizubehalten, wurde mit 6 zu 8 von den anderen Parteien (CDU, SPD, Freie Wähler, FDP und Ultrarechts) überdies abgelehnt. Aber auch, wenn es anders ausgegangen wäre, es hätte nichts geändert.
Das bedeutet:

Musik und Wein anstelle von Radfahrern

Mehrere Wochenenden lang sind Radfahrende am Rosensteintunnel um dieses Schild herumgefahren. Vor allem am Wochenende wird es hier eng, weil sich viele Radler entgegenkommen. 

Vermutlich steht das Schild immer noch. Mal sehen, wie lange. Um es ganz klar zu sagen: Werbeplakate dürfen nicht so aufgestellt sein, dass sie den Verkehr behindern. Aber Radfahrende sind ja geduldige Hindernis-Umfahrer. Mit denen kann man alles machen. Gell?

16. April 2018

So beschenken wir Radler den Autoverkehr

Der Autoverkehr kostet die Kommunen das Dreifache des Öffentlichen Nahverkehrs und der Radverkehr bekommt die geringsten Zuschüsse. 

Das ist das Ergebnis einer Forschungsarbeit über die Kosten von Mobilität für den Steuerzahler, die der Kasseler Verkehrswissenschaftler Carsten Sommer bereits 2015 unternommen hat. Er liefert zugleich eine Grundlage für die Berechnung der realen Kosten in jeder einzelnen Stadt für die verschiedenen Verkehrsarten. Wird ein Radweg gebaut, redet die Öffentlichkeit vor allem über die Kosten. Auch der Öffentliche Nahverkehr wird bei uns in der Regel als Kostenfaktor wahrgenommen, doch die  eigentlichen Kosten werden von Autos und Lastwagen verursacht, wobei die Schäden durch den Lkw-Verkehr für die Gemeinschaft am teuersten sind. Das wissen wir eigentlich schon lange.

14. April 2018

Alte Weinsteige - mehr Kontrollen sollen den illegalen Autoverkehr verringern

Am vergangen Dienstag hat der Bezirksbeirat Süd einen Antrag der Grünen diskutiert, die Alte Weinsteige wirkungsvoller als bisher vor Schleichverkehr und rechtswidrig hinunter fahrenden Autos zu schützen. 

Den Grünen ging es dabei nicht nur um die Ruhe der Anwohner, sondern auch um mehr Schutz der Radfahrenden, die von rechtswidrig herab kommenden Autofahrer/innen gerne mal bedrängt, ausgebremst, ins Kiesbett der Zacke gekippt oder angeschrieen werden, sie sollten doch gefälligst auf dem Gehweg hoch radeln. Der Bezirksvorsteher las vor der Diskussion eine Mitteilung der Stadtverwaltung vor, die besagte, man wolle verstärkt kontrollieren. Aus einer kontroversen Debatte ging dann, wie ich mir von einem Teilnehmer habe berichten lassen, der einstimmige Beschluss des Bezirksbeirats hervor, man wolle der Verwaltung drei Monate Zeit geben, mit Hilfe verstärkter Kontrollen das Verbot der Runterfahrt und das der Bergauffahrt am Nachmittag für Autofahrer durchzusetzen und dann zu berichten, gegebenenfalls auch mit Vorschlägen, wie die Verkehrsregeln ansonsten wirkungsvoll durchgesetzt werden können.

13. April 2018

Wie genau zählen die Fahrrad-Zählstellen?

Gestern war Streik bei den Straßenbahnen. Wie also zur Arbeit und in die Stadt kommen? In der Tat waren gestern viele mit dem Fahrrad unterwegs, die sonst nicht radeln. 

Die Reihe der Radler/innen auf der König-Karls--Brücke war beeindruckend, erzählen mir diejenigen, die dort gefahren sind. Blogleser Dirk hat mir geschrieben: Um 7:15 hatten  bereits 500 Radler die Zählstelle passiert, eine Stunde später waren es schon 1.100 Radler, die gezählt worden waren. Entlang der Hauptradroute 1 "war es ein bisschen wie in Amsterdam", so viele Radler waren unterwegs. Allerdings wurden vermutlich nicht alle an den Zählstellen erfasst. Auch das hat Dirk beobachtet.

12. April 2018

Ups!

Schön, wir haben ein Radnetz und zeigen es auch. Die kleinen Wegweiser ploppen gerade an vielen Stellen auf. 

Vom Radweg Holzstraße rechts abbiegen, das klappt (zweites Foto). 

Allerdings wer auch immer die Schablone auf die Marktstraße gelegt hat, muss sofort kapiert haben, dass Radfahrer hier ja gar nicht links abbiegen dürfen, der durchgezogen Linie wegen. Also schickt er sie nach rechts. Doch wohin? Der Gehweg ist nicht freigegeben, bleibt nur die Fahrbahn. Die ist aber nicht Radnetz.
Die Hauptradroute 1 geht hier jedenfalls nicht nach rechts, sondern nach links. 

10. April 2018

Neue Gesetze fürs Radfahren sind möglich

Luxemburg hat einige Verkehrsregeln geändert, damit Radfahrende sicherer und bequemer unterwegs sein können. 

Das berichtet das Tagblatt Luxemburg. Dem Bericht zufolge will man die Unfallzahlen senken und hat sich zu diesem Zweck die Gesetzgebung in acht europäischen Ländern angeschaut, darunter die Niederlande und Dänemark, aber auch Deutschland. Von uns allerdings dürfte man da nicht sonderlich viel gelernt haben. 

Zu den interessantesten Änderungen gehört: 
  • Autofahrer müssen 1,5 Meter Überholabstand zu Radfahrenden halten, was bedeutet, dass sie beim Überholen eines Radlers auf die Gegenfahrbahn fahren müssen. 
  • Folgerichtig ist es in Luxemburg ab 1. Mai erlaubt, nebeneinander zu radeln. Weil es Radfahrer/innen vor knappem Überholen schützt.  

8. April 2018

Mehr Fahrradabstellplätze machen Kreuzungen sicherer

Der ADFC Berlin schlägt vor, Kreuzungen in Wohngebieten sicherer zu machen, indem man sie mit Fahrradstellplätzen ausrüstet. 

Oft sind Gehwegecken zugeparkt. Fußgänger, vor allem solche mit Kinderwagen, kommen nicht mehr über die Straße. Wir erinnern uns an die eigepackten Gehwegparker, die viel Presseaufmerksamkeit bekommen haben. Aber Einzelaktionen können nicht die Lösung des Problems sein. Man könnte auch die Kreuzungen so verändern, dass Autos nicht mehr auf Ecken abgestellt werden können. Und da helfen Radabstellanlagen.

Der Vorschlag lautet: Gehwege im Kreuzungsbereich vorziehen, abpollern und mit Radabstellanlagen ausrüsten.

6. April 2018

Fahrradlichter und Irrlichter

Zugegeben, derzeit regen wir uns lieber  über Radfaherende auf, die bei Dunkelheit ohne Licht fahren. Aber zunehmend ärgern wir uns auch über Fahrradscheinwerfer, die Fußgänger und entgegenkommende Radfahrer blenden. 

Heute soll mal von der Fahrradbeleuchtung die Rede sein, nicht so von denen, die unbeleuchtet fahren, was falsch und gefährlich ist. Mir hat jemand erzählt, sie habe jetzt ein Fahrrad mit Fernlicht und Lichthupe. Ich habe mich auf die Suche nach Fahrradlampen gemacht, bei denen man ein Fernlicht zu- und abschalten kann, und bin da gar nicht so fündig geworden. Es gibt Lampen, die man in zwei Stufen hell schalten kann. Praktisch ist das, wenn der Schalter auch am Lenker ist und zwar so, dass man die Hand nicht vom Griff lösen muss. Da fängt das Problem schon an. Andererseits fahren manche durch finstere Wälder und da ist es gut, wenn man weit voraus blicken kann. Sobald einem einer entgegenkommt, möchte man aber abblenden. Gefunden hab ich immerhin die Supernova M99, die auch gleich gut 400 Euro kostet und den Eurobike Award 2017 gewonnen hat.

4. April 2018

Probier's mal aus!

Es würde klappen. Wenn Unternehmen ihren Angestellten ein Pedelec zur Verfügung stellen, steigt die Hälfte aufs Fahrrad um. 
Das hat einem Bericht von SWR 2 zufolge ein Test des Difu mit Berliner Unternehmen ergeben. Und selbst, wenn es nur ein Drittel wäre oder ein Viertel, so wäre der morgendliche Berufsverkehr in Stuttgart um 25 bis 33 Prozent entlastet. Das ist irre viel. Wobei wir in Stuttgart durchaus einige Fragen lösen müssten. Zum Beispiel, wo stellen Pedelec-Nutzer im Westen oder Osten oder Süden die teuren Fahrräder nachts hin, wenn sie keine Garage oder keinen halbwegs sicheren Hinterhof haben? Und wie schaffen wir Vertrauen in unsere Radinfrastruktur?

2. April 2018

Womit sich die Stabsstelle Fahrradverkehr beschäftigen könnte

Bundesverkehrsminister Scheuer hätte gerne gar keine Toten im Straßenverkehr mehr. Und er will eine Stabstelle für den Radverkehr einsetzen.

In verschiedenen Medien ist zu lesen, dass er meint: "... Insbesondere im städtischen Verkehr gibt es für Radfahrer gefährliche Situationen. Das Miteinander von Autos, Bussen und Fahrrädern funktioniert oft nicht gut." Nicht genannt hat er hier eines der gefährlichsten Fahrzeuge für Radfahrende, die Lastwagen. Erst vor knapp einer Woche hat in Leipzig ein LkW-Fahrer beim Rechtsabbiegen eine 31 Jahre junge Frau tot gefahren (Einzelheiten siehe unten).

Scheuer setzt zunächst einmal bei der Sicherheit auf technische Nachrüstung und digitale Vernetzung des Autoverkehrs. Bemerkenswert , dass er nicht schon mal medienwirksam eine Helmpflicht für Radler fordert und dass er erklärt, jeder Verkehrsteilnehmer müsse seinen ganz persönlichen Beitrag leisten, die Fahrer von Autos, Bussen, Lkw genauso wie Radfahrer und Fußgänger. Nehmen wir mal an, dass seine geplante Stabsstelle Radverkehr ihm weitere Ansatzpunkte verschafft.  Ich hätte hier schon mal ein paar Vorschläge für mehr Sicherheit von Radfahrenden im Stadtverkehr:

31. März 2018

Das Allwetter-Vierrad-Pedelec

 Quelle CityQ 
Das norwegische Unternehmen CityQ will noch in diesem Jahr ein elektrisches Leichtfahrzeug mit Pedalen auf den Markt bringen.

Es wird wie ein Fahrrad mit E-Unterstützung bewegt, hat aber vier Räder und ein Dach wie ein Auto. Es kann auf einer Rückbank außer dem Fahrer noch zwei Personen, für die es Sicherheitsgurte gibt, und Gepäck transportieren. Die Norweger haben es für kalte und regnerische Landstreiche gedacht, für Leute, die im Winter eigentlich nicht Fahrrad fahren und nicht immer alleine unterwegs sind.  Es soll den außerdem Übergang vom Auto zum Fahrrad verlockend machen. Es ist hübsch, leicht und auffällig.

30. März 2018

Kreisverkehre bleiben gefährlich

Innerorts gelten einstreifige Kreisverkehre als sichere Knotenpunkte. Allerdings profitieren Radfahrende davon am wenigsten. Ganz im Gegenteil. Das hat eine Studie der UdV (Unfallforschung der Versicherer) festgestellt. 

In der Regel sehen sie so aus, dass Radfahrende auf Gehwegen und parallel zu den Zebrastreifen gelegten Radstreifen um ihn herum geführt werden, oft ohne Benutzungspflicht. Die meisten Radler glauben, sie müssten den Streifen folgen und geraten in Gefahr, wenn Autofahrer aus dem Kreisverkehr ausfahren. Sie sehen die Radler nicht. Sie sehen sie auch deshalb nicht, weil auf dem Gehweg fahrende Radler meistens alle beide Richtungen benutzen und für die Reaktionsfähigkeit von Autofahrenden, die vom Kreisverkehr ohnehin gestresst sind, viel zu schnell kommen.

28. März 2018

Es ist passiert - Autos abgeschleppt

Vor einer Woche hat sich ein Radfahrer im Bezirksbeirat Süd darüber beschwert, dass in der Liststraße oft Autos in der Einmündungskurve auf dem Radstreifen parken. Jetzt hat die Polizei dort abschleppen lassen. 

Meistens steht nur ein Auto dort, gestern (am 27. März) aber standen zwei in der Kurve auf dem Fahrradsrtreifen. Das eine steht mit der Schnauze aufwärts (gegen die Einbahnrichtung für Autos), das andere Kühler abwärts also linksseitig in Einbahnrichtung. Verboten ist beides. Die Polizei hat reagiert und tatsächlich diese beiden Autos abschleppen lassen. Vielen Dank dafür.


Mit dem Fahrrad spart man Zeit

Meine Wegstrecke zur Arbeit betrug 5,3 km. Das hätte mit dem Auto im Prinzip 15 Minuten gedauert, aber nur, wenn kein Verkehr herrschte. Und nicht mit eingerechnet, die Anfahrt des Parkplatzes in der Tiefgarage.  

Ich war fast immer mit dem Auto zwischen 25 und 35 Minuten unterwegs, je nachdem, wie viel Verkehr herrschte und wie schnell ich einen Parkplatz bekam, was auch für den Platz in der Tiefgarage galt, die zu bestimmten Zeiten voll besetzt war. Für den Weg zur Arbeit habe ich also, vorsichtig, wie ich bin, vor allem zu bestimmten Uhrzeiten über eine halbe Stunde eingeplant.

Dann bin ich aufs Fahrrad umgestiegen, und zwar auf ein Pedelec. Meine Strecke zur Arbeit verkürzte sich auf 4,6 km, wenn ich die kürzeste nahm. Dafür brauchte ich zwischen 19 und 21 Minuten. Und zwar immer, egal, ob sich die Autos im Stau stapelten oder nicht.

26. März 2018

Nur jede zweite Zacke kann derzeit Fahrräder mitnehmen

Der Zahnradbahn fehlen derzeit zwei von drei Wagen, auf denen sie Fahrräder transportiert. Das heißt, dass die Alte Weinsteige bergauf nur jede zweite Zacke zehn Fahrräder mitnehmen kann. 

Der Grund: In der vergangenen Woche sind zwei Mal Autos beim Überqueren der Schienen mit der Zacke zusammengestoßen, einmal am Haigst, einmal an der Kauzehecke. Beide Autofahrer haben die rote Ampel nicht bemerkt, vermutlich, weil die Sonne sie blendete. (Langsam fahren und nach der Zacke gucken, die zudem sehr laut ist, wäre eine Option gewesen, die diese beiden Fahrer nicht gezogen haben.) Sie schoben beide jeweils den Fahrradwagen aus den Gleisen. Einer wurde dabei fast geschrottet. Den anderen hofft die SSB bis Ostern repariert zu haben.

Das ist um so bemerkenswerter, als der Bezirksbeirat Degerloch einen Antrag der Grünen abgelehnt hat, die Alte Weinsteige etwas radfreundlicher zu gestalten, und zwar mit einer wirkungsvollen Durchfahrtsperre für den Schleichverkehr abwärts (der überhaupt niemals da fahren dürfte, wenn sich die Autofahrer nach den Schildern richten würden) und nachmitttags aufwärts. Nur Anwohner sollten dann noch fahren können.

24. März 2018

Parkplätze entscheiden über das Wohl einer Stadt


Stuttgart hat in der City 12.000 Plätze in Parkhäusern und 200 oberirdisch an Straßenrändern. 

Die Frage ist nur, brauchen wir mehr oder weniger oberirdische Parkplätze? Die Vertreter/innen von Handel und IHK und Geschäftsführer großer Kaufhäuser meinen, alle 200 oberirdischen Parkplätze müssen erhalten bleiben. Verkehrsexperten sagen: Wo Autos stehen, bleiben Fußgänger weg und der Handel verliert Kund/innen. Dennoch hängt der Handel an der Idee, dass Menschen in die Innenstadt fahren, um eine kleine Besorgung zu machen: ein paar Äpfel in der Markthalle kaufen, eine Schrauben im Baumarkt, schnell mal Schuhe kaufen.

22. März 2018

Die unsichtbare Radfahrerin


Der Radfahrer ist männlich. Wenn über Radfahrtypen geschrieben wird, bleiben Frauen gerne mal völlig außen vor

Es gibt in geschriebenen Texten viele Rennradler, Montainbiker, Lastenradler, Pedelec-Radler, aber kaum Downhillerinnen oder Trekkingradlerinnen. Kinder übrigens auch nicht. Würden Politik und Medien mehr an Kinder oder Mütter mit Kindern denken, gäbe es so manchen so genannten Schutzstreifen so nicht.  Die Radinfrastruktur geht vom sportlichen Mann zwischen 20 und 50 aus, der auch mal im Verkehr mit Tempo 50 die Neue Weinsteige hinunter "mitschwimmt".

In Realität fahren fast genauso viele Frauen wie Männer Fahrrad. Exakte Zahlen sind dazu allerdings schwer zu finden.

21. März 2018

Welche Prioritäten setzen wir eigentlich?

Gestern also war die Tübinger Straße und die Autoumleitung während der Baustelle am Österreichischen Platz in diesen Sommerferien und im kommenden Jahr über die Fahrradstraße Thema im Bezirksbeirat Süd.  

Hier mein Bericht aus dem Gedächtnis.

Stadtplanungsamt und Ordungsamt stellten dar, dass der Autoverkehr, der nicht mehr über den Österreichischen Platz auf die Hauptstätter Straße abbiegen kann, schon vorher weiträumig umgeleitet wird. Es wird deshalb keine Umleitungsausschilderung über die Silberburgstraße in die Tübinger Straße geben, sodass man erwartet, dass nur der örtliche Verkehr den Weg über die Fahrradstraße nimmt.

Allerdings soll die jetzige Sperre für Autos an der Feinstraße aufgemacht werden. Dann soll dieses Jahr für mindestens sechs Wochen in den Sommerferien für Autofahrer die Geradausfahrt Richtung Torstaße und das Rechtsabbiegen in die Feinstraße möglich sein. Diese Sperre wird auch in der Bauphase 2 im kommenden Jahr für rund drei Monte für Autos offen sein. (In der Bauphase 3 ist die Tübinger Straße nicht mehr betroffen.)

Radfahrende werden auf diesen knapp 200 Metern außerdem an zwei Ampeln warten müssen.

20. März 2018

Die Tübinger Straße heute im Bezirksbeirat Süd

Der Österreichische Platz muss saniert werden. Drei Mal in diesem und den kommenden beiden Jahren soll für eine gewisse Zeit der Autoverkehr über die Fahrradstraße umgeleitet werden. Außerdem soll die Autosperre an der Feinstraße in dieser Zeit wieder aufgemacht werden. 

Ich finde: Die Fahrradstraße ist uns zu kostbar, um dem Autoverkehr geopfert zu werden, just im Sommer, wenn viele Menschen draußen sind und Fahrrad fahren, das Radfahren in Stuttgart womöglich sogar für sich entdecken wollen. Gerade dann sind verkehrsberuhigte Bereiche wichtig für alle, für die Gastronomie, für den Handel, für die Lebensqualität, für das Klima und für Fußgänger/innen und Radfahrende. Das gilt vor allem für die jetzige Sackgasse für Autos an der Kirche St. Maria.

Das Thema wurde in den letzten Wochen  heiß diskutiert, und es gab auch eine Radlerdemo. Nun werden heute Abend 18:30 Uhr im Gebrüder-Schmid-Zentrum zum zweiten Mal Vertreter des Tiefbauamts und der des Amts für Öffentliche Ordnung iim Bezirksbeirat Süd die Pläne vorstellen.

17. März 2018

Radschnellwege kommen

In den kommenden sieben Jahren will das Land zehn Radschnellwege bauen. Der Spatenstich für eine schnelle Radverbindung zwischen Böblingen und Stuttgart Rohr soll bald getan werden. 

Das Verkehrsministerium hat in einer Potenzialanalyse für Radschnellverbindungen Orte ausgemacht, wo Rad-Pendler-Wege noch mehr Menschen aufs Fahrrad bringen und damit den Autoverkehr verringern könnten. Baden-Württemberg ist damit das erste Land, das flächendeckend untersucht hat, wo die Potenziale stecken. 70 Routen wurden geprüft, bei 34 sieht das Ministerium einen vordringlichen Bedarf für den Bau eines Radschnellwegs, weil über zweitausend Radler dort fahren. Solche Wege sind breiter als übliche Radwege, möglichst kreuzungsfrei (also mit Unterführungen und Brücken) und haben einen guten Untergrund.

15. März 2018

Unfallstatistik 2017 - Und ein paar Märchen

Im vergangenen Jahr starben in Stuttgart zehn Menschen im Straßenverkehr, 8 Fußgänger, darunter 3 Kinder, ein LkW-Fahrer und ein Radfahrer. Gut 2.000 Menschen wurden verletzt. 

Die Zahl der der Polizei gemeldeten Unfälle von Radfahrern ging leicht zurück und lag bei 447. Es wurden allerdings mehr Radler verletzt, nämlich, so die Polizei in der Pressemeldung, 384 (+10%). Unter diesen verunglückten Radlern befanden sich 59, die auf Pedelecs saßen. Das ist ein Anstieg (um 40 %), der nach Einschätzung der Polizei parallel zum  rasanten Anstieg der Pedelcs unter den Rädern liegt und nicht signifikant ist. 54 Pedelecradler verunglückten dabei, einer starb auf dem Z-Übergang am Kursaal in Cannstatt. Er wurde von einer Stadtbahn erfasst. In einem einzigen Fall kam es durch falsches Verhalten gegenüber Fußgängern zu einem Unfall mit einem Pedelec (Statistik, S.37). Vor allem das Befahren von Radstreifen und Radwegen in verkehrter Richtung und das absichtliche Nichtbeachten der Verkehrsregeln sei gefährlich für Radfahrende, so die Polizei. Autofahrer werden hauptsächlich dann gefährlich für Radfahrer, wenn sie abbiegen und den Radler nicht sehen und wenn sie auf Radstreifen und Radwegen parken, auch das stellt die Polizei in ihrem Bericht fest (S.32).

Nach Angaben der Polizei sind die Hauptursachen für Verkehrsunfälle in Stuttgart generell das Missachten der Vorfahrt (12 %) und roter Ampeln, falsches Abbiegen und gefährliche Wendemanöver und Rückwärtsfahrten (13 %) durch Autofahrer. Das heißt, das Missachten von Regeln ist mit riesigem Abstand zu allen anderen Gründen der Hauptgrund für Unfälle, bei denen Autofahrer sich selbst und anderen Schaden zufügen (Statistik, S. 15).

14. März 2018

Radfahrende sind entspannend für Fußgänger

Mir gefällt die Gemütlichkeit in der Tübinger Straße, die seit anderthalb Jahren Fahrradstraße ist. Sie zeigt sich besondern an der Einbahnstraßenausfahrt zur Cottastraße. 

Die Baken hat man sehr schnell dorthin gemacht, damit Autofahrende mehr Hemmungen haben, gegen die Einbahnstraße durch zu fahren. Es tun immer noch manche, die teils überhaupt nicht checken, dass sie bis zur nächsten Kreuzung tatsächlich als Falschfahrer gegen eine Einbahnstraße fahren, aber es ist deutlich besser geworden.

Eine solche Schleuse für Radler passt nicht zu einer Fahrradstraße, die Radfahrende eben gerade nicht an den Rand verbannt- Auf Einer Fahrradstraße geben Radler die Geschwindigkeit vor und Autofahrer sind nur Gast. Das mögen auch Fußgänger gern. Auf der Tübinger Straße hat der Rad- und Fußgängerverkehr deutlich zugenommen.  

12. März 2018

Wir lieben unser Fahrradstraße und möchten sie behalten.

Wir wollen sie nicht dem Autoverkehr überlassen, auch und gerade nicht im Sommer, wenn Eltern mit ihren Kindern mal in die Stadt radeln können. 

Die Tübinger Straße ist erst seit knapp zwei Jahren zur Fahrradstraße umgewidmet worden, zunächst zur Probe, seit Herbst vergangenen Jahres dauerhaft.

Sie hat sich schön entwickelt. Es fahren weniger Autos durch, dafür hat der Radverkehr deutlich zugenommen. Denn man kann nebeneinander radeln, Räder haben Vorrang, Autos sind dort nur zu Gast. Das hat der Straße insgesamt gut getan, Cafés eröffnen, viele Fußgänger sind unterwegs. Diese 750 Meter lange Fahrradstraße ist Teil der Hauptradroute 1, der zentralen Tallängsstrecke für Stuttgart, die Vaihingen, Dachswalt, Kaltental, Heslach und Stuttgart Süd mit der Innenstadt verbindet. Wir lieben sie, trotz ihrer kleinen Schwächen. Und wir wollen sie behalten! Dafür haben wir am Samstag demonstriert.

10. März 2018

Eine Heilkur für Innenstädte

  Zwei Autos blockieren 26 Radparkplätze
Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass! Das ist ungefähr die Haltung der Stadtparlamente dem Radverkehr gegenüber. 

Wir alle wissen, dass wir mindestens zwanzig Prozent des Autoverkehrs durch Radverkehr ersetzen müssen. Aber die Gemeinderäte trauen sich nicht, Straßen zugunsten des Radverkehrs anzutasten. Radschnellwege kann jeder bauen: auf dem Land. Auch rund um Stuttgart werden drei entstehen. Aber sie enden fast überall an den Stadtgrenzen im üblichen Schmalspur-Kuddelmuddel zwischen Stadtautobahnen, Fußgängerüberwegen und indirekten Linksabbiegeflächen, also an der nächsten Kreuzung. Dem Radverkehr Vorrang geben ... Nee! Dann müsste ja der Autoverkehr mal warten. Darüber sinniert die taz in einem Artikel über Mobilität.

Fehlt es uns an Mut? Oder fehlt es uns an Wissen?, frage ich mich oft. New York hat doch gezeigt, was passiert, wenn Politiker/innen wirklich mehr Fahrräder im Stadtverkehr wollen.

9. März 2018

Radeln für unsere Fahrradstraße

Es ist viel diskutiert worden in den letzten Tagen, in Bezirksbeiräten und unter Radfahrenden. Der Österreichische Platz muss für Autos saniert werden. Das dauert drei Sommerferien lang. 

Wohin mit den Autos in der Zeit, die nicht mehr über von der Paulienebrücke über die Ecke am Caleido nach rechts Richtung Heslacher Tunnel und in die Feinstraße abbiegen können? Leitet man sie durch die Fahrradstraße, also den Abschnitt der Tübinger Straße zwischen Feinstraße und Cottastaße?  Das ist jedenfalls noch der Plan des Tiefbauamts.

Dafür wird ein Abschnitt der Fahrradstraße beseitigt und durch Radstreifen ersetzt. Und es wird die Autosperre an der Feinstraße wieder aufgemacht.
Das wollen wir nicht. Wir haben nur diese eine große Fahrradstraße, auf der täglich Tausende radeln. Wir demonstrieren morgen dagegen.

8. März 2018

Das größte Risiko für Radfahrer ist die Luftverschmutzung, aber ...

... Radfahren ist gesund. Es verlängert das Leben und verringert Lebensrisiken wie Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes. Wissen wir. Aber es ist noch gesünder, als wir dachten. 

Das wird immer deutlicher und durch immer mehr Studien und Berechnungen belegt. Der Oberarzt im Bereich Kardiologie und Sportmedizin, Dr. Peter Seidel, hat dazu bei Fahrradzukunft einen langen und gut lesbaren Artikel verfasst. Darin beschreibt er genau die Vorteile, aber auch Risiken des Radfahrens und kommt zu dem Schluss, dass Radfahren den zweiten Herzinfarkt besser verhindert als ein chirurgischer Eingriff (Stents) und dass das Unfallrisiko im Vergleich mit gewissen Sportarten oder dem Fliegen überraschend gering ist.

Junge Menschen machen sich über ihre Gesundheit keine Gedanken und profitieren auch weniger vom Radfahren als Menschen ab 40, denn sie sind generell gesünder und widerstandsfähiger. Es sei denn der junge Mensch gehört der Generation bewegungslos an, deren Lebenserwartung nicht mehr an die herankommt, die wir noch haben. Menschen ab 40 profitieren dagegen enorm vom regelmäßigen Radfahren, aber nur, wenn sie auch im Winter radeln.

6. März 2018

Wenn wir Fahrräder am Straßenrand abstellen ...


Räder darf man überall hin stellen, wenn sie keine Fußgänger oder andere Verkehrsteilnehmer behindern. Aber dürfen sie auch am Straßenrand oder auf Autoparkplätzen abgestellt werden? 

Ja, sie dürfen. Für Lastenräder kann das sogar unter Umständen der einzige erlaubte Parkplatz sein. Allerdings müssen auch Fahrräder Platz sparend geparkt werden. Es ist nicht erlaubt, mit dem Fahrrad einen Autoabstellplatz sozusagen freizuhalten. Wenn aber wie hier bei einer Veranstaltung ein Dutzend Leute mit dem Fahrrad kommen, ist das Abstellen der Räder auf dem Autoparklatz die Platz sparendste Methode, die ich mir denken kann. (Den Gehweg hätten sie entlang der Hauswände zugestellt).

Die Frage, wohin mit dem Lastenrad, gewinnt derzeit an Interesse, denn viele Privatleute, aber auch Ladeninhaber und Gastwirte suchen für Lastenräder Abstellplätze, entweder für ihr eigenen oder für die ihrer Kund/innen.

5. März 2018

R.I.P. - Wir tragen schon mal die Fahrradstraße zu Grabe

Requiescat in pace! Ab Sommer gibt es die Fahrradstraße nicht mehr so wie jetzt. 

Wenn der Österreichische Platz saniert wird, wird der Umleitungsverkehr über die Tübinger Straße geführt. Außerdem wir die Autosperre an der Feinstraße wieder aufgemacht.

Damit ist die Fahrradstraße zwischen Feinstraße und Cottastraße erst einmal weg. Sie wird dem Autoverkehr geopfert. Das wollen wir nicht. Ein breites Bündnis aus Zweirat, VCD, ADFC, Greenpeace und Radfahren in Stuttgart ruft deshalb zu einer ersten Demonstration auf.

Wir  tragen schon mal die Fahrradstraße zu Grabe. 
Und zwar am Samstag, 10. März. Wir treffen uns auf dem Marienplatz und reihen uns dann in angemessen fantasievoller Trauerkleidung  hinter dem Sarg zum Trauerzug bis Feinstraße ein. Dort legen wir Kränze nieder, falls wir welche dabei haben.

Der Sachverhalt:

4. März 2018

Mit dem Fahrrad nach Jerusalem

Blogleser Emanuel will in Teilstrecken mit dem Fahrrad nach Jerusalem fahren und fragt, wer auf einer oder mehren Etappen mitmacht. Folgendes hat er mir geschrieben:

Bei mir konkretisiert sich der Plan, im September in Fellbach bzw. Esslingen aufzubrechen Richtung Jerusalem. Zeitliche Frist: 3 - 4 Jahre, also Ankunft ca. 2020 oder 2021. Heißt: 3 - 4 Zeitabschnitte.

Der 1. Zeitabschnitt ist relativ konkret und festgelegt: Ende September 2018 fahre ich los.

2. März 2018

Sicher sein und sich sicher fühlen - so geht Radförderung

Immer wieder diskutieren wir hier über unsere Sicherheit. Es gibt eine objektive Sicherheit und eine gefühlte. Beide stimmen oft nicht überein.

Das ist die Krux vieler Radwege. Tatsächlich sollten Radfahrende sicher unterwegs ein. Schon das klappt oft nicht. Ein Radstreifen wird nicht angenommen, wenn wir uns auf ihm nicht auch sicher fühlen. Das Andere Bundesministerium für Verkehr weist auf die drei Arten der Sicherheit hin und schreibt:

"Niemand begibt sich freiwillig in eine für ihn offenkundig gefährliche Situation. Jeder ist um die Sicherheit seines Kindes oder Partners besorgt. Das ist der Grund, weshalb auch viele Kurzstrecken mit dem Auto statt mit dem Rad zurückgelegt werden. Es hilft nichts, über diese persönlichen Entscheidungen zu streiten oder sie lächerlich zu machen. Die Entscheidung für das Kfz beruht auf vordergründig rationalen und nachvollziehbaren Gründen. Das Vertrauen in das Fahrrad als sicheres Verkehrsmittel unter den jeweils gegebenen Umständen ist von Person zu Person verschieden. Will man mehr Leute für das Rad begeistern, muss man sich für Straßen einsetzen und diese bauen, auf denen Radfahren attraktiv ist. Genau das haben die Niederländer in ungeheurem Umfang getan. Das ist das Geheimnis hinter hohem Radanteil und hoher Radverkehrssicherheit."

28. Februar 2018

Hoppeltour übers Stuttgarter Pflaster

Autos sind schwer. Vor allem in Kurven drehen ihre Reifen die Schmuckpflastersteine aus der Verankerung. 

Die Folge sind schief stehende Steine, Kanten und Spalten, die für Fußgänger/innen und Radfahrende gefährlich werden können.

Autos macht der Schaden nichts, den sie anrichten, sie rollen in der Tübinger Straße beim Gerber oder in der Lautenschlagerstraße über klappernde Steine. Für Rennradreifen können die hochstehenden Steinkanten und die sich immer weiter auftuenden Spalten zwischen den Steinen aber sturzgefährlich werden. Zu Fuß gehende können mit Absätzen hängen bleiben (Frauen in Pömps) oder über eine Kante stolpern. Mal abgesehen davon, dass es potthässlich aussieht, ungepflegt und so, als lasse die Stadt alles verlottern.

26. Februar 2018

Hyggelig auf Lastenrädern

In der Kolbstraße, Ecke Heusteigstraße betreibt Anne Pelzer  seit drei Jahren ihren Laden speziell für Lastenräder aus Dänemark und Holland. 

Hyggelig ist ein dänisches Wort, das eigentlich unübersetzbar ist und für alles genommen wird, was Wohlbefinden verbreitet. So wie das Lastenrad-Fahren. Verschiedene Lastenradtypen können hier in aller Ruhe ausprobiert werden, bis das Richtige gefunden ist. Dazu gibt es eine ausführliche Beratung.

Gewebetreibenden bezahlt das Landes-Verkehrsministerium einen Zuschuss in Höhe der Hälfte (bis zu 4.000 Euro) der Anschaffungskosten für ein E-Lastenfahrrad. Als ich Anfang Februar dort war, hatten gerade zwei Imker die verschiedenen Lastenräder getestet. Der Stuttgarter Gemeinderat hat im Herbst ebenfalls eine Förderung für den privaten Kauf von Lastenrädern beschlossen.

24. Februar 2018

Ariel, der Lifestyle-Kumpel

Wieder ein cooles Rad. Manche schreiben ja jetzt schon, Räder seien die neuen Statussymbole. 

Aber vielleicht sollte man sie eher Bekenntnisse zu einem bestimmten persönlichen Stil nennen. Sie müssen gar nicht besonders teuer sein. Man sieht ihnen aber an, dass ihr Besitzer oder ihre Besitzerin etwas ganz Persönliches haben wollte und hat. Sie werden auch schön ausgestattet.

Das ist ein Ariel Rider von Bann Industries. Ein Pedelec im Retrodesign mit starkem Motor, 26-Zoll-Räder, breite Reifen, Hinterradmotor und sechs Energiestufen. Es hat handgenähte Lenkergriffe und einen optisch integrierten Akku. Lenker und Sattel sind gefedert. Es kostet je nach Ausstattung und Modell zwischen 2.500 und 4.000 Euro. Dieses Fahrrad habe ich zufällig an einer Ampel gesehen und möchte es euch auch zeigen. Satteltaschen von Brooks, passt. Zum Retrostil passen natürlich auch die Speichenreflektoren, aber ich könnte mir dennoch eine stylischere Lösung vorstellen.




22. Februar 2018

Wenn es einfach mal schön gemacht wäre ...

Das träume ich manchmal. Kürzlich stand ich eine Viertelstunde am Bahnhof und habe zugeschaut, was an der Fußgängerampel zur Lautenschlagerstraße so passiert. 

Immerhin einer der wichtigsten Übergänge für Radfahrende, die Richtung Milaneo, Bibliothek und Pragsattel rausfahren wollen. Über die Kreuzung Kriegsbergstraße/Heilbronnerstraße dürfen sie nicht. Also geht im Grunde nur hier, wenn man aus dem Zentrum kommt. Fußgänger sind in der Mehrheit. Natürlich arrangiert man sich irgendwie. Legalisiert ist die Ampel für Radfahrende übrigens noch nicht, oder anders gesagt: Sie können hier bei Fußgäner-Rot fahren, was auch einige tun. Aber noch andere Dinge passieren.

20. Februar 2018

Radfahren ist KEIN politisches Statement

Viele fahren Fahrrad. Auch Menschen, von denen ich es nicht unbedingt erwarte, weil sie sich fürs Auto einsetzen und neue Radwege und Radspuren ablehnen.

Diesen Fahrradfahrer/innen anderer als grüner politischer Farben würde niemand unterstellen, sie nähmen das Fahrrad aus politischen Gründen. Bei denen ist klar: Wenn sie aufs Fahrrad steigen, dann aus pragmatischen und privaten Gründen. Beispielsweise, weil es schneller geht, weil man damit in der Mittagspause schnell was besorgen fahren kann ...

18. Februar 2018

Ist die Fahrradstraße in Gefahr?

Ab Sommer gibt Sanierungsmaßnahmen am Österreichischen Platz. Da rostet der Stahl. Autos können dann nicht mehr von der Paulinenbrücke nach rechts über den Österreichischen Platz abbiegen.  

Sie sollen jeweils in den Sommerferien 2018/19/20 über die Tübinger Straße geleitet werden, und zwar zur Cottastraße und von der Fangelsbach in die Feinstraße. In der Bezirksbeiratssitzung am Dienstag vor zwei Wochen stellte die Stadt das Konzept für die Umleitungen vor. Ich war nicht nicht dort, denn ich war beim Radforum, das gleichzeitig stattfand. Die Stuttgarter Zeitung berichtet, der Verkehr solle auf der Paulinenbrücke nach rechts in die Marienstraße abgeleitet werden. Dann sollen die Autos die Silberburgstraße runter fahren und über die Tübinger Straße zur Cottastraße geleitet werden und dort auf die Hauptstätterstraße Richtung Heslacher Tunnel fahren. Außerdem wird die Sperre an der Feinstraße abgebaut.

16. Februar 2018

Jedes Auto braucht im Grunde drei Parkplätze

In Stuttgart gibt es anders als in anderen Ständen kein Gentleman-Agreement mit Autofahrern. Gehwegparken ist nicht erlaubt

Allerdings wird es auch nicht flächendeckend verfolgt, sondern nur schwerpunktmäßig geahndet. Deshalb entsteht mittlerweile vielerorts und bei vielen Menschen der Eindruck, die Stadt toleriere das Gehwegparken. Es häufen sich die Beschwerden, die auch vehement in Bezirksbeiräten vorgetragen werden. Immer mehr fragen sich, ob das noch so geht und was es uns alle kostet.

Die Krux ist nämlich: Wer ein Auto hat, braucht einen Parkplatz daheim, einen bei der Arbeit und einen, wo er einkauft. Nicht immer gleichzeitig, aber zu einem Prozentsatz. Und er erzeugt damit einen enormen Suchverkehr. Beides kostet die ganze Gesellschaft viel Geld, für das die Autofahrer nicht aufkommen.

14. Februar 2018

Radfahren ist ...

Argumemente gegen Radfahren gibt es viele, und sie sind alle unbegründet. Wir wissen das, aber wir werden immer wieder mit diesen Behauptungen konfrontiert. Und oft sind wir um eine Antwort verlegen. 

Da gibt es Abhilfe. Die Seite Cyclingfallacies hat 32 Vorurteile zusammengetragen und Antworten gegeben. Da wird mit solchen Mythen aufgeräumt wie, Radfahren sei gefährlich, man schwitze zu sehr, das Wetter passe nicht, es sei zu bergig oder Geschäftsinhaber seien auf Autokunden angewiesen. Ich berichte immer wieder über die einzelnen Themen und versuche, die Vorurteile zu entkräften. Aber an den Kommentaren vor allem auf meiner Facebookseite sehe ich, dass man es nicht oft genug sagen kann. Hier noch mal der Link zu einer wunderschönen Verbildlichung. Da kann man in Ruhe gute Antworten finden. Zum Beispiel:

12. Februar 2018

Der Radweg Holzstraße funktioniert immer noch nicht

Es ist halt immer noch nicht gut mit dem Radweg auf der Holzstraße. Die Fläche wird von Autos beherrscht, nicht von Fußgängern und Radfahrern. 

An einem Samstag halb zwei stand ich dann mal staunend da. Die Dorotheen-Tiefgarage wird gut angenommen von den Autofahrern. Es gab Stau bei der Einfahrt. Die Autos standen entweder auf der Fußgängerfläche und die Leute mussten über den Radweg um sie herum gehen oder sie standen auf dem Radweg und die Radfahrer mussten durch den Fußgängerbereich um sie herum fahren. Beides ist nach der StVO verboten. Radfahrende dürfen ihren Radweg nicht verlassen. Im Fußgängerbereich dürfen sie nicht fahren. Sie müssten theoretisch absteigen und um das Auto-Hindernis herumschieben. Auch Fußgänger haben auf einem Radweg nichts zu suchen. (Autos natürlich auch nichts.) Das ist alles sehr schlecht.

10. Februar 2018

Bei Nacht und Nebel ...

... fahren manche Radler ohne Licht und viele Autofahrer deutlich schneller als tagsüber. Vermutlich fahren auch Radler nachts schneller. 

In einer Nacht begegnen mir unter zwanzig bis dreißig Radfahrenden etwa zwei bis drei ohne Licht. Mal abgesehen davon, dass das passieren kann, weil man verpeilt ist und sein Licht nicht eingeschaltet hat oder weil sich bei der Heimfahrt herausstellt, dass es nicht tut, so ist es doch ein Phänomen, das sich nicht recht verstehe. Auch als Radfahrende sehe ich Radler ohne Licht erst im letzten Moment.

Und nun gibt es eine faszinierende Studie aus der Schweiz, die belegt, dass Autofahrende bei Dunkelheit und Nebel viel schneller fahren als bei Sonne und klarer Sicht. 

9. Februar 2018

Radverkehrspolitik im Bund

Die Seite itstartetwithafight hat sich den Koalitionsvertrag angeschaut und Willenserklärungen zum Thema Radverkehr gefunden. 

Es sind neun Zeilen. Immerhin steht darin, dass die Mittel für den Radverkehr erhöht werden sollen. Es sollen mehr Radwege gebaut werden. Außerdem will man die gesetzliche Grundlage schaffen, dass Radwege unabhängig vom Verlauf einer Bundesstraße geführt werden können, also getrennt vom rasenden Verkehr durch schönere Gegenden. Auch das Programm für den Bau von Radschnellwegen soll praxisnaher ausgestaltet werden.

Interessant finde ich, dass auch die Straßenverkehrsordnung überprüft werden soll mit dem Ziel, den Radverkehr zu fördern und die StVO fahrradgerechter zu machen. Das  freut mich. Ich habe  vor ein paar Tagen schon mal meine Vorschläge dazu veröffentlicht.

8. Februar 2018

Das Ruderfahrrad - cool

Radfahren ist ja nicht mein Sport, sondern mein Fortbewegungsmittel. Rudern hingegen ist mein Sport. Und da gibt es jetzt etwas, das beides verbindet. Das Rowcycle.

Entwickelt wurde das Ruderfahrrad von Michael Schmidtler, einem Ingenieur in Regensburg, der selber Leistungsruderer war. Doch zum Rudern braucht man einen Fluss. Und wenn der Hochwasser hat, so wie der Neckar im Januar wochenlang, dann muss man sich im Studio aufs Ruderergometer setzen. Dabei ist Rudern ja ein Draußen-Sport. Und was es immer reichlich gibt, sind Wege, und entlang eines Flusses sind sie zumeist auch relativ gerade und eben.

Also rauf aufs Ruderfahrrad und sich im Handbetrieb auf einem Rollsitz vorwärts bewegen wie auf dem Ergo und dabei draußen wie beim Rudern. Wie das geht, sieht man auf diesem Video.

6. Februar 2018

Heute Abend Radforum Infrastruktur im Rathaus

Um 18 Uhr in Raum 406 im Stuttgarter Rathaus findet wieder ein Treffen der Radfahrer statt, die sich für Stuttgarts Infrastruktur interessieren. 

Frank Zühlke vom ADFC und der Fahrradbeauftragte Köhnlein werden die Haushaltsbeschlüsse erläutern, die der Gemeinderat im Dezember zum Thema Fahrrad gefasst hat. Das bedeutet unter anderem: Planung von diversen Radrouten, Winterdienst, Fahrradabstellplätze in Wohngebieten und Förderung von Lastenrädern für Familien.

Jeder und jede kann zum Radforum des Radhauses kommen und mit diskutieren. Wer Fragen zu bestimmten Routen und Radverbindungen mitbringt, kann sie stellen. Das Radforum ist so gut und lebendig wie das Interesse der Teilnehmenden es will.