29. Oktober 2017

Was ist wirklich geplant auf der Neuen Weinsteige

Die Stuttgarter Zeitung macht Radfahrern Hoffnung auf einen Radweg die Neue Weinsteige hinauf. Das ist so allerdings nicht geplant. 

Es wird aber im Zuge der dringend nötigen Erneuerung der Stützmauern einen besseren Gehweg geben, der dann für Radfahrer freigegeben ist. Womöglich ist der Autorin des Artikels auch nur der Unterschied zwischen Radweg, Radspur und freigegebenem Gehweg nicht so klar. Für einen Radweg reichen die Standards nicht.

Das hat den Vorteil, dass Radler weiterhin auf der Fahrbahn die Weinsteige hochfahren können, wenn sie das wollen. Für einen Rad-/Gehweg ist nicht genug Platz. Oder man müsste, wie dies an einigen Stellen allerdings geplant ist, überall die Hangbrücke weiter hinauskragen und auf neue Stützpfeiler stellen. Kann man - wird man - machen, wenn sich herausstellt, dass der Panoramaweg entlang der Neuen Weinsteige von Radfahrern wirklich benutzt wird von Pendlern, die in Degerloch wohnen und von Touristen, die per guided-Tour zum Fernsehturm radeln und das wunderbare Panorama genießen wollen. Die Steigung ist mäßig und für Normalräder geeignet. Auf Pedelecs ist sie kaum spürbar.


Im kommenden Jahr beginnen Bauarbeiten zwischen Ernst-Sieglin-Platz und Altenbergstaffel. Das entscheidende Problem für alle, die nicht Auto sind und die Weinsteige hoch wollen, sind die geparkten Fahrzeuge. Die Parkbuchten sind zu klein, die Autos und die Werbeanhänger sehen auf dem Gehweg, niemand kommt durch, schon gar kein Rollstuhlfahrer, kein Mensch mit Rollator oder einem Kinderwagen. Die Autos müssen über die Fahrbahn umrundet werden. Im zuge der Sanierung der Stützmauer fallen die Parkplätze weg, die nicht gebraucht werden.

Derzeit wird da eifrig gezählt, und zwar ständig und immer wieder (Gespräche mit Anwohnern kommen auch noch), es hat sich aber bereits herausgestellt, dass von den Parklätzen weniger als ein Drittel tatsächlich belegt sind, und einige davon von dauerstehenden Anhängern mit Werbetafeln oder  Autos mit auswärtigen Kennzeichen, die dort parken wollen, wo Parkplätze noch nichts kosten. Die Verwaltung hat im UTA ausführlich belegt, wie viele Parkplätze real gebraucht werden. Was dann auch noch genauer evaluiert wird. Und diese Parkplätze bleiben. Um den Gehweg um sie herum zu führen, muss an solchen Stellen für sehr teures Geld eine Auskragung mit zusätzlichen Stützen über die Hangmauer gebaut werden. Wobei man sieht, wie viel Geld sich eine Stadtgesellschaft (vertreten im Bezirksbeirat Süd und im Gemeinderat) für den Erhalt kostenloser Parkplätze leistet, die von Privatleuten genutzt werden können.

Die Stützmauer wird abschnittsweise renoviert. Dafür wird zeitweise auch eine Fahrspur für den Verkehr gesperrt. Der Abwärtsverkehr hat dann stellenweise nur eine Spur zur Verfügung. Es wird interessant sein, zu beobachten, ob das zum Verkehrschaos führt. Es könnte sich aber auch herausstellen, dass die Neue Weinsteige so viele Fahrspuren wie sie derzeit hat, gar nicht braucht. Jetzt schon ist klar, dass sie sie die etwa 21 Stunden am Tag nicht braucht.

Der Gehweg wird übrigens für Bergabradler nicht freigegeben. Wir tun mal wieder alle so, als wüssten wir nicht, dass er natürlich dann doch runter befahren werden wird (man weiß, dass etwa 20 Prozent der Radler auf so einem einseitigen Radweg in Gegenrichtung unterwegs sind). Besser und gefahrloser fährt man allerdings die Neue Weinsteige hinunter, wenn man nicht mit Tempo 50 mit den Autos die Neue Weinsteige hinunter mitschwimmen will. (Dass ich das nicht will, weiß ich.)

Nicht perfekt, aber ein Anfang. Mal sehen, wie beliebt die Weinsteige für Radler wird. Ich sehe jetzt schon mehr Radfahrer auf der Fahrbahn hochradeln als früher (da habe ich nie einen gesehen), und ich fahre selber auch immer mal wieder da hoch. Unten muss man ja auf der Fahrbahn radeln, weil die Autos den Gehweg (der nicht freigegeben ist) zuparken. Autos haben zwei Spuren, um einen Radler zu überholen, er stellt also kein Problem dar.

Kommt die Sadtpolitik nicht in die Gänge mit Radwegen, ist das Fahrbahnradeln in Stuttgart die Zukunft, und immer mehr Autos werden hinter Radfahrern hängen.

Kommentare:

  1. Danke für die Schilderung. Ich bin kürzlich selbst das erste Mal die Neue Weinsteige hochgefahren. Es ist keine einladende Strecke und der momentane Wegverlauf wirklich absurd. Locker zehn Mal musste ich auf die Fahrbahn ausweichen und die parkenden Karren umkurven. Aber die Steigung kann man wunderbar bewältigen. Das einzige, über das ich immer wieder schmunzeln musste, waren die geschätzten 300 Autos, die beim Bergauffahren neben mir im Stau standen und die ich Stück für Stück überholt habe. Und ich habe mich dabei gefragt, weshalb ich der Einzige auf dem Rad bin...

    Woran konkret ist denn nun ein vollständiger Fahrradweg gescheitert? Technische Probleme sind es offensichtlich nicht, Geld ist auch genug da. Scheint wohl eine Sache der Priorität zu sein. Angesichts der vorgeblich ambitionierten Fahrradziele der Stadt ist das schon verwunderlich, dass man sich nun mit solch Tippelschrittchen zufrieden gibt. Liegt es am Votum von einzelnen Fraktionen? Und wenn ja, von welchen? Gibt es nicht eine Mehrheit von Fahrradwegausbau-Befürwortern im Gemeinderat? Vielleicht kannst Du mir diese Widersprüche etwas aufklären?

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    1. Man kann nicht sagen, dass der "Radweg gescheitert" ist. Er ist zwar vom ADFC, vom Bezirksbeirat Süd und von mir und vielen Radlern gefordert, aber nie geplant worden. Die Diskussion um die Parkplätze ist dabei das Heikelste. Bevor klar war, dass man die Stützmauer renovieren muss, galt als einzige Möglichkeit, für Autos eine Fahrspur wegzunehmen und als Radweg auszubauen. Nach Ansicht der Verwaltung haben Verkehrszählungen ergeben, dass das entweder bergab morgens oder bergauf abends zu deutlichen Staus führen würde. Jetzt könnte man denken, man verbreitet die Vorkragung über der Stützmauer auf ganzer Länge mithilfe von Pfeilern, und so weiter, und eine Stadt wie Kopenhagen würde das natürlich machen, aber eine Stadt wie Stuttgart ist politisch noch nicht so weit, sooooo viel Geld für einen Radweg auszugebebn, von dem man nicht weiß, ob er dann auch so frequentiert würde, wie es sein müsste, damit es sich den Gemeinderäten als lohnend darstellt. Deshalb kam dem ADFC und mir dann der Gedanke, dass wir uns zunächst damit zufrieden geben, dass Radler auf dem Gehweg hinauf fahren können, um mal zu sehne, wie viele so eine Strecke eigentlich hinauf radeln. Die Probleme, die sich daraus ergeben werden, sind andere als bei einem Zweirichtungsradweg. Es werden viele verbotenerweise bergab fahren, und es werden sicher verschieden Autos doch wieder auf den Gehweg hochparken (allerdings nur dort, wo die Parkbuchten sind, denn an allen anderen Stellen wird der Bordstein zu hoch sein.) Aber schauen wir mal. Ich kann momentan damit leben, dass man wirklich hochradeln kann. Und ich finde es besser, wenn der Gehweg für Radfahrer nicht verpflichtend ist, damit alle anderen auf der Fahrbahn radeln können, die keinen Gehweg brauchen oder wollen.

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    2. Und noch was: Nein es gibt keine Mehrheit von Radförderungsbefürwortern im Gemeinderat. Manchmal ist die SPD mit dabei, dann gewinnen wir eine Abstimmung. Ist sie nicht mit dabei, dann gewinnen wir sie nicht. Und manchmal stimmt im zuständigen Ausschuss auch der Einzelstadtrat der Stadtisten gegen eine Strecke, und dann gewinnen wir auch nicht, so geschehen beim Radweg Wangen(Hedelfingen, er noch nicht gebaut werden konnte, weil CDU und der Stadtist (mit FDPm Freien Wählern und AfD) eine weitere Prüfung durchgesetzt haben. Der Gemeinderat ist also gespalten, und das Wissen über sinnvolle und wirkungsvolle Radfördermaßnahmen, die der gesamten Stadt nützen (auch dem Autoverkehr) ist außerordentlich wenig verbreitet.

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  2. Danke für Deine Erläuterungen. So klar waren mir die Verhältnisse bisher gar nicht. Mir hallen eben immer wieder die "20 Prozent Fahrradverkehrsanteil" durch den Kopf, die man an der Rathausspitze gerne hätte, was mit der Situation und der Entwicklung in der Realität leider nicht im Ansatz übereinstimmt. Mit Deiner Beschreibung wird das Ganze weit besser nachvollziehbar.

    Dass es natürlich eine super Verbesserung ist mit dem Radweg die Neue Weinsteige hinauf, ist keine Frage. Das schreibe ich in der Hoffnung, dass es dann tatsächlich einen durchgängig befahrbaren Weg geben wird, ohne wild parkende Autos und andere "Schikanen". Und dann hoffe ich, dass nicht allzu viele Radler den Weg entgegen der Fahrtrichtung benutzen. Denn so breit wird der Weg wohl nicht werden, wenn ich die Planungen richtig verstanden habe. Dann würde die Bergauffahrt wiederum extra nervig werden...
    Der nächste Schritt liegt dann an den Radlern, den Weg auch zu nutzen. Hoffen wir das Beste ;)

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  3. Also, so ganz kapiert habe ich es noch nicht mit den Mehrheitsverhältnissen. Der Gemeinderat hat insgesamt 60 Stimmen plus die eine vom OB Kuhn. 28 Sitze werden vertreten von den Konservativen (AFD 4, CDU 17, FW 4, FDP 3). Die Aufgeschlossenen verbuchen 22 Sitze (Grüne 14, SÖS Linke 8). Für Radfahr-Indifferente verbleiben 10 Stimmen (SPD 9 und Stadtist 1). Liegt es (mal wieder) an der SPD? Denn 22 Sitze der Aufgeschlossenen plus 9 der SPD plus eine Stimme des OB ergeben 32 Stimmen versus 28 der Autokraten. Ist unser Problem bei der Mehrheit und somit bei der Umsetzung (mal wieder) die Desorientierung der SPD? Falls ja, ließe sich bei denen noch was machen? Zumal Oberbürgermeister und Baubürgermeister von den Grünen kommen. Haben die keinen Einfluss qua Argumentation und Strategie gegenüber den ehemals sozialdemokratischen Genossinnen und Genossen?

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    1. Es liegt manchmal an der SPD. Und manchmal auch am Stadtisten. Im Gemeinderat gewinnen wir die Abstimmung, wenn der Stadtist, SÖSLi-Plus (Plus ist der Stadtist) mit uns stimmen. Die meisten Abstimmungen über Radverkehr (und anderes) laufen aber im UTA, dem Ausschuss für Umwelt und Technik. Da sitzen jeweils im Verhätlnis weniger: 5 CDU, 4 Grüne, 2 SPD, 3, SöSLi-Plus, 1 Freie Wähler, 1 FDP, 1 AfD. Da kann es 9 zu 8 für ein Radthema stehen, wenn die SPD und der Stadtist mit dabei sind (SösLi ist zuverlässig immer dabei). Ist der Stadtist aber dagegen, dann gibt es ein Patt von 8 zu 8, also keine Mehrheit. Die kann dann im Gemeinderat immer noch gelingen, denn nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch, kann man eine Entscheidung, die im UTA gefallen ist, bei der Gemeinderatssitzung noch mal aufrufen und noch mal abstimmen lassen. Aber wie du selbst errechnet hast, ist auch dort die Mehrheit knapp. Bleibt der Stadtist bei seiner Ablehnung, dann kann die Stimme des OB helfen. Bei den 60 Gemeinderatsmitgliedern sind übrigens meistens der eine oder andere krank oder anderweitig entschuldigt, was unter Umständen auch ganz blöd auswirken kann. Diese hälftige Spaltung des Gemeinderats in Pro Radfahrer und Contra Radfahrer ist ein Fakt, mit dem man umgehen muss. Sie kann erst bei den nächsten Gemeinderatswahlen behoben werden. Übrigen auch zu Ungunsten des Radverkehrs, falls die Rechten dann mehr Zulauf bekommen und die Grünen für irgendwas abgestraft werden, was vor allem die Ungeduldigen, die schneller Veränderungen wollen, gerne androhen. Und was die Bürgermeister betrifft, der Baubürgermeister ist grün und kämpft mit guten Projekten um Mehrheiten unter den eben beschriebenen Mehrheitsverhältnissen. Die Verwaltung will, die hat auch oft Lust zu etwas mutigeren Schritten, aber wenn der UTA nicht mitgeht, kann sie es nicht ändern. In Stuttgart sind die Bürgermeister nicht wie Minister unter einem Kanzler, sondern recht selbständig, da sie ja vom Gemeinderat kontrolliert werden. OB Kuhn hat erstmals eine regelmäßgie Bürgermeisterkonferenz eingerichtet. Wenn der Bürgermeister fürs Tiefbauamt (SPD) nicht so recht einsieht, warum eine Ampel für Radfahrer ganz ungünstig ist, dann kann niemand etwas machen, außer ihm immer wieder darauf ansprechen (was übrigens auch ihr Radler/innen per Brief tun könnt). Das Ordnungamt, das auch an Verkehrsfragen beteiligt ist, wenn es um Sicherheit geht, wird von einem CDU-Bürgermeister geleitet, der zwar viel übrig hat für den Radverkehr, aber auch die Sorge hat, eine mutige Neuregelung könne zu schweren Unfällen führen. Drei Bürgermeister von drei verschiedenen Parteien, das ist alles ein Frage kluger Abstimmung und vieler Kompromisse. Ein halbe-halbe geteilter Gemeinderat, das ist dann ebenfalls eine Frage von Kompromissen und Verhandlung. Demokratie braucht Mehrheiten. Wobei die Politik auch Rückmeldung aus der Bürgerschaft braucht, und Radfahrende schreiben anders als Eltern einer Schule oder Kulturschaffende etc, keine Briefe und Mails an Gemeinderäte. Sie radeln vergleichsweise still und sozial verantwortungsvoll vor sich hin. Das ist ein Manko. Die Autofahrer schreien sofort, wenn Parkplätze wegfallen und aktivieren Wirtschaftsverbände, Radfahrende haben momentan meinen Blog, um sich zu äußern und die CM, um sich zu zeigen, sie werden aber nicht in hörbarer Menge politisch aktiv.

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    2. Übrigens Rechenfehler ganz oben, enthält sich der Stadtist gibt es ein Patt, stimmt er dagegen, steht es 9 zu 8 dagegen.

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    3. Vielen Dank für deine sehr informative Antwort. Besonders wichtig finde ich den Hinweis, dass die Politik auch Rückmeldung aus der Bürgerschaft braucht und Radfahrende in diesem Punkt (noch) viel zu zurückhaltend sind. Ja, das sollte sich, das sollten wir Radfahrende ändern. Ausrufezeichen.

      Unabhängig davon kann ich aber nicht verstehen, dass die beiden größten Parteien im Land und in der Stadt, nämlich die Christdemokraten und die Grünen, sich zwar in sehr vielen Politikfeldern verständigen können, jedoch nicht im Hinblick auf eine effiziente und qualitätsvolle Umsetzung des Hauptradroutennetzes in Stuttgart und Umgebung. Deshalb muss diese Differenz der Standpunkte der beiden großen Parteien öffentlich sichtbar und gesellschaftlich diskutiert werden. Und aus meiner Sicht könnte oder sollte Oberbürgermeister Kuhn diese Debatte anstoßen und führen.

      Denn ein Hauptradroutennetz in Stuttgart lässt sich nicht überzeugend mit wechselnden und knappen Mehrheiten durchwurschteln. Wir brauchen in der Grundsatzfrage eine Verständigung zwischen CDU und Grünen. Und ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass dies nicht möglich sein sollte. Insgesamt wird Radfahren als eine gute Sache beurteilt, das sehen auch viele Leute so, die immer CDU wählen und täglich Autofahren müssen oder wollen. Aus meiner Sicht fehlen Impulse zum breiten und öffentlichen politischen Prozess. Und ich finde nach wie vor, dass OB Kuhn hier was tun könnte. Oder mit anderen Worten: Ich bin nicht vom Gegenteil überzeugt :-)

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  4. Ist diese Variante diskutiert worden?
    - Längsparkplätze und Gehweg haben zusammen eine Breite von reichlich 3 Meter. Das reicht laut Vorschriften für Einrichtungsradweg (aufwärts) und Gehweg nebeneinander und könnte entsprechend umgebaut werden (auf Kosten der Längsparkpltze).
    - Einige Parkplätze werden auch zukünftig für Besucher der Anwohner vorgehalten. Der Wunsch ist nachvollziehbar und akzeptabel.

    Nach Erfahrungswerten aus dem Carsharing werden 300 Meter Fußweg bis zum Parkplatz akzeptiert. Also alle 500 Meter ein par Querparkplätze bauen auf einer (nur dort) erweiterten Auskragung. Querparkplätze benötigen weniger Länge, d.h. der teure verbreiterte Bereich wird minimiert.
    - Aus Fahrradfahrer-Sicht mangelhaft ist dann (vorläufig) noch die Abwärtsstrecke.

    Mitzuschwimmen im Autoverkehr ist für Alltagsradler zwar akzeptabel, wenn es bei mäßigem Gefälle flüssig bei Tempo 40 - 50 läuft. Ab und zu ein Radler, der nur 20 km/h schnell ist, damit kommen die Autofahrer auf der Weinsteige problemlos klar. Sie müssen sowieso jederzeit mit Tempo 0 (Stau) rechnen. Nur als Pendler auf dem Fahrrad in der Hauptverkehrszeit mit dem MIV zusammen im Stau stehen: das ist nicht attraktiv. Radfahrer, die sich dadurch abschrecken lassen, reduzieren also indirekt die Anzahl der aufwärts fahrenden Radler. Ärgerlich, negativ induzierter Verkehr. Na ja, sobald die Feinstaub-Fahrverbote angeordnet werden müssen, reduziert sich der MIV-Anteil am Modal Mix auf die Zielgröße von 25%. Auf der Weinsteige nur noch halb so viele KFZ, dann reichen insgesamt 2-3 KFZ-Fahrspuren und es wird Platz frei für die Radspur stadteinwärts.

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  5. Nein, Querparkplätze sind zumindest öffentlich nicht diskutiert worden. Womöglich intern aber sehr wohl. Eine Sache spricht eindeutig dagegen. In Straßen mit Querparkplätzen steigt das Unfallrisiko. Müssen Autofahrer rückwärts aus ihrer Parklücke heraus (womöglich über den Radweg hinweg), dann stoßen sie in den doch recht schwungvollen Verkehr auf der Weinsteige hinein, ohne recht zu sehen, ob was hinter der nächsten Kurve hervorkommt. Ich denke, da würde es dann ständig krachen. Und zum Runterfahren gibt es für Radfahrer immer noch die Alte Weinsteige (und wer es mag auch den Schimmelhüttenweg). Ich denke ernsthaft, dass mehr Leute in Degerloch das Fahrrad zur Arbeit unten im Kessel nehmen, wenn sie wissen, dass sie abends die mäßigere Steigung der Neuen Weinsteige hinauf radeln können. (Zumindest einen kenne ich, der das tun würde). Bleibt aber abzuwarten. Und letztlich ist es egal, wenn Leute links den Gehweg runterradeln, denn solche Massen von Radlern werden ihnen da zunächst nicht entgegen kommen.

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  6. OK, stimmt. Bei Querparkplätzen muss man entweder beim Ein- oder beim Ausparken rückwärts raus, also komplett anhalten. Das erfordert relativ große Lücken im fließenden Verkehr und extrem hohe Umsicht.

    Wir kennen es ja von der Theo, wir gefährlich so eine Streckenführung ist, wenn der Radweg zwischen Quer- bzw. Schrägparkplatz und Fahrspur verläuft oder direkt über die Parkplatzzufahrt. Da sind selbst die Polizisten beim Ausparken gelegentlich überfordert.

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  7. Die Stuttgarter Nachrichten machen munter weiter mit ihrer Kampagne gegen Radfahrer. Dieses Mal haben sie empörte Anwohner, die ihr Heim nicht mal fußläufig erreichen können weil angeblich der böse Radweg kommt:
    https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.radweg-an-der-neuen-weinsteige-empoerung-ueber-den-wegfall-von-parkraum.0c04e2ae-6cf9-4f92-910d-da97b44e41eb.html
    Ist schon Klasse hier in der Autostadt Stuttgart, wo die Lokalpresse Hetze auf Radfahrer mit Fake News macht.

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