8. Oktober 2017

Alles zugeparkt - Rad- und Gehweg Holzstraße

 Foto: Blogleserin Beate 
In der Holzstraße sieht es wieder so aus wie vor dem Umbau. Autos parken bis in den Radweg hinein. 

Wo keine Poller stehen, stellen sich Autos hin. Schilder nützen nichts. Viel zu viele Autofahrer denken gar nicht daran, Radlern auf ihrem ohnehin zu schmalen Weg auf der Hauptradroute 1 Platz zu lassen. Es wird munter überall geparkt. Radfahrende und zu Fuß Gehende sehen sich von Autos umzingelt. Vor allem Auswärtige fahren gar nicht erst in die Dorotheen-Garage hinein, sie fahren den Bordstein hoch und stellen sich auf die geplättelte Fläche, so als sei jegliche freie Fläche in Stuttgart ein Parkplatz.



Die Masse von Autos, die wir in einem Bereich sehen, der Fußgängern und Radlern vorbehalten ist, erzeugt ein Gefühl von "alles ist Auto-Raum". Fußgänger und Radler müssen drum herum, müssen ausweichen oder bremsen. Wo ein Auto steht, stellen sich andere dazu. Vor allem, wenn sich herumsrpricht, dass keine Knöllchen verteilt werden. Davon dass man abschleppen könnte, gar nicht zu reden.

Ich finde, das kann so nicht bleiben. Es muss doch in dieser Stadt Abschnitte geben, die man ernsthaft mal frei hält von Autos. Tiefgaragen und Parkhäuser gibt es eine Unmenge.

Der Radweg wird zusätzlich von der Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage überquert, also von Autos. 

Hier gibt es es regelmäßig kritische Situationen. Radler berichten mir von Vollbremsungen. Auch ein Krankenwagen wurden gesichtet, wobei ich nicht herausbekommen konnte, sie wegen eines Radler- oder Fußgängerunfalls kamen oder aus anderen Gründen.


Sicher ist nur, dass die Ausfahrt aus der Tiefgarage gefährlich ist, und zwar für Fußgänger und Radfahrer. Autofahrer müssen mit ordentlich Tempo die Rampe hinauf, fahren ins Gegenlicht und sehen Fußgänger und Radfahrer erst spät. Ich habe mich mal in die Ausfahrt gestellt, stehe dabei aber höher als ein Autofahrer sitzt. Rechts sieht man klein und im Gegenlicht ein Vorfahrt-Achten-Schild und darüber das Zeichen, dass Radfahrer queren. Deutlicher ist für Autofahrer oben quer die Schrift "Auf Wiedersehen im Dorotheen Quartier" (auch mit Rechtschreibfehler (es fehlt der Bindestrich)) zu sehen. 

Diese Radführung ist für alle Beteiligten, freundlich gesagt, schwierig. Die Situation überfordert Autofahrer und gefährdet Fußgänger und Radfahrer.
Der Radweg muss von hier weg auf eine der beiden Fahrspuren der Holzstraße gelegt werden. Dann rennen auch nicht plötzlich Leute über den Radweg zum Bus. Und es dürfte Autofahrern deutlich schwerer fallen, über den Radweg hinweg auf den Gehweg zu fahren und dort zu parken. Ansonsten müssen da Poller hin. Leider.

Die Fotos stammen übrigens von verschiedenen Tagen. Die Fotos hier drunter sind aus den Jahren 2013 und 2014 vor dem Umbau. Fast will mir die Situation damals übersichtlicher erscheinen. Die Menge von Autos, die bis in den Radweg hinein parken oder auf ihm fahren oder stehen, war schon damals beachtlich.

Für alle, die das nicht wissen: Radler dürfen einen Radweg mit blauem Schild nicht verlassen. Sie dürfen nicht in den Fußweg hineinfahren, um ein Auto zu überrunden, sie dürfen nicht mal mit dem Arm in einen Fußgängerbereich hineinragen. Wenn sie es dennoch tun, sind sie bei einem Unfall mit einem Fußgänger schuld. Autofahrer, die so parken zwingen Radler, sich in eine Situation zu begeben, in dem sie haftbar gemacht werden, wenn etwas passiert.

Dieser Radweg auf der Holzstraße hat es schwer. Wir haben in der Münzgasse eine Fahrradstraße verloren und dafür nichts bekommen, was einer Hauptradroute würdig wäre.
Wir haben im Juni mal einen Stresstest auf diesem Radweg gemacht und dabei nicht nur festgestellt, dass er zu eng ist, wenn viele radeln, sondern auch, dass die Ampelschaltung am Charlottenplatz eine zum sich diese Route Abgewöhnen ist. Man steht zu lange und zu oft bei Rot. Kein Wunder, dass viele Radler diesen Abschnitt meiden. Dabei ist er die Hauptradroute 1, die Route, die am Tag mindestens dreitausend Radler fahren können sollten.

Die Stuttgarter Zeitung hat über unseren Stresstest berichtet. Seitdem sind zwar die Warnschilder für Fußgänger vor den Autos verschwunden, aber verbessert hat sich sonst nichts. Im Gegenteil, jetzt erobern die Park-Rowwdy die Fläche zunehmend aggressiver.

Kommentare:

  1. Ich habe jetzt immer einen Schraubendreher dabei. Komme ich irgendwo mit dem Kinderwagen nicht durch, gibt es ein neues Designelement. Das ist garantiert teurer, als die albernen 10€ von der Stadt.

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    1. Selbstjustiz ist Mist. Leider ist das Ordnungsamt inaktiv, und herbeigerufene Polizei sagt sie sei für stehenden Verkehr nicht zuständig und sehe keine Gefährdung. Ich habe schon überlegt, mir einen Block "parke nicht auf unseren Wegen" spuckis zu besorgen. Aber es hilft alles nichts, solange die zuständigen kommunalen Stellen ihren Job nicht machen.

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    2. Ich könnte dann auch einen Satz spuckies brauchen

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    3. was sind denn spuckies??

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    4. Spuckis sind Aufkleber, die wie eine Briefmarke eine Gummierung haben und nicht selbstklebend sind. Bei normalen Aufklebern kommt es vor, das Gerichte die als Sachbeschädigung werten, weil sie nur schwer beschädigungsfrei vom Heiligen Blech wieder abzumachen sind. Spuckis dagegen gehen mit einem Eimer Wasser und ein paar Minuten Arbeit wieder ab, daher droht dem Verwender eigentlich kein Gerichtsverfahren weil der Streitwert lächerlich ist. Ich meine solche hier: http://www.umkehr-fuss-online-shop.de/view/productdetails/virtuemart_product_id/3/virtuemart_category_id/1.html

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    5. Wie wäre es, wenn die Fahrradstaffel in Stuttgart Sprühkreide und Spuckis einsetzen würde? Das sind immerhin 8 Personen, die regelmäßig Patrouille fahren. Das würde die völlig überlasteten Mitarbeiter vom Ordnungsamt unterstützen.

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  2. Die fahren meist gar nicht den Bordstein hoch. Die die mit Schnauze zur Straße stehen fahren zuvor eine der Ein-/Ausfahrten hoch und von dort weiter über den Rad- oder Fußweg.

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    1. Stimmt, Thijs, die fahren oft über den Radweg rein. Das ist sicher bei allen der Fall, die mit dem Kühler zur Fahrbahn stehen. Vermutlich muss ich mich da mal wieder eine Viertelstunde hinstellen und ein Video drehen. Eine gemeinsame Aktion wäre auch mal wieder gut, denke ich.

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  3. absolut lebensgefährlich. Ich würde einfach beim ersten Unfall mit Personenschaden, Strafanzeige gegen den Verantwortlichen Sachbearbeiter beim Baurechtsamt respektive der verantwortlichen Verwaltung stellen.
    Die richtige Lösung ist aus meiner Sicht keine schlängel Route sondern eine gerade Verbingung zwischen A und B. D.h. keine 90Grad oder 180 Grad Kurven.

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  4. Man merkt auch hier wieder, dass die vorgeblich verfolgte städtische Strategie, nämlich alle Parkplätze der Stadt kostenpflichtig zu machen, offensichtlich nicht zu Ende gedacht wird. Es gibt offensichtlich eine Menge kostenloser Parkplätze, weiterhin und immer noch (legal, illegal, scheißegal).

    Vorgestern hatte ich ein kurzes Gespräch mit einem sehr freundlichen und lockeren Kollegen von der Verkehrsüberwachung. Er sagte klipp und klar, dass sie angesichts der Falschparker viel zu wenige seien, um ihren Aufgaben sinnvoll nachzukommen. Andererseits gibt es auch die Anweisung (das Gespräch war im Westen, Nähe Augustenstr.), angesichts von momentanen Baustellen im Viertel etwas Nachsichtiger zu sein mit dem Aufschreiben. Motto: Irgendwo müssen die Leute ja parken.

    Daher tut es dringend Not, mehr mit Pollern etc. zu arbeiten, dass es gar nicht möglich IST, illegal zu parken. Und es braucht mehr Personal für die Überwachung. Und wenn dann zu allem Überfluss alle sonstigen Maßnahmen am Ende durch politische Tagesvorgaben wie "lasst die Autos bitte während der Baustelle überall parken" ausgebremst werden, wird die ganze Strategie so konterkariert, dass sichtbar wird, dass dies eine typische Stuttgarter Wurschterei ist: Sonntagsreden schwingen (mein Liebling ist immer noch "20 Prozent Fahrradverkehrsanteil" xD) und bei der Umsetzung auf halber Strecke schlapp machen.

    Da bin ich überhaupt nicht verwundert, wenn solche Planungen wie diese Radwegführung dabei herauskommen. Es fehlt an Willen oder Sachverstand, oder an beidem.

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    1. Diese Antwort des städtischen Vollzugsdiensts kenne ich auch aus dem Bezirk Süd. Hier sagte einer klipp und klar vor dem Bezirksbeirat Süd, dass man im Lehenviertel bei den Eckenparkern nachsichtig sei, denn irgendwo müsse man ja parken. Woraufhin einem Gehbehinderten, der im Rollstuhl fährt, der Kragen platzte, denn der kommt dann nicht mehr über die Straße. Vermutlich wird es Zeit für fantasievolle Aktionen, die Falschparkern klar machen, wie sehr sie Menschen behindern.

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    2. Also dass dem Herren im Rollstuhl der Kragen geplatzt ist, kann ich mehr als gut verstehen. Als Radfahrer oder Fußgänger quetscht man sich ja immer noch so durch.

      Ich frage mich, ob die Aktion nicht sein sollte, dass man einfach mal mit SprühKREIDE den Rand des Fahrradweges über die Autos sprühen sollte samt Fahrradsymbol; ich fürchte aber, dass das auch schon als Sachbeschädigung zählt, obwohl die Sprühkreide einfach abgeht und meiner Meinung keine Schäden hinterlassen sollte.

      Mal so ganz ketzerisch gefragt: Was wäre eigentlich, wenn jemand ein Auto in der EINfahrt zum Parkhaus parkt, eben in der Nähe jener Autos, die auch dort so komisch auf dem Radweg parken. Dann würde die Polizei wahrscheinlich ganz schnell kommen, weil das Auto ja den Verkehr (also Autos) aufhält.

      Es ist in der Hinsicht schon schade, dass man nicht als Nebenverdienst beim Ordnungsamt auf Provisionsbasis arbeiten könnte. Wenn das ein paar Radfahrer machen würden, würde sich die Situation schnell bessern.

      KaivK

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    3. Zu Sprühkreide gabs da gerade einen sehr poetishen Fall in Aachen: https://www.facebook.com/Polizei.NRW.AC/photos/a.755135527884861.1073741828.672377516160663/1580719851993087/?type=3&hc_ref=ARTYeajnwVKo4x8BacM9Ubtq2gvc_mdqMTK11EiVwH0KbXOMBtdVzM4x-g7OaJPa4SY

      Christine, wenn Du was filmst bin ich dabei, gerne auch als menschliche Blockade, die dumm-dreist auf dem Fahrrad fahrend den Radweg für Autofahrer blockiert.

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    4. Das Experiment würde mich interessieren. Wenn ein Radweg zugeparkt wird argumentiert die Polizei, man könne ja absteigen und herum schieben. Wenn eine Autostraße zugeparkt wird, würde sie dem Autofahrer auch erklären dass er ja wenden und um den Block herum fahren kann?

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    5. @KaivK
      Teilzitat: "Ich frage mich, ob die Aktion nicht sein sollte, dass man einfach mal mit SprühKREIDE den Rand des Fahrradweges über die Autos sprühen sollte samt Fahrradsymbol"


      Das begrüße ich grundsätzlich, man sollte Mißstände immer aufzeigen.
      Als Fußgänger und ÖPNV-Nutzer ohne jeglichen fahrbaren Untersatz erlaubt ich mir nun auch in krassen Fälle zur Selbsthilfe zu greifen.
      Sehr oft, und in letzter Zeit mit deutlich steigender Tendenz, werde ich auf Fußwegen mit "Fahrrad frei" ohne Rücksicht und vor allem mit viel zu grossem Tempo von Radfahrern überholt. Meist geht es gut, doch manchmal werde ich berührt und vor 3 Wochen wurde mir sogar der Rucksack von der rechten Schulter gerissen. Selbst in Fußgängerzonen (Cannstatt) wird man z.T. gefährlichen Situationen ausgesetzt.
      Deshalb greife ich zukünftig (einmal bereits erfolgreich erprobt) auch zur Selbsthilfe und trete dem Rüpel das Hinterrad weg, so ich denn schnell genug reagieren kann.

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    6. Lieber on guard man, das ist keine Selbsthilfe sondern Selbstjustiz. Das zeugt weder auf Autofahrerseite, noch auf Fahrradfahrerseite von einem akzeptablen Rechtsverständnis. Den Rechtsweg zu gehen, oder sogar die Verkehrssituation zu ändern, die den Konflikt auslöst, bedeutet immer "dicke Bretter" zu bohren. Aber es ist der bessere Weg, als die schnelle Rache. Leider verroht die Sprache in den Medien bei den Diskussionen immer mehr und leistet so der Aggressivität Vorschub. Das aktuelle Beispiel ist die Sprache in dem Fahrradfahrerartikel in der aktuellen AutoBild. Ich bedaure diese Entwicklung. Mit freundlichen Grüßen Steffen aus Plochingen

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    7. @on guard man
      Selbstverständlich ist es richtig und gut, auf Mißstände hinzuweisen. Und rasende Radler auf Gehwegen - das geht gar nicht. Meiner Meinung nach haben Radler überhaupt nichts auf Gehwegen verloren - auch wenn da ein "Radler frei"-Schild stehen mag.

      Was mich allerdings erstaunt, ist die manifeste Aggression, die Du an den Tag legst. Du nimmst zumindest billigend in Kauf, dass Du einen Radler schwer verletzt, indem Du ihn vorsätzlich und gezielt zu Fall bringen möchtest. Und das nur, weil Dir sein Verhalten missfällt. Wenn Du mit dem Verhalten von Mitmenschen nicht einverstanden bist, greifst Du zu Gewalt. Ist das Dein Muster oder machst Du das nur bei Radlern, diesen Rüpeln?

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    8. @ gebrauchsspur: bei der Planung fehlt eindeutig der Wille. Der Sachverstand ist in allergrößtem Umfang vorhanden. Herr Köhnlein ist sogar Coautor der "Empfehlungen für Radverkehrsanlagen". Das ist einer der einschlägigen Verwaltungsvorschriften, die in Baden-Württemberg anzuwenden sind. Allein die Mindestbreite von Gegenverkehrs-Radwegen wird beim Ausbau der Hauptradrouten regelmäßig unterschritten. Das führte und führt zu Unfallschwerpunkten, die teilweise nachträglich als solche ausgeschildert werden.

      Die Stadtverwaltung gibt auch Hinweise darauf, dass der Sachverstand fehlt. In offiziellen Veröffentlichungen wird offensichtlich, dass der Unterschied zwischen Gehweg und Radweg nicht bekannt ist. Siehe RN35-Kurzbericht, Radverkehrskonzept Stuttgart 2010, Bild rechts oben und dessen Bildunterschrift.

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    9. Wie man an den Beiträgen hier lesen kann, tut es dringend not ein Bewusstsein zu schaffen, wo das Kernproblem liegt: In der öffentlichen Verwaltung.

      Diese "wir haben nicht genug Personal"-Antwort bekam ein Freund vor einiger Zeit, als er Unterstützung bei der Eindämmung des Drogenhandels in seiner Kneipe wollte. Soll er doch selbst sehen, wie er die Dealer rausbekommt, ohne seine Gesundheit zu gefährden. Gelingt ihm das nicht kann er ja ohnehin zusperren, weil "normale" Leute nicht mehr kommen. Das gleiche hört man, wenn es Lebensmittelüberwachung in der Gastronomie geht - kein Budget, kein Personal. Oder eben auf der Straße.

      Ich verstehe die Idee mit dem Schraubendreher und der erträumten Sachbeschädigung manchmal wirklich. Aber damit enthebt die öffentliche Verwaltung quasi ihrer Verantwortung für die Durchsetzung ihrer Regelungen. Wie bequem. Soll sich der Mob doch selbst auseinandersetzen, dann können wir weiter Personal einsparen. Und was kommt dann als nächstes? Faustrecht auf der Straße?

      Für jeden hier veröffentlichten Beitrag gehört ebenfalls eine Mail an die Stadt geschrieben. Ich tue das regelmäßig, aber ich bin halt nur eine, das ignoriert sich leicht.

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  5. @Matthias

    Ich werde nur den gezielt zu Fall bringen,
    der vorher ebenfalls billigend in Kauf
    genommen hat mich zu verletzen. Geht dies
    aus meinem Beitrag tatsächlich nicht hervor?

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    1. Oh doch, habe ich schon verstanden. Kommt ein Radler von hinten, viel zu schnell, sagen wir Tempo 25 und rasiert Dich. Bei einer Reaktionszeit von 1 Sekunde: Wie lange muss dein Bein sein, um den Rüpel zu treffen?

      Und kommt er von vorne, dann stellst Du Dich heldenhaft in den Weg und provoziert einen folgenschweren Unfall?

      Beides sehr unwahrscheinlich. Sehr viel wahrscheinlicher ist nach deinen Schilderungen, dass die tatsächliche Geschwindigkeit dieser Rüpel sehr viel geringer ist als die von Dir gefühlte.

      Mal ganz nüchtern und sachlich betrachtet 😎

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    2. Nachtrag: Kein Radler provoziert vorsätzlich einen Unfall, um einen Füßgänger zu verletzen. Die Gefahr, selbst verletzt zu werden, ist viel zu groß.

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    3. @Matthias

      Da liegen sie falsch.
      Am Samstag, beim erfolgreichen Versuch, lief es wie folgt ab:
      ich laufe auf der Marktstraße in Cannstatt (Fußgängerzone !!)
      auf Höhe der Schmiedgasse. Ich laufe immer sehr weit rechts,
      diesmal in Richtung Hongkong Imbiss. Und nun, noch weiter rechts, keine 2 Meter von den Hausmauern und den Geschäften (!!) entfernt, rast einer dieser Rüpel mit geschätzten 20km/h (von hinten kommend) an mir vorbei! Er streift mich und haut dann voll in die Bremsen, weil er sonst wohl mit einer Hauswand oder einem andern Passanten kollidiert wäre. Als er wieder versucht hat anzutreten, war sein Hinterrad mit Schwung nach rechts weg getreten. Passiert ist ihm (auch mir) nicht viel, blöd geschaut hat der aber schon und weg war er.

      Diese Rüpel sind die Ausnahme, dies ist mir schon klar.
      Aber es gibt sie halt, leider. Und künftig werde ich mich zu wehren wissen.
      Dies gestehe ich aber ebenso JEDEM Radfahrer zu, welcher von KfZ-Fahrern und/oder Fußgängern gefährdet oder gar verletzt wird.

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    4. q on guard man: und wenn Sie ein Fußgänger anrempelt (z.B. auch ein Inlineskater), dann schubsen Sie ihn um und bringen ihn zu Fall?! Machen Sie sich bitte klar: Sie erlauben sich ein Verhalten, das nicht nur rüpelhaft ist, sondern sogar strafrechtlich relevant.

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    5. Lese ich richtig? Hier rühmt sich einer, andere Menschen zu Fall zu bringen und deren Verletzung in Kauf zu nehmen? Weißt du, was das heißt: Jemanden verletzen, vielleicht so, dass er oder sie liegen bleibt? Möchtest du damit leben, dass sich jemand wegen einer ruppigen Reaktion deinerseits die Schulter bricht? (Rennst du dann weg, wenn das passiert ist, und lässt die Person alleine liegen? Oder bleibst du stehen, bis die Polizei kommt und die Anzeige gegen dich aufnimmt?) Und kannst du damit leben, dass jemand so unglücklich fällt, dass er oder sie zu Tode kommt? Bist du dann noch stolz auf deine Gewalttätigkeit aus nichtigem Anlass? Und was glaubst du, wie eigentlich Radler reagieren sollten oder können, die von Autos rasiert werden? Ist das Zuschlagen, Schubsen und Treten eigentlich ein Verhalten, das wir uns im Miteinander wünschen?

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  6. @ Holger

    Ein Fußgänger, welcher mich anrempelt, ist leicht gestellt,
    den muss ich nicht zu Fall bringen. Außerdem kann ich mich
    gar nicht mehr erinnern wann (und ob) dies das letzte Mal
    der Fall war. Und "gefährlich" ist das i.d.R. ohnehin nicht.
    Mit Inlineskatern hatte ich noch keine Begegnung. Ich glaube
    auch nicht, dass dies irgendwelche Konsequenzen nach sich
    ziehen würde?!
    Ob es strafrechtlich relevant ist, wenn ich jemanden, der mich
    vorsätzlich verletzt hat (oder dies in Kauf genommen hat) an
    der "Flucht" hindere, ist von Fall zu Fall zu klären. Und vor
    solch einer Klärung (z.B. auf dem Polizeirevier) hätte ich
    keinerlei Scheue.

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    1. Um auf dein Beispiel zurückzukommen. Nehmen wir mal kurz an, der Rüpel, der dich gestreift hat, kommt durch deine Aktion zu Fall und trägt eine Platzwunde am Kopf davon. Dir ist nichts passiert. Dann hast du dich der schweren Körperverletzung schuldig gemacht. Und wenn du dich nicht um das Opfer kümmerst, zusätzlich noch der unterlassenenen Hilfeleistung. In so einer Situation wirst du überhaupt kein Verständnis erwarten dürfen. Das ist einfach nur kriminell. Ein anderes Wort fällt mir hierzu nicht ein.

      Und noch einmal: Wenn Dich ein Radler so hart trifft, dass Du ernsthafte Verletzungen erleidet, wird der Rüpel nicht mehr fliehen können - weil er nämlich mit hoher Wahrscheinlichkeit selber schwer verletzt ist. Radler haben nämlich genau wie Fußgänger auch keine Knautschzone. Und Rüpel auch nicht.

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    2. @Matthias
      Teilzitat:
      "Um auf dein Beispiel zurückzukommen. Nehmen wir mal kurz an, der Rüpel, der dich gestreift hat,
      kommt durch deine Aktion zu Fall und trägt eine Platzwunde am Kopf davon. Dir ist nichts passiert.
      Dann hast du dich der schweren Körperverletzung schuldig gemacht. Und wenn du dich nicht um das
      Opfer kümmerst, zusätzlich noch der unterlassenenen Hilfeleistung."

      Alles irrelevant. Wenn mir nichts passiert, und dies merke ich immer unmittelbar, (bisher zumindest) dann kommt auch keine Reaktion von mir, ausser u.U. ein paar entsprechende Worte. Wenn es jedoch "gefährlich" wird oder werden kann, und ich oder andere Begleiter etwas "erleiden" (bisher lediglich 2x der Fall), dann habe ich nur sehr kurze Zeit um die Dinge einzuschätzen. Meine Frau und eine weitere Person waren auch zugegen in der Marktstr./Cannstatt. Der Rüpel hat nach diesem "Zwischenfall" auch sehr sehr schnell das Weite gesucht, weshalb wohl ?
      Ich glaube sehr wohl in der Lage zu sein diese Rüpel soweit aufzuhalten OHNE sie ernsthaft zu verletzen. Sollte dies jemals der Fall sein (was ich nicht hoffe), so werde/würde ich mich selbstverständlich um diese (Rüpel) "kümmern". Man (ich) kann sie auch am Kragen packen und zur Rede stellen, so man (ich) schnell genug ist. Nur glaube ich, dass dies wenig Wirkung zeigt bei dieser Minderheit ...

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    3. @ on guard man: Einfach nur danke. Du gibst anschaulich viele Gründe, nicht auf Gehwegen zu radeln. Mache ich ohnehin nie.

      Und wenn ich dich so höre, dann weiß ich: Lieber die Straße mit rücksichtslosen Autofahrern teilen als Gehwege mit kriminellen und gewalttätigen Schlägern und Tretern.

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  7. Heute war ein Artikel zum Thema in der Zeitung. Offenbar bemüht sich die Stadt um Verbesserung der Situation:
    http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.falschparker-in-der-stadt-stuttgart-laesst-deutlich-mehr-abschleppen.9350e46d-2657-4c1f-a9aa-28ea94dd12ca.html

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  8. @Matthias

    "Schläger und Treter" klingt und ist viel zu negativ behaftet.
    "Wehrhaft" ist der korrekte Ausdruck!

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  9. @Carsten: Der Beitrag lässt hoffen. Ich muss mir mal die Kontaktdaten dieses mobilen Beschwerdeteams raussuchen. Vielleicht haben wir künftig tatsächlich freie Fahrradwege etc. x)

    Das ganze Abschleppen, Strafzettel verteilen ist aber letztlich nur eine Notlösung bzw. letztes Mittel. Was dringend Not tut, sind vernünftige Alternativangebote für Autofahrer: Massiver Ausbau des Nahverkehrs in erster Linie, dann (mindestens bzw. soweit Bedarf vorhanden) einen reservierten Parkplatz pro Straße für die Stadtmobil-Autos und weiteren radsensitiven Umbau des Verkehrs. Oder kleine Elektrobusse in der City, die in Schrittgeschwindigkeit alle U- und S-Bahn-Stationen innerhalb des Cityrings miteinander verbinden, wie wäre das denn?
    Positive Angebote unterstützen die Autofahrer darin, ihr Verhalten zu ändern.


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