19. November 2017

Eine Autostraße wird zugunsten der Natur gesperrt

Seit 28. Oktober ist der Vicinalweg im Greutterwald für den Autoverkehr gesperrt. Dafür hat eine Initiative lange gekämpft. Darüber habe auch ich berichtet.

Bis 1963 gab es hier nur einen Forstweg. Dann wurde der Weg für die damaligen SEL-Beschäftigten freigegeben. Sie durften morgens zu ihren Firmenparkplätzen fahren und abends zurück. Früher fuhr man solche Strecken schnell und ohne Rücksicht auf die Natur. Im Lauf der Jahrzehnte änderten sich Besitzverhältnisse und die Einstellung zur Natur. Der Greutterwald ist Naturschutzgebiet. Die Fahrberechtigung richtete bei der Krötenwanderung ein Massaker an.

18. November 2017

Radparkplätze: hinfahren oder hin schieben?

Auch im neu gestalteten Hospitalvierel sind auf dem Gehsteig Radbügel montiert. Fein. 

Der Bordstein ist aber dort, wo sie stehen, so hoch, dass man absteigen muss oder die Felgen riskiert. Egal, könnte man sagen, absteigen muss man ja sowieso, um das Fahrrad reinzustellen.

Das bedeutet aber eben immer für Radfahrer, dass sie auf der Fahrbahn für Autos bremsen, still stehen, absteigen und das Rad quer zur Fahrbahn auf einen Gehweg heben. Hier kein sonderlich großes Problem, weil der Autoverkehr nicht von hinten kommt. Aber in der Kuhnstraße beim SWR ist das durchaus ein Problem, wenn Radler auf der Fahrbahn halten (siehe Abschnitt unten).

17. November 2017

Stuttgart kann Fahrradstraße

Positive Bilanz nach einem Jahr Fahrradstraße. Die Tübinger Straße zwischen Marienplatz und Paulinenbrücke wird so bleiben.  Die Vorfahrtregelung für Radfahrende hat sich bewährt. 

Die Sorge des Ordnungsamts vor auf der Vorfahrtstraße rasenden Radlern  hat sich als unbegründet erwiesen. Die Fahrradstraße Tübinger Straße ist ein Erfolg. Es fahren sehr viel weniger Autos und viel mehr Fahrräder dort als vorher. Die Straße ist ruhiger geworden. Das gefällt auch den Anwohnern und Laden- und Restaurantbetreibern. Ein paar Mängel gibt es noch, aber es muss und kann auch nicht alles perfekt sein in einer quirligen Stadt wie Stuttgart Süd.

2009 gab es hier so viele Radlerunfälle (bei deutlich weniger Radfahrern als heute), dass der Bezirksbeirat und die Politik die Notwendigkeit erkannten, hier eine Fahrradstraße in Angriff zu nehmen. Seit den Sommerferien vergangen Jahres gibt es sie als Vorfahrtstraße für Radfahrende mit Anlieger frei für Autofahrer.

16. November 2017

Taga, das Kindertransportrad

Kinder kann man mit Fahrrädern gut transportieren. Es gibt viele Varianten. Dieses kleine elektrobetriebene Fahrrad habe ich in der Eberhardstraße gesehen. 

Eine Mutter hat ihre beiden Kinder darin transportiert. Es wird von taga als ultimatives Familien-Bike gebaut und vertrieben. Es gibt das Rad für ein oder zwei Kinder, und es kostet ohne Elektroantrieb um die tausend Euro und mit um die 1.500 Euro, was für ein Lastenrad vergleichsweise billig ist. Es versteht sich allerdings auch nicht als Lastenrad, sondern als reines Kindertransportrad. Es ist sozusagen gerade einer Crowdfunding-Aktion entsprungen und dürfte noch nicht weit verbreitet sein.

Es gibt natürlich noch andere, auch innovative Kindertransporräder, aber über die schreibe ich ein andermal.


15. November 2017

Gut gefegt - Gelbe Karte wirkt

Das Laub ist weg in der Beregaufkurve der Liststraße, schon seit Montag. Das freut alle, die dort täglich rauf radeln.

In diesem Fall hat die Stadt Stuttgart auf eine Gelbe Karte reagiert. Es ist schön zu sehen, dass dieses Instrument funktioniert, auch wenn es ein paar Tage gedauert hat, bis die rutschige Kurve vom nassen Laub freigeräumt wurde. (Das Foto hat Blogleserin An Druschka gemacht.)

Das mit der Gelben Karte ist ein einmaliges Instrument der Stadt Stuttgart für eine direkte Bürgerbeteiligung, für Ideen und für Beschwerden. Sie funktioniert so:

14. November 2017

Es wird nie wieder so werden wie früher

Ich lebe in Stuttgart seit über 50 Jahren. Ich war Kind in einer Straße, in der so wenige Autos parkten, dass wir Ball spielen konnten.

Ich bin über die Felder zur Schule geradelt. Heute bringt man Kinder im SUV vors Schultor. Und der Kessel hat sich mit unvorstellbar vielen Autos gefüllt. Gehwege sind zugeparkt. Muss das so bleiben: die Stadt für immer eingefroren im Status Quo? Als ob eine Stadt immer bliebe, wie sie gerade ist, verteidigen wir Autospuren und Parkplätze wie ein Menschenrecht.

Aber, Städte, die sich nicht entwickeln, sterben. Noch nie ist es irgendwo auf der Welt so geblieben, wie es gerade ist.  Wir alle - auch die Politik, auch der Gemeinderat und die Stadtverwaltung - kommen nicht in eine lebenswerte und lebendige Zukunft, wenn wir das Auto zum Maßstab machen. Wir können auch nicht so tun, als müsste der Stadtraum nur zwischen Autos und Fußgängern und Öffentlichen Verkehrsmitteln aufgeteilt werden. Radfahrer sind auch noch da und gehen nicht mehr weg.

12. November 2017

Wieso Parkhaus, ist doch ein Radweg da

Manche nennen sie inzwischen Kunstparker. die Falschparker. In der Holzstraße sind sie immer da, auf beinahe jeder freien Fläche. 

Dieser Porsche-Fahrer scheint für sich die Entscheidung getroffen zu haben, dass bei Regen niemand Rad fährt. Er hat das Auto am Samstagvormittag (gestern) auf dem Radweg Holzstraße (Hauptradroute 1) abgestellt. Ihm war wohl klar, dass er da nicht hingehört, denn er hat die Warnblinkanlage angestellt. Die Einfahrt zur Tiefgarage befindet sich gleich daneben. Aber bezahlen wollte der Porschefahrer nicht. Sich auch nicht der Mühen unterziehen, mit Parkscheinautomaten zu hantieren. "Nur kurz was besorgen." Als ich dazu kam, hatte eine Radfahrerin angehalten und machte ein Foto. Ein Autofahrer hatte sich quer in die Ausfahrt aus Dorotheenqurtier gestellt und offenbar die Polizei geholt, die auch gleich eintraf.

11. November 2017

Schauzer, der Rote

Auch solche Räder fahren in Stuttgart. Das ist ein Pedelec von Moustache. Stabil und ergonomisch gut durchdacht.

Auffällig ist die Lenkergestaltung. Alles sieht bequem aus. Der Name Moustache bedeutet auf Französisch "Oberlippenbart". Es gab mal einen Lenkertyp, der Moustache hieß (gebogen wie ein Schnauzer mit spitzen Enden). Die Firma sitzt in den Vogesen und stellt eben solche und andere Elektro-Fahrräder her. Auffällig sind sie allemal.

Dieses hier stand auf der Königstraße vorm Wittwer. Satteltaschen und Lenkerkorb passen wunderbar zum Fahrrad. Ganz offensichtlich wird es für so gut wie alle Fahrten in der Stadt genutzt und ist aufs Einkaufen und Transportieren vorbereitet.

10. November 2017

Zu viel Laub auf den Radstreifen und Radwegen

Seitdem es regnet, sind die Laubmassen auf den Radstreifen und Radwegen rutschig und gefährlich geworden. Die Reinigung lässt oft auf sich warten.

Je fahrbahnferner eine Radspur oder ein Radweg ist, desto mehr Laub bleibt liegen oder sammelt sich. Autos wehen die Blätter beim Fahren an den Straßenrand. Radler rascheln durchs Laub, solange es trocken ist. Jetzt rutschen sie auf schmierigen Blättern aus oder müssen vom Radstreifen herunter. Das ist zum Beispiel in der Liststraße der Fall. So sah es hier gestern aus.

9. November 2017

Süß!


Das Foto stammt von Blogleser Philipp. 

Werbung mithilfe des Fahrrads ist einfach und billig. Solange das Fahrrad fahrbereit ist, ist es auch erlaubt. Sie dürfen nur nicht wie Blei mit platten Reifen für Wochen irgendwo stehen.

In diesem Fall fühlt sich das Fahrrad sicherlich immerhin  nicht missbraucht für falsche Inhalte.

8. November 2017

Sieh zu, wo du bleibst!

Rund um den Bahnhof herum sind Radfahrende im Prinzip eingeplant, ihre Wege fallen allerdings immer wieder plötzlich einer Baustelle zum Opfer. Gerade ist das an der Türlenstraße der Fall. 

Interessanterweise gibt es für Rollstuhlfahrer ein Umleitungsschild. Das ist sehr schön. Denn deren Verzweiflung ist groß, wenn sie an solche Baustellen kommen. Steht die Abschrankung vor dem Zugang zum Radweg, werden Radfahrer mal kurz zu Fahrbahnradlern, wie man an diesem Pizzafahrer sieht. Auch wenn er mit dem Rad gar nicht über die Kreuzung am Arnulf-Klett-Platz fahren darf. Aber das merkt er erst, wenn er dort ist.

6. November 2017

Feuer und Wasser

Obgleich die Marke Electra heißt, ist dieses Fahrrad kein elektrisches. Pedelecs gibt es allerdings von dieser Marke auch. 

Dieses Modell nennt sich Townie, und soll ein Stadtrad sein, mit dem Farmer zum Markt fahren, zwischendurch einen Kaffee trinken und durch die Nachbarschaft rollen. Die aufrechte Position verschafft laut Hersteller-Rhetorik einen besseren Überblick über die Welt und die Möglichkeit, den Fuß, wann immer man will, auf den Boden zu setzen.

Jedenfalls ein individuelles Fahrrad, das von seiner Besitzerin zudem noch liebevoll ausgestattet und personalisiert wurde, rote Klingel, Lenkerkorb mit Blümchen. Es stand in einem Ständer oben an der Blumenstraße.

Dahinter steht ein gelbgoldenes Fahrrad, auf dessen Rahmen "Ozean" steht. Sieht alt aus. Dazu habe ich nichts im Internet gefunden, habe aber auch nicht tagelang recherchiert. Jemand von euch kann hier sicher weiterhelfen.

4. November 2017

Radfahrer schützen sich gegenseitig

Je mehr Fahrräder auf der Straße unterwegs sind, desto weniger Radfahrende werden in Unfälle verwickelt und dabei verletzt oder getötet. 

Das weiß man eigentlich schon lange. Aber es wird auch von einer Studie aus den USA belegt,  über die das enorm-Magazin berichtet. Eine hohe Zahl von Radfahrenden macht die Straßen sicherer für Radfahrer, weil Autofahrer generell ihr Tempo drosseln müssen und lernen, mit Radfahrern zu rechnen. Um die Zahl der Radfahrer zu erhöhen, das hat die Studie auch wieder einmal festgestellt, braucht es Radwege, auf denen sich Radler sicher fühlen. Ein größeres Radwegenetz sorgt für mehr Radfahrten. Die steigen teilweise sogar außerordentlich. So hat Portland dem Bericht zufolge gut 50 Prozent mehr mehr Radwege geschaffen, damit aber die Zahl der Radfahrten um 400 Prozent gesteigert.

2. November 2017

Hoffnung auf den direkten Weg - Cannstatt

Blogleser Rolf hat sich Gedanken gemacht, wie man die Radfahrer vom Wilhelms-Platz in Cannstatt zum Radweg König-Karls-Brücke bekommt.

Seine Idee: Man führt den Radweg nicht am rechten, sondern am linken Autofahrbahnrand entlang. Das erleichtert den Radfahrenden das Links-Abbiegen Richtung Radweg König-Karls-Brücke. Und sie stören dabei auch den Geradeausverkehr Richtung Tunnel nicht.

Ich selber wünsche mir hier übrigens eine direkte Linksabbiegespur vom Radweg auf der Brücke aus Richtung Schönestraße. Denn die würde ich gerne entlang radeln, statt mich auf dem Neckardamm durchzuhoppeln. Derzeit kommt man da aber nur hin, wenn man ein halbes Dutzend Ampeln überquert, an denen man insgesamt sicher fünf Minuten steht.

1. November 2017

Mit dem Rad kann man ...

... viel mehr transportieren, als man immer so denkt.

Für den Transport kleiner Hunde beispielsweise gibt es Körbe mit Deckel, damit er nicht rausspringt.  Kindersitze gibt es natürlich sowieso, hinten und vorne vor dem Lenker oder zwischen Lenker und Fahrer. Anhänger für größere Lasten gibt es auch, sogar Lastenfahrräder. Aber so manche Kleinigkeit oder mancher Einkauf, manches Kind oder manches Fahrrad wird dann doch auch mal schnell anders transportiert.

Polizei weggucken, wir nur schmunzeln, nicht nachmachen!

31. Oktober 2017

Feinstaub ist für Autofahrer selbst am gefährlichsten

 Mooswand, Cannstatter Str 
Wer regelmäßig mit dem Auto pendelt, womöglich über die Autobahn, setzt sich einer sehr hohen Dosis von Feinstaub aus. Sie ist viel höher als die Dosis für Anwohner an viel befahrenen Straßen. 

Das hat der Verkehrswissenschaftler Marc Lücke für die Sendung nano herausgefunden. Er hat die Feinstaubwerte im Auto gemessen. Unterstützen wollte niemand seine Forschung, also haben er und sein Institut sie selbst finanziert. Was herauskam hat ihn als Auto-Pendler selbst sehr erschreckt: In der Kabine sammelt sich mehr Feinstaub als irgendwo sonst. Autofahrer setzen vor allem sich selbst einem hohen Risiko aus. In ihrem eigenen Interesse täten sie gut daran, das Auto vor allem an Tagen mit Feinstaubalarm wirklich nicht zu benutzen.

30. Oktober 2017

Wie erklär ich's dem Politiker?

 Karlsruhe
Radfahren ist gefährlich, Radler halten sich an keine Regeln, da fährt doch niemand Fahrrad, also bauen wir keinen Radweg, Tempo 30 geht nicht, weil es den Verkehrsfluss bremst ... 

Auf diese und weitere Vorurteile antwortet eine Handreichung für Fahrradbauftragte und alle, die sich für den Radverkehr einsetzen. Sie ist im Oktober erschienen. Hier ein paar Punkte:

Radfahren ist gefährlich? Eher nicht. Zwischen 1990 und 95 kamen zwischen 68 und 105 Radler ums Leben, 2010 bis 2015 waren es 42 bis 53 Radfahrende, und das, obgleich mehr Menschen Rad fahren. Kinder und Jugendliche radeln heute sicherer als früher. 1990 verunglückten 16.628 Kinder mit ihren Rädern (107 tödlich), 2015 waren es 9.065 (17 tödlich). Das Risiko tödlich zu verunglücken ist generell beim Radfahren im Vergleich zu anderen riskanten Tätigkeiten eher gering. Zum Beispiel ertrinken jährlich rund 310 Menschen, was in etwa der Zahl der getöteten Radfahrer entspricht, nur dass man sehr viel seltener (nur im Sommer bei schönem Wetter) schwimmen geht als man aufs Fahrrad steigt. Hinzu kommt die gesundheitsförderne Wirkung des Radfahrens. Es verlängert das Leben.

29. Oktober 2017

Was ist wirklich geplant auf der Neuen Weinsteige

Die Stuttgarter Zeitung macht Radfahrern Hoffnung auf einen Radweg die Neue Weinsteige hinauf. Das ist so allerdings nicht geplant. 

Es wird aber im Zuge der dringend nötigen Erneuerung der Stützmauern einen besseren Gehweg geben, der dann für Radfahrer freigegeben ist. Womöglich ist der Autorin des Artikels auch nur der Unterschied zwischen Radweg, Radspur und freigegebenem Gehweg nicht so klar. Für einen Radweg reichen die Standards nicht.

Das hat den Vorteil, dass Radler weiterhin auf der Fahrbahn die Weinsteige hochfahren können, wenn sie das wollen. Für einen Rad-/Gehweg ist nicht genug Platz. Oder man müsste, wie dies an einigen Stellen allerdings geplant ist, überall die Hangbrücke weiter hinauskragen und auf neue Stützpfeiler stellen. Kann man - wird man - machen, wenn sich herausstellt, dass der Panoramaweg entlang der Neuen Weinsteige von Radfahrern wirklich benutzt wird von Pendlern, die in Degerloch wohnen und von Touristen, die per guided-Tour zum Fernsehturm radeln und das wunderbare Panorama genießen wollen. Die Steigung ist mäßig und für Normalräder geeignet. Auf Pedelecs ist sie kaum spürbar.

28. Oktober 2017

Das prominenteste Dixiklo Stuttgarts


Seit Donnerstag steht dieses Dixiklo auf dem Radstreifen in der Kolbstraße. Ich habe das Foto auf meine Facebookseite gestellt. Inzwischen dürfte es es das prominenteste Dixklo Stuttgarts geworden ein. 

Auf Twitter wurde es munter retweetet und geliked, auf Facebook gab es noch mehr Likes und Gelächter-Emojis. Das Dixiklo wird zum Symbol für die Haltung Stuttgarts zu ihren Radfahrern. "Die Situation für Radfahrer in Deutschland ist weiterhin als voll Scheiß zu  betiteln", heißt es zum Beispiel.

Die meisten Kommentare sind Wortspiele von der Art wie  "Was soll's? Radweg? Scheiß doch drauf!" und "So ne Scheiße". Facebook-Kommentator Thomas hätte das Foto gern als sein Profilbild akquiriert (er mag Radler nicht so). Manche feiern das Drive-in-Klo an einer Ampel, wo man eh lange warten muss.

26. Oktober 2017

An diesen Ampeln dürfen Radler bei Rot fahren

Sie müssen sogar. Es ist ein Gesetzespanne, die eine gefährliche Sicherheitslücke lässt. Seit Anfang des Jahres gelten Fußgängerampeln nicht mehr für Radfahrer.

Aber auf vielen Radrouten sind die Fußgänger in den Streuscheiben nicht durch die Kombi mit dem Radsymbol ersetzt worden. Das bedeutet: An diesen Ampeln müssen Radfahrer nicht halten und warten. Sie dürfen fahren. Sie müssen sogar, denn die gesetzliche Regelung lautet, dass sie fahren müssen, wenn der parallele Autoverkehr Grün bekommt. Denn, ist keine Radampel vorhanden (kein Radzeichen in der Streuscheibe), dann gelten die Lichtzeichenanlagen für den Autoverkehr.

Das ist etwa an der Radlerquerung (hier sind extra Radspuren angelegt) Rotebühlplatz vom Treffpunkt Richtung Tagblatturm der Fall. Und es ist zugleich ziemlich gefährlich für Radfahrende.

25. Oktober 2017

Voten für Radfahren in Stuttgart

Das Portal Fahrrad.de veranstaltet zum dritten Mal die Wahl der beliebtesten Fahrrad-Blogs

Partner ist dieses Jahr bikemap.

Radfahren in Stuttgart findet man unter der Kategorie "Stadtrad und Fahrradpolitik."

Falls jemand meinem Blog eine Stimme geben will, muss er oder sie das Menü aufmachen und "dasfahrradblog.blogspot" anklicken. Damit sicher ist, dass das Blog auch bekannt ist, werdet ihr nach dem Post gefragt, der euch am besten gefallen hat, also nach irgendeinem Post, dessen URL ihr ins Menü reinkopieren müsst.

Übrigens, ich habe noch nie gewonnen. 😊

24. Oktober 2017

Rasende Radler fressen kleine Kinder

Als Alliteration und Assonanz ist der "rasende Radfahrer" so schön, dass im gestrigen Artikel der Stuttgarter Zeitung kein anderer Radfahrer mehr vorkommt als der rasende. 

Er rast den Ferdinand-Leitner-Steg hinunter und pflügt durch die Schüler. Die überleben nur, weil Schülerlotsen aufpassen. So klingt das in dem Artikel "Lotsen gegen rasende Fahrradfahrer". Von "heranbrausender Gefahr" ist da die Rede. Es wird behauptet, dass Radfahrer nicht an die  "Unterstufler denken", wenn sie den Steg hinunter rollen. Dass sie die Kinder sehen, scheint sich die Autorin nicht vorstellen zu können. Die Zeitung schreibt anlasslos über eine Situation, die seit September 2015 besteht, weil das Königin-Katharina-Stift wegen der Baustelle den Schulhof jenseits des Hauptwegs im Schlossgarten hat. Ich habe damals schon darüber geschrieben, weil das Ordnungsamt befürchtete, dass Radfahrende die Kinder nicht sehen.

22. Oktober 2017

Querungsinsel für Radler in Möhringen

Das ist neu in Möhringen beim Freibad. Hier kommen Radfahrend von den Feldwegen zwischen Fasanenhof und Möhringen, aber auch aus Leinfelden an.

Wenn sie Richtung Möhringen Zentrum, Stuttgart Innenstadt, weiter wollen, dann müssen sie hier geradeaus auf die Fahrbahn. Bisher hat man den Verkehr auf der Lohäcker Straße abgewartet und ist dann weitergeradelt. Jetzt erleichtert eine Hüpfinsel das Überqueren der Straße. Man kann erst die eine, dann die andere Fahrbahn überqueren. 

20. Oktober 2017

Alle ärgern sich über den Radverkehr

Was gut ist, braucht man nicht zu ändern, was schlecht ist, sollte man ändern. Es gibt eine Sache in Stuttgart, die finden durchweg alle schlecht: Das ist der Radverkehr. 

Autofahrer finden ihn schlecht, weil er teils auf der Fahrbahn stattfindet und Platz beansprucht. Fußgänger finden ihn schlecht, weil Räder oft auf Gehwegen fahren müssen und Radler auch verbotener weise auf Gehwegen fahren, da sie sich auf die Fahrbahn nicht trauen. Und Radfahrer finden ihn schlecht, weil sie sich hin und her geschoben sehen zwischen Autostraße und Gehweg und weil ihre Hauptradrouten an vielen Stellen durch Hindernisse bis hin zu völligen Blockaden unterbrochen werden.

Wenn alle etwas schlecht finden - wenn auch aus unterschiedlichen Gründen - dann muss man daran schleunigst etwas ändern. Eine Option ist dabei von vorn herein ausgeschlossen: Man kann nicht den Radverkehr abschaffen. Die Räder sind da und sie werden nicht mehr weniger, sondern immer mehr.

18. Oktober 2017

ADAC empfiehlt Pendlern das Radfahren

 Critical Mass: So viele Menschen passen auf eine Straße,
wenn sie auf Fahrrädern sitzen. 
Die Feinstaub-Saison hat begonnen. Wieder werden Autofahrende gebeten, das Auto stehen zu lassen und ein anderes Verkehrsmittel zu nehmen. 

Die Stadt denkt dabei eher an öffentliche Verkehrsmittel, wir Radfahrenden denken natürlich ans Fahrrad. Dass wir so wenig wie möglich Auto fahren, ist wichtig für alle, die im Kessel wohnen. Feinstaub und Stickoxide sind wirklich ungesund vor allem für unsere Kinder und für Ältere. Wer viel Rad fährt, ist übrigens besser gewappnet gegen den Angriff der Luftgifte als Autofahrende und Fußgänger.

16. Oktober 2017

Es gibt viele Wege

Seltsam, wenn es um die Planung für Radwege oder Radstreifen geht, höre ich immer wieder: "Aber wer noch XY will, fährt doch eher die Strecke AB." So als ob es nur eine Sorte Radfahrende gäbe, die nur einen Weg nehmen.

Als ob es nicht tausend verschiedene Radler mit zweitausend verschiedenen Zielen und Streckenentscheidungen gäbe.

Autofahrern stellt man in dieser Stadt viele Straßen zur Verfügung, die sie nehmen können, um an ein bestimmtes Ziel zu kommen, aber Radler sollen immer nur einen einzigen Radweg angeboten bekommen? Allen Radlern soll eine Strecke durch den Wald besser gefallen als Radstreifen entlang einer Hauptstraße? Alle Radler sollen eine Nebenstraße mit Steilstück bevorzugen?

14. Oktober 2017

Dass Radfahrer bei Rot halten müssen, ist Quatsch

Ungefähr so betitelt die Süddeutsche ihren Artikel über rote Ampeln und Radfahren. Der Artikel ist schön geschrieben und führt das auf, worüber auch ich schon oft geschrieben habe. 

Wir erinnern uns: Ampeln sind nur für den Autoverkehr sinnvoll. Sie sind auch nur für ihn gedacht. Ampeln dienen dazu, den Autoverkehr kurz anzuhalten, damit Fußgänger auch mal queren können. Und sie sind dafür da, ein hohes Autoverkehrsaufkommen zu bändigen und dafür zu sorgen, dass auch Autos aus Seitenstraßen fahren können oder dass es auf großen Kreuzungen kein Kuddelmuddel gibt.

Für den Radverkehr taugen diese Ampeln nicht. Radampeln übrigens auch nicht, denn sie zwingen Radfahrer oft, noch viel länger zu stehen als Autofahrer an ihren Ampeln. Und das, obgleich vom Radfahrer kaum Gefahr ausgeht für andere Verkehrsteilnehmer.

Last-Eselin

Und das hier sieht aus wie ein ehemaliges Postfahrrad. 

Es ist von seiner Besitzerin (ich bin fast sicher, es ist eine Frau) liebevoll für Einkaufsfahrten ausgerüstet. Regendichter Kasten hinten, vorne ein Korb, den man auf den Markt mitnehmen kann. Es hat einen stabilen Ständer.

Abgestellt wurde es während eines Markttags in Wangen im Allgäu.


12. Oktober 2017

Park-Rowdys - Liststraße

Ich verstehe die Parknot im Stuttgarter Süden. Zu viele Einwohner haben zu viele Autos, die nachts irgendwo hin müssen: auf Gehwege und auf Radstreifen. 

Andererseits: Gehwege und Radstreifen sind nicht für Autos da. Wenn sie von Autos besetzt sind, müssen Fußgänger und Radfahrer auf der Fahrbahn drum herum.

Das kann an dieser Stelle gefährlich werden. Hier hat die Stadt die Einbahnstraße Liststraße  für Radler in Gegenrichtung freigegeben und einen Radstreifen auf die Fahrbahn gemalt. Die Linie ist durchgezogen, also darf kein Autoreifen sie überfahren. Platz zum Fahren ist genug. Nicht einmal die Parkplätze am Straßenrand mussten weggenommen werden.

10. Oktober 2017

Winnie, die Goldene

Die alten Räder stehen in Stuttgart oft offen oder minimal gesichert an Abstellanlagen herum. Klaut eh niemand. 

Obwohl sie schön sind. Das hier dürfte ein Staiger-Damenrad sein. In Kleinanzeigen wird es als Commodore Staiger Damenrad angeboten. Dieses Exemplar hat eine Gangschaltung, die in den Lenkergriff integriert ist und eine anständige moderne Beleuchtung. Es stand am Schlossplatz, als ich es sah.

Winora-Staiger gibt es seit 1914 in Deutschland. Staiger-Fahrräder gibt es bis heute, in zwischen natürlich auch als Pedelecs.

Kann es sein, dass Gold eine Modefarbe in den Siebzigern war?

8. Oktober 2017

Alles zugeparkt - Rad- und Gehweg Holzstraße

 Foto: Blogleserin Beate 
In der Holzstraße sieht es wieder so aus wie vor dem Umbau. Autos parken bis in den Radweg hinein. 

Wo keine Poller stehen, stellen sich Autos hin. Schilder nützen nichts. Viel zu viele Autofahrer denken gar nicht daran, Radlern auf ihrem ohnehin zu schmalen Weg auf der Hauptradroute 1 Platz zu lassen. Es wird munter überall geparkt. Radfahrende und zu Fuß Gehende sehen sich von Autos umzingelt. Vor allem Auswärtige fahren gar nicht erst in die Dorotheen-Garage hinein, sie fahren den Bordstein hoch und stellen sich auf die geplättelte Fläche, so als sei jegliche freie Fläche in Stuttgart ein Parkplatz.

6. Oktober 2017

Der Radfahr-Skandal

Verteufeln geht immer. So wird aus Gut ein "eigentlich schlecht". Der Radler wird in die Ecke gestellt, mit dem Gesicht zur Wand oder besser zur roten Ampel. 

Damit punktet gerade der Deutschlandfunk in seiner reißerischen Ankündigung einer Sendung, die vermutlich differenzierter läuft. "Anarchisten in Funktionskleidung", "rücksichtslose Mountainbiker auf Gehwegen" und so weiter. Die These: Radler halten sich an gar Regeln, weil sie sich für die Guten halten im gesellschaftlichen Streit über Autoabgase, Straßenlärm und Gesundheit. Wer gut ist, macht anderen ein schlechtes Gewissen, so scheint es, und das löst Zorn aus.

4. Oktober 2017

Ich würde ja gerne mit dem Rad fahren, aber ...

Eine große Mehrheit der Deutschen will nicht mehr so stark auf das Auto angewiesen sein. 

Das ist eines der Ergebnisse der Umweltbewusstseinsstudie, einer repräsentativen Umfrage des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes.

Demnach sagen 91 Prozent der Befragten, dass das Leben besser werde, wenn man nicht mehr aufs Auto angewiesen ist. 79 Prozent wünschen sich für die eigene Stadt eine Stadtentwicklung, die die Alternativen zum Auto stärkt. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks stellt fest, ohne gute Alternativen verzichte aber niemand auf sein Auto. Es brauche einen leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr und gute und sichere Radwege. Die Süddeutsche Zeitung bezeichnet uns Deutsche als Umweltheuchler.

2. Oktober 2017

Der tote Winkel

ADFC Toter Winkel
Wenn ein Lastwagen rechts abbiegt, liegt ein Radfahrer tot unter seinen Rädern. Diese Unfälle sind viel zu häufig. Und sie verlaufen für Radfahrer meist schwer bis tödlich. Im besten Fall verliert man nur ein Bein  wenn der Reifen des LkW darüber rollt. 

Autos haben tote Winkel, oftmals abgefangen durch gekrümmte Spiegel. Der Bereich, in dem ein Lkw-Fahrer überhaupt nichts sieht, ist viel größer. Der ADFC hat das auf dieser Bild dargestellt. Radler, die auf Radstreifen direkt neben einen solchen Laster fahren, müssen wissen, dass der Fahrer sie nicht sieht, wenn sie neben ihm oder auf Höhe des Fahrerhäuses oder sogar kurz vor dem Fahrerhaus sind. Allerdings sollte auch ein Lastwagenfahrer wissen, dass er Radfahrer nicht sehen kann und beim Abbiegen extrem langsam und umsichtig fahren.

30. September 2017

Es ist nur ein verführerisches Angebot

Es muss ja nicht jeder und jede Rad fahren. Aber wer es will, sollte es tun können. Das ist der Sinn einer Radförderung. 

Oft höre ich: "Ich würde ja, aber in Stuttgart kann man nicht mit dem Rad fahren." Das sagen Menschen, die ihre Wege hauptsächlich mit dem Auto zurücklegen oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Und die demzufolge immer auch etliche Strecken zu Fuß gehen.

Sie sehen zwar Radfahrende (und ärgern sich über sie, wenn sie auf Gehwegen unterwegs sind), sehen aber keine Radstreifen oder Radwege vom Auto oder der Stadtbahn aus, die ihnen zeigen würden: Ah, da kann ich ja auch radeln. Viele Radfahrende sind auf Nebenstraßen unterwegs und für die Autofahrenden im Stau unsichtbar. So entsteht der Eindruck, in Stuttgart könne man nicht radeln, und wenn doch, dann sei das lebensgefährlich. Beides stimmt nicht.

29. September 2017

Scotty, der gelbe Blitz

Das ist ein Fahrrad des von Scott. Genauer, es ist ein Scott E-SUB Tour unisex.

Scott Sports ist ein Schweizer Sportartikel-Hersteller mit US-Wurzeln, bekannt für das erste vollgefederte Montainbike. Dieses E-Rad hat eine Bosch-Technik und ist gar nicht mal so teuer, dafür dass es so extravagant aussieht. Gelb ist vermutlich nicht die übliche Farbe, aber mir gefällt das.

Es stand auf der Königstraße beim Wittwer.

27. September 2017

Radfahren macht Spaß - Spaß macht glücklich - glücklich hält gesund

Eine britische Langzeitstudie hat ergeben, dass Menschen, die mit dem Fahrrad zur Arbeit pendeln, ihr Krebsrisiko um 45 Prozent senken. Außerdem reduziert sich ihr Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu leiden, um 46 Prozent

Das ist schon ein sehr großer Effekt. Bei der Studie wurden die üblichen Rikiskofaktoren wie Rauchen rausgerechnet. An ihr waren über fünf Jahre lang 260.000 Menschen beteiligt. Dabei zeigte sich auch, dass zu Fuß gehen nicht annähernd den Effekt hat wie täglich Rad zu fahren. 

Meine Generation hatte ja noch das Glück, dass wir auf der Straße spielen, herumrennen und mit dem Fahrrad in die Schule fahren konnten. Als ich Kind war, parkten in der Bruckenäcker so gut wie keine Autos. Wir konnten dort stundenlang Ball spielen.

26. September 2017

Das Eckige und das Runde

Treppen am Eingang zum Radladen? Äh ... 

Wenn man für Dinge mit Rädern etwas nicht brauchen kann, dann Treppen. Aber ebenerdige Läden sind selten in Stuttgart. Rennräder sind ja schnell gelupft, aber Pedelecs ...? Da dotzen die Hinterräder die Treppen runter, dass die Ritzel spritzen. Immerhin weiß man gleich, was nachgezogen werden muss. Und was das Rad wiegt. Bei Pedelecs wird man sofort desillusioniert: Nein, dass kannst du nicht die Treppe runter in den Keller tragen.

25. September 2017

Immer wieder dasselbe

Jedes Jahr zwei Mal wird fürs Frühlingsfest und den Cannstatter Wasen eine der wichtigsten Radrouten blockiert und Radler zum Absteigen aufgefordert. 

Wie wichtig diese Route ist, sieht man an den Wegweisern zu vier verschiednen Zielen.

Drei Wochen lang winkeln sich täglich rund 2.000 Radler durch die Sperren. Eine andere Lösung hat man offenbar auch diesmal wieder nicht gefunden. Wobei ich auch diesmal wieder anmerke, dass "Radfahrer absteigen" kein Schild der StVO ist, also nicht befolgt werden muss. Klar ist, dass wir sowieso langsam tun, wenn Fußgänger vor uns auf dem Weg sind.

24. September 2017

Copenhagenize Stuttgart

  Quelle: Wikipedia Albertyanks 
Auf einem 2,5 Meter breiten Radweg können 5.900 Menschen pro Stunde fahren, auf einer Straße nur 1.300. 

Wer viele Menschen bewegen muss und nich viel Platz hat, setzt aufs Fahrrad, nicht aufs Auto.

Kopenhagen hat rund 800.000 Einwohner, die Region 1,3 Millionen. In die Innenstadt fährt man mit dem Fahrrad. Und man sieht da nicht hauptsächliche Männer mittleren Alters mit Warnwesten, sondern Frauen im Business-Dress, Eltern mit Kindern, Herren im Anzug, eben alle von 8 bis 80.

"Radfahren wie eine Königin" betitelt Eva Wolfnagel ihren Artikel in Spektrum.de über Kopenhagen und die dänische Radpolitik. In Kopenhagen hat man vor mehr als dreißig Jahren erkannt, dass Städte nicht autogerecht gestaltet werden können, ohne die Menschen (und die Einkaufskundschaft) zu vertreiben.

22. September 2017

Welche Partei versteht am meisten vom Fahrradfahren?


Für Wahlen gibt es viele Kriterien. Wir Radfahrenden haben aber sicher meist auch noch die Frage, wer eigentlich am meisten für den Radverkehr tun möchte. 

Zwar werden Wege für Radfahrende von den Städten geplant und gebaut, aber wir alle haben hier auch schon hin und wieder festgestellt, dass für Manches der Bund zuständig ist: Zum Beispiel dafür, welche Verkehrsart wie viele Fördergelder bekommt, oder für eine Änderung der Straßenverkehrsordnung, etwa damit die unselige Benutzungspflicht für Radwege mit blauen Schildern abgeschafft wird oder damit für Radfahrer der Grüne Pfeil eingeführt wird, der uns u.U. das Weiterfahren bei Auto-Rot erlaubt. Auch könnten wir dringend für alle Länder und Städte bindende neue Standards für Radwege und Radrouten brauchen: breiter, sicherer und bequemer. Dann müssten nicht in Deutschland derzeit immer einzelne Städte Radentscheide anstreben, um ihren jeweiligen Stadtpolitiker/innen klar zu machen, dass es Zeit ist für eine groß angelegte Radförderung.

Das Portal Fahrrad.de hat eine Grafik zur Haltung der wichtigsten Bundestagsparteien zum Radverkehr zusammengestellt, die ich hier veröffentliche, obgleich sie überhaupt nicht überraschend ist. Ich habe allerdings auch die Reihenfolge der Liste verändert.

20. September 2017

Das Zwei-Richtungs-Paradoxon

Es gibt Radel-Verbote durch Fußgängerbereiche, die nur für eine Richtung gelten. Dahinter erkenne ich übrigens kein System, sondern Gedankenlosigkeit. 

Am Riedsee in Möhringen gibt es einen Weg, der für Radfahrende gesperrt ist. Aber nur, wenn man vom Parkplatz am Restaurant kommt und Richtung Degerloch will. Er führt über eine Brücke, die abgepollert ist, weil sie  unter einem Auto zusammenbrechen würde. Die Sperrung für Radler (reiner Fußweg) leuchtet sogar ein, weil man an einem Spielplatz vorbeiradeln würde. Kommt man aber von der anderen Seite über den Feldweg, dann ist der Weg für Radler nicht gesperrt. Das Fußgängerschild fehlt.

18. September 2017

Keine Parkplätze in Fahrradstraßen, fordert die UDV


Nach einer Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) ist jeder 14. Unfall zwischen Auto und Fahrrad einer, bei dem ein Radler in eine plötzlich aufgestoßene Autotür kracht. 

Diese Unfälle verlaufen auch durchaus häufiger schwer als andere. Sie enden oft mit Beinverletzungen und Kopfverletzungen. Und sie geschehen überall, wo Radler zu dicht an geparkten Autos entlang radeln, entweder freiwillig oder weil sie sich vom Autoverkehr an die Seite gedrängt fühlen, oder aber, weil Radweg oder Radstreifen dicht an geparkten Fahrzeugen entlangführen.

16. September 2017

Boris, das Klapprad

Klapprad geht auch als Alltagsfahrrad. Dieses hier wird von einem großen Menschen gefahren. Brompton ist eine Klappfahrradmarke.

Die Räder sind nicht ganz billig. Jedes Fahrrad, so der Hersteller, wird in London in Handarbeit hergestellt und dabei an die Wünsche des Kunden angepasst.

Man sieht vorm Hinterrad die Rädchen, auf denen man das Fahrrad in zusammengeklappten Zustand wie einen Rollkoffer hinter sich herziehen kann. Die Kette liegt in zusammengefaltem Zustand innen zwischen den Rädern. Dieses Fahrrad ist schon länger in Gebrauch. Es hat einen Beutel anstelle des Gepäckträgers. Es stand am Neckardamm in der Abstellanlage des Stuttgart Cannstatter Ruderclubs. Sein Besitzer rudert.

14. September 2017

Ein Fahrradführerschein würde nichts bringen

Den Führerschein für Radfahrer würdet ihr Autofahrer nicht bestehen. Die Regeln, die für uns gelten, sind viel zu kompliziert.  

Warum müssen Autofahrer Führerscheine machen, Radfahrer aber nicht? Ungerecht? Nein. Führer von Kraftfahrzeugen müssen deshalb eine Prüfung machen, weil sie ein ziemlich schweres und energiereiches Gerät führen, mit dem sie spielend leicht Menschen töten können,  ohne selbst eine Verletzung zu erleiden. Ihnen muss die ungeheure Verantwortung klar sein, die es bedeutet, mehrere Tonnen mit der Potenz zu 200 km/h durch Wohnviertel, an Schulen vorbei oder entlang von Radstreifen zu steuern.

13. September 2017

Vorsicht bei Nässe in der Leuzekurve!

Die neue Kurve am Leuze zur König-Karlsbrücke ist ja wirklich schön. Allerdings nicht für Rechtsabbieger Richtung Berg runterzu. 

In der winzigen Senke vor dem Schildermast sammelt sich Nässe und Dreck, wenn es regnet. Und dann steht da ja auch noch das Schild.

Das steht  an der Grenze des Zweirichtungsradwegs zum Fußgängerweg. Radler dürfen ihre Radwege nicht verlassen, das ist klar. Sie dürften also mit dem Schild nicht kollidieren. Außerdem müssen Radler auf diesem Zweirichtungsradweg natürlich auch rechts fahren. Andererseits ist das eine bergab-Kurve, die sich zugleich nach außen hin absenkt.

12. September 2017

Pegasus, das geflügelte Fahrrad

Zur Abwechslung mal wieder ein Normalrad, ein Pegasus. 

Genauer, es ist ein Pegasus Avanti-Sport 21 Cross für Damen in Weiß, und ich würde sagen, es ist ziemlich neu, wie es hier steht. Nicht teuer, aber schick gemacht. Der gehörte Lenker gehört zur Grundausstattung. Es hat 21 Gänge.

Pegasus ist in der griechischen Mythologie ein geflügeltes Pferd. Pegasus Bikes ist eine Marke der ZEG, der Zweirad-Einkaufsgenossenschaft mit Sitz in Köln.

Dieses Fahrrad war in der Königsstraße angebunden, wo man seine Räder ja fast besser an den Ringen um die Platanen abstellen kann als in den Fahrradbügeln.

10. September 2017

Die unsichtbare Gewalt des Autoverkehrs

"Motorisierte Gewalt", so überschreibt Martin Herrndorf seinen Artikel in Fahrradzukunft.de. "Das Auto dominiert die Städte (und Landstraßen), warum lassen wir das zu?," fragt er und benennt mit ungewohnten Worten, die Realität, die wir erleben. 

Ein Auto kann töten. Beim Rechtsabbiegen übersieht der Autofahrer den Radfahrer. Warum? Weil er ihn nicht sehen will, nicht sehen muss, denn für sein "Übersehen" wird er kaum bestraft, auch dann nicht, wenn der Radler oder die Radlerin tot auf der Straße liegt. Ein Autofahrer hupt hinter mir, dann überholt er knapp, zieht das Auto auf meine Seite. Warum? Will er mir zeigen, dass ich nur durch seine Gnade noch lebe, er aber anders könnte, wenn er wollte? Autos fahren mit den rechten Reifen auf meinem Schutzstreifen, obgleich links für sie genug Platz ist (etwa auf der Neckarstraße). Warum? Was verbirgt sich für ein Gefühl dahinter, das dazu führt, dass mein Fahrraum beschnitten wird, dass ich mich ein bisschen fürchte, dass ich den Impuls fühle, auf den schützenden Gehweg auszuweichen?

8. September 2017

Das möchten wir auch haben

 W. Hermann, Foto von seiner FB.Seite 
Friedrichshafen weiht morgen das erste Teilstück eines Radschnellwegs ein. Er heißt Veloring, weil er halbkreisförmig um die Stadt führt. 

Der Abschnitt ist 1,7 km lang. Der Veloring soll einmal sieben Kilometer lang sein. 8,5 Millionen gibt Friedrichshafen in den kommenden Jahren dafür aus.

In Friedrichshafen wird gern Rad gefahren. Und im Sommer quellen Touristenwolken von Radfahrenden, die am Bodenseeufer entlang radeln. Für Radpendler braucht es dort mit Sicherheit einen Schnellweg, damit sie durchkommen. Das Foto zeigt Landesverkehrsminister Hermann beim Proberadeln. Das Land fördert Radschnellwege massiv. (Wir werden unseren ersten im kommenden Jahr zwischen Rohr und Böblingen haben.)
Für Stuttgart kann ich mir auch sehr gut einen Veloring vorstellen.

6. September 2017

Nebeneinander ist besser als hintereinander

Zwei Menschen dürfen nicht nebeneinander auf ihren Fahrrädern sitzen und sich unterhalten. 

Das gilt als Behinderung des Verkehrs. Nebeneinander sitzen ist aber erlaubt, sobald sich zwei Menschen in einem Auto befinden.

In einem Auto ist es sogar erlaubt, einen leeren Sitzplatz neben sich mitzuführen. Diese Aussage von Wolfgang Rauh veröffentlichte die Seite "Fahrrad Wien".

Sogar drei leere Sitzplätze darf ein Mensch mit sich führen, der in einem Auto sitzt.