18. Juni 2017

Böse Baustellenüberraschung am Rosensteinbunker

Am Rosensteinbunker waren Fußgweg und Radweg wegen einer Baustelle komplett gesperrt. Radler und Fußgänger suchten sich eigene Wege.

Der Neckardamm ist einer der meistbefahrenen Radlerstrecken in Stuttgarts. Die Strecke ist schwierig genug, stellenweise für Radler nur freigegeben, kein Radweg. Und alle stehen sie lange an der Kombi-Ampel für Fahrrad und Fußgänger am Rosensteinbunker herum. Der Weg war noch am Feiertag für alle unterbrochen.  Macht aber nichts, denn Fußgänger und Radfahrer kommen überall durch. Sie sind ja Pfadfinder. Sie sind es gewohnt, für sich selber zu sorgen.

Man fädelte sich an den Absperrungen vorbei und über die Grünfläche auf den schmalen Neckardammweg. Oder man fuhr wie ich auf der Fahrbahn über die Brücke und auf der anderen Seite den Radweg entlang.  Fußgänger konnten das nicht, denn der Fußweg drüben ist auch weg.  Die Umleitungsscheilder wiesen nach rechts in die Badstraße. Da fuhr aber niemand.

Kam man als Ralder von der anderen Seite, der Wilhlemsbrücke her, dann stand man ohne Vorwarnung vor den Absperrungen und wurde über die Rosensteinbrücke Richtung Wilhelma geschickt.

Theoretisch hätte man bis zur Ampel vorfahren, sie nach langem Warten überqueren und auf der anderen Brückenseite zurück radeln können.

Das hat aber auch niemand gemacht.
An der Wilhelma vorbei kommt man jedenfalls mit dem Rad nicht in den Schlossgarten, es sei denn man schiebt.

Muss das immer so laufen? Seufz!

Grund der Baustelle: Kanalarbeiten. So stand es im Baustellenplan der Stadt.

Dabei sind der alte rote Radstreifen und die Haltelinie erneuert worden. Autofahrer haben nach wie vor ein Stoppschild. Hier haben Radler zu Hauptverkehrszeiten oft das Problem, dass die Autos auf dem Radstreifen stehen und warten, dass sie sich in den Stau auf der Rosensteinbrücke einfädeln können. Das dürfte sich jetzt nicht groß ändern, denn das eine Auto, das ich hier fotografiert habe, hat weder das Stoppschild noch die Haltelinie beachtet, sondern hat auf dem Radstreifen stehen, den Verkehr abgewartet. Zwei andere Autofahrer haben brav an der Haltelinie gestoppt.

Hier ein älterer Post von mir mit einem Video, das die Situation verstehen hilft. 

Kommentare:

  1. Der rote Streifen sieht gefährlich aus. Er suggeriert dem Radfahrer das er dort fahren kann, viele Autofahrer aber werden bis zur gestrichelten Linie fahren und ihre Aufmerksamkeit auf den Autoverkehr von links richten. Unfälle sind hier vorprogrammiert, wer plant sowas?

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  2. Es ist schon ein Kreuz. Da bekommen Radler sowas wie Infrastruktur, sogar mit Vorfahrt. Aber wer die dann benutzt, riskiert seine Gesundheit. Ein weiteres "schönes" Beispiel dafür, dass eben nicht das Radeln an sich gefährlich ist, sondern das Radeln auf Radwegen.

    Hier ist für Radler das richtige Maß gefordert zwischen dem selbstbewussten "ich habe Vorfahrt" und dem verängstigten Durchwinken rücksichtsloser Autofahrer. Allen, die hier lang müssen, viel Glück.

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    1. Der rote Radstreifen war dort vorher auch, was ich nicht klar genug formuliert habe. Die Ecke ist eh nicht praktikabel für Radler, weil auf dem Gehweg über den roten Streifen ja die Radler entgegenkommen. Wer zum Damm radelt, tut das meist über die Fahrbahn, hier haben wir dann sozusagen einen kurzzeitigen Linksverkehr. Diese Radanlage am Rosensteinbunker gehört eh dringend grundsätzlich anders gemacht. Viel zu eng, parallele Fußgängerampeln über die Schienen werden von Radlern genutzt, Fußgänger wandern über die Radlerampel. Man steht ewig an den Ampeln, der Gegenverkehr ist kaum möglich, vor allem am Wochenende bei all den Ausflüglern. Fußgänger haben keinen Platz. Es ist ein fürchterliches Gehäkel. Die einzigen, die hier ohne Probleme fahren können, sind Autos, Busse und Stadtbahnen.

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    2. Die beste Lösung wäre eine direkte Querung (gerade aus) ohne den Schlenkerbogen über die Badstrasse. Wieso das baulich nicht umgesetzt wird, würde mich interessieren? Dadurch würden die Gefahrenstellen entschärft und Radfahrer und Fußgänger haben einen riesigen Komfort Gewinn.

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    3. Klar, wäre das die beste Lösung. Aber man schaue sich die Situation mal an. Es gibt diese Kreuzung für Autos. Würde man Fußgänger und Radler zehn Meter vor der Kreuzung geradeaus drüber lassen, müsste man ein weitere Ampelanlage dort einrichten, sowohl für die die von der Rosensteinbrücke kommen, als auch für die, die die Kreuzung gerade passiert haben. Klar kann man das Grüne-Welle-mäßig abstimmen. Allerdings ist die Versuchung für Radfahrer (und Fußgänger) sehr groß, auf einer Geradeausstrecke auch bei Rot zu fahren oder zu gehen, wenn sie keine Autos kommen sehen. Ich vermute mal solche Sicherheitsüberlegungen stecken dahinter. Ich finde aber auch, dass man diese Kreuzung völlig anders für Radler und Fußgänger lösen muss. Nur ist es halt nicht so einfach.

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  3. Sieht man als Autofahrer hinter der Haltelinie überhaupt genug, um im richtigen Moment, wenn gerade frei ist, einzubiegen? Wenn das nicht so ist, habe ich gelernt, man müsse stoppen, zur Sichtlinie vorfahren und dort dann warten, bis es frei ist. Was soll denn ein Autofahrer tun, der ein Auto hat, das länger als ein Smart ist? Als Radler habe ich oft Verständnis für Autofahrer, die mich behindern, weil es oftmals schwierig für sie wäre, mir die freie Durchfahrt zu lassen. Vielleicht wäre ein Spiegel gut, oder man müsste etwas von dem Grünzeug wegschneiden...

    Warum ist der Weg von der Wilhelma bergauf in den Schlossgarten ein Schiebeweg? Bergab ergibt das Sinn, weil sonst evtl viele Radler rasen würden, bergauf aber doch nicht. Ein weiterer Kritikpunkt: oben im Schlossgarten angekommen weiß man nicht so recht, ab wann man wieder radfahren darf und steigt irgendwann halt wieder auf und fühlt sich nur so halblegal.

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    1. Nee, man sieht nicht genug. Bei Stau auf der Rosensteinbrücke stehen die Autos immer über dem Radstreifen, aber man radelt dann halt auf der Fahrbahn. Der Verkehr aus der Straße hält sich auch in Grenzen. Der Zahntweg (von der Wilhelma rauf) ist schiebestrecke, weil die Stadt es so will und man sich for Radlern fürchtet, man wird sich dort aber einen Fahrradweg bauen, wenn der Rosensteintunnel fertig ist. Der ganze Schlossgarten ist gemischter Rad-/Fußgängerweg wo kein Schild "nur Fußgänger" steht. Grundsätzlich gilt als freie Fahrt für Radler ab der nächsten Kreuzung oder Wegeinbiegung. So wie im Straßenverkehr auch. Denn sonst müsste ja wieder ein "Fußgängerweg"-Schild dort stehen für alle, die neu einbiegen. Insofern ist es eigentlich klar.

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  5. Eine Frage zu den Bildern mit dem roten Streifen: Auf dem vierten Bild steht auf der Insel ein blaues Fußgänger-Schild, also ist hier Radeln verboten. Am anderen Ende der Insel erkenne ich schemenhaft eine Radler-Ampel samt Pfeil nach rechts und darüber grüne Radwege-Hinweise. Täusche ich mich oder sehen wir hier eine sehr kreative Ausgestaltung von Verkehrsplanung?

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    1. Vielleicht hilft dir dieses Video, die Situation etwas besser zu verstehen. Wobei das Video die Situation insofern verfälscht, als die Fahrradampel zufällig grün ist. Normalerweise steht man da überall länger herum. https://youtu.be/UVSeyA9Ri5w. Dazu auch der Post: https://dasfahrradblog.blogspot.de/2014/09/mal-im-ernst.html
      Die Mischung aus Fußgängerampeln, Radampeln, Fußgängerüberweg und Radstreifen ist eine Herausforderung für alle, die neu an die Stelle kommen.

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