22. August 2017

Doofe gibt es überall

"Machen wir uns nix vor: Es sind nicht die Radfahrer, nicht die Autofahrer und auch nicht die Fußgänger – es sind die Doofen, die nerven", schreibt Setzer in Kessel-TV. Stimmt eigentlich. 

Wir streiten uns hier - mehr noch auf Facebook - ständig, wer schlimmer ist im Missachten der Regeln, wer böser ist, und wer mehr nervt, Radler oder Autofahrer. Die meisten Radfahrenden die meisten Autofahrer/innen und die meisten Fußgänger/innen verhalten sich jedoch vernünftig, rücksichtsvoll, vorausschauend und freundlich und beachten die Verkehrsregeln. Ich erlebe mehr Autofahrende, die in angemessenem Abstand hinter mir bleiben, wenn ich auf einer Fahrbahn radle, und erst überholen, wenn Platz ist. Aber ich merke mir den einen Autofahrer, der mich spiegelstreifend knapp überholt, dann nach rechts zieht und mich auch noch ausbremst, um mich zu bestrafen. Ein Depp! Und solche Deppen bestimmen dann meine Gefühle. 

21. August 2017

Abkürzungen haben fast immer zwei Spuren

Wie viel Umweg nehmen Leute in Kauf, die mit Muskelkraft unterwegs sind - Fußgänger und Radfahrer?

Dafür gibt es sogar eine Formel, die der Physiker Dirk Helbig beim Blick von seinem Fenster auf den Stuttgarter Uni-Campus entwickelt hat. Allerdings für Fußgänger und ihre Trampelpfade.

Er hat sich nämlich gewundert, dass Menschen selbst kleine Ecken um wenige Meter abkürzen. Seine Formal lautet: Menschen sind bereit, bis 25 Prozent Umweg in Kauf zu nehmen. Ist der Umweg sichtlich länger, kürzen sie ab, egal wir kur der Umweg eigentlich ist. Radfahrer kürzen auch gern ab. Die meisten Abkürzungen sieht man nicht, denn sie geschehen über Gehwegecken oder Gehwege oder einen linksseitigen Radweg/Radspur als Geisterradler.

20. August 2017

Radkultur in die Stadt

Am kommenden Donnerstag, den 24. August, reden wir mal darüber. Ich nehme meine andere Rolle an und höre mir an, was ihr schon immer mal der Stadträtin sagen wolltet. 

Ich hoffe nicht nur auf Kritik, die man ja in Stuttgart leicht an der Radinfrastruktur üben kann, sondern auch auf die  Diskussionen, die wir in diesem Blog in den Kommentarfeldern führen. Was wäre wo besser: Eine Fahrradstraße oder gar nichts, Radstreifen, ein Radweg? Wie müssten der Charlottenplatz organisiert werden, damit der raderlfreundlich ist? Wie schätzen wir die Hauptradroute 1 ein? Was brauchen wir zu allererst? Hier der Facebook-Link zur Veranstaltung.

19. August 2017

Der Felgenmotor zum Nachrüsten

 
 Quelle: Velospeeder Velogical 
Velogical bietet einen Felgenmotor  für Fahrräder an. Der Motor ist leicht und klein. Den Akku nimmt man in einer Stangentasche mit oder im Getränkehalter. 

Die Grundidee ist die, dass man leichte Rennräder oder Klappräder, etwa dass Bromton, mit dem Felgenantrieb nachrüstet. Dann bekommt man den typischen Pedelec-Rückenwind bergauf oder beim Radeln gegen den Wind. Der Motor ist mit 500 Gramm extrem leicht. Wenn man einen Akkus normaler Reichweite dazu nimmt, wiegt das Ganze 1,6 kg, was immer noch sehr leicht ist vergleichen mit üblichen Pedelec-Antriebssystemen.

18. August 2017

Radfahrer machen Autofahrer glücklich

Ich schreibe in regelmäßigen Abständen darüber, warum Autofahrer eigentlich Radfahrer lieben, hätscheln und belohnen müssten. Denn ohne sie erstickt die Stadt im Stau, Lärm und Feinstaub. 

Der Baseler Großrat und Verkehrsplaner Raphael Fuhrer, hat das in diesem Artikel in der Tageswoche auch noch einmal wunderschön und mit interessanten Zahlen ausgeführt. In der Schweiz - das habe ich von einer Delegation Züricher Stadträte, die im Juni in Stuttgart waren, erfahren - sind Radfahrende auch nicht wirklich geschätzt, obgleich die Schweiz keine Autoindustrie hat.

17. August 2017

Radbügel statt Polizei

Wenn man einen Gehweg vor Aufparkern schützen will, fallen dann auch mal Radabstellbügel für uns ab. 

So wie hier in der Epplestraße in Degerloch vor dem Metzger. Das ist schön, dass wir hier Fahrräder anbinden können. Dei Bügel stehen längs des Bordsteins, und zwar so, dass Autofahrer auch nicht mit einem halben Reifen hoch kommen.

Doch, es ist gut, dass wir mehr Radabstellanlagen bekommen. Zumal in einer Einkaufsstraße, die vor Parkplätzen nur so strotzt (übrigens alle mit Bäckertaste).

16. August 2017

Anton, der Unverwüstliche

Die Marke Anatom, auch Westdeutsches Luxus-Markenrad, kann man nur noch gebraucht kaufen. Oder man hat es noch. 

Viel habe ich darüber im Internet nicht gefunden. Offenbar wurde es in den Siebzigern hergestellt. Ich bin sicher, einige von euch wissen mehr über diese Radmarke.

Gesehen habe ich das Fahrrad in den Radständern an der Kronprinzenstraße beim Böhm. Auf den Stangen sieht man die Schriftzüge Anatom und Luxus-Klasse. Es scheint auch noch den ursprünglichen Sattel zu haben. Man sieht eine Dreigangschaltung. Und es hatte auch einst dieses lustige Hinterradspeichenschloss, dass man eigentlich nur aufbiegen musste, wenn man das Rad klauen wollte.

15. August 2017

Einar, das E-Einrad mit Handkurbel

Da stand ich dann doch eine Weile und habe gegrübelt. Ein Klappfahrrad? Mit Elektromotor! Aber mit nur einem einzigen Rad? Äh!

Und was soll das Rollstuhlzeichen am Gepäckträger ? Ach ja ... Genial! Es ist ein Hand-Bike für Rollstuhlfahrer mit elektrischer Unterstützung. Man verbindet es mit dem Rollstuhl und kann dann loslegen. Wie das geht, sieht man hier.

Ich habe dieses E-Handbike für Rollstuhlfahrer im Innenhof des Rathauses gesehen.

14. August 2017

Von der Schwierigkeit mit dem direkten Weg

So manche Quer- oder Längsverbindung durch Stuttgart ist für Radler nicht vorgesehen.  Dieser Radler nimmt den direkten Weg auf der Fahrbahn. 

Er kommt von der Wolframstraße her, ist unter dem Eisenbahntunnel durchgeradelt (vielleicht auf dem linksseitigen Radweg und dann über die Fußgängerampel auf die Fahrbahn, vielleicht durchgehend auf der Fahrbahn.) Er will zur Neckarstraße. Über die Radwege des Schlossgartens schafft er das nur über sehr lange Umwege. Vielleicht kennt er sich auch so gut gar nicht aus, dass er diese Wege finden würde.

Also ist er auf der Cannstatter Straße geblieben und fährt mit den Autos bei Grün über die Kreuzung in die Heilmannstraße.

13. August 2017

Die Angst radelt mit

Es gibt eingefleischte Fahrbahnradler, die über Radwege und Radstreifen fluchen, und es gibt Menschen, die gerne Rad fahren, aber um Gottes Willen nicht auf der Fahrbahn, sondern nur auf Radwegen. 

"Wenn Radfahrer die Fahrbahn nutzen möchten, obwohl es einen straßenbegleitenden Radweg gibt, ist dies ein sicheres Zeichen für einen schlechten Radweg", schreibt David Hembrow in einem Artikel, den das Bundesverkehrsministerium übersetzt auf seine Seite gestellt hat. Es geht um die Frage der Sicherheit - objektiv und subjektiv - die Menschen in den Niederlanden aufs Fahrrad gebracht hat. Radeln ohne Angst, das ist das Entscheidende. Und dazu brauchen wir wohl Frauen für die Fahrradpolitik, die mit ihren Kindern radeln wollen. 

12. August 2017

Radler hassen geht immer

Autofahrer hassen sie. Und Fußgänger erst recht. Radfahrer sind staatlich anerkannte Gutmenschen, behauptet ein Beitrag im Blog des Freitags

"Die Cyborgs übernehmen gerade die Evolution. Die Radfahrer. Mit dem allerhöchsten Segen der umweltpolitischen Korrektheit klingeln sie mich erbarmungslos vom Spazierweg ..." egal, ob man springen kann oder nicht. Fahrradförderung auf Kosten von Fußgängern, so der Tenor, ist nicht fair, den Spaziergängern gegenüber. Das denke ich mir auch manchmal, wenn ich durch den Schlossgarten radle. Die armen Fußgänger! Und dann denke ich: Aber welche Alternativstrecken haben wir Radler eigentlich?

Wo ist denn der echte Tallängs-Radweg? 

11. August 2017

Der Himmel am Boden

Wie Radwege beleuchten, die durch dunkle Ecken oder Wälder führen. Wir denken derzeit beim geplanten Schnellradweg über die Römerstraße über LED-Lichter nach, die nur bei Bewegung anspringen. Es geht aber auch anders. 

Man könnte aber auch solches Material nehmen, das das Tageslicht speichert und nachts für ein paar Stunden wieder abgibt. Der Radblogger Tobias Finger hat da mal recherchiert, was es alles gibt. Im Nordpolnischen Ort Lidzbark Warminksi können Radler hundert Meter über einen Weg fahren, der tagsüber türkis glänzt und bei Dunkelheit blau leuchtet.

10. August 2017

Was eine Bloggerin auch mal glücklich macht

Man kann nie vorhersagen, welcher Post gut ankommt. Dieser aber ist durch die Decke gegangen. Jedenfalls für meine Verhältnisse. 

Am 12. Juli habe ich über die "Uneingeschränkte Macht auf der Straße" geschrieben. Kein einfaches Thema. Zumal ich mich auf eine US-Doktorarbeit und einen englischen Artikel bezogen habe, auf den mich Blogleser Carsten aufmerksam gemacht hat. Das Thema hat jedoch offenbar den Nerv von zehntausenden Radfahrenden getroffen. Er hat ihre Gefühle im Straßenverkehr gespiegelt und eine soziologische Erklärung dafür geliefert, warum viele Autofahrer sich Radlern gegenüber so respektlos bis hasserfüllt benehmen. Eine Erklärung haben, tut gut, auch wenn sie ein wenig deprimierend ist.

Mein bisher meist aufgesuchter Artikel war der über die "2-Meter-Regel", aber nur weil TV-Zuschauer in einer Werbepause die Antwort auf die Halbe-Millionenfrage bei "Wer wird Millionär" recherchierten (4.600 Zugriffe). Der eigentlich erfolgreichste Post war bis dahin "Radfahren macht Kinder besser in Mathe" mit 1.800 Zugriffen. Aber auf einmal ist alles anders geworden.

9. August 2017

Lastenräder sind die Zukunft ...

... ja, aber es gibt sie auch schon ganz lange. Die Post ist mit der größten Lastenradflotte unterwegs, die wir in Deutschland haben. 

Längst auch mit elektrischer Unterstützung. Denn die Post weiß: Mit Lastenrädern kommt man überall hin und versperrt wenig Platz.

Wobei Postfahrräder wie dieses auf Gehwegen auch nicht die ideale Lösung sind. Wobei ich noch keine Beschwerden über Postfahrräder gehört habe. Wir nehmen sie praktisch nicht wahr.

Lastenräder helfen, wie man an der Post sieht, das Zustellproblem kleiner und leichter Waren in der Innenstadt und in den Wohngebieten zu lösen. Kleine Räder anstelle der Kleintransporter, die überall durchwollen und überall stehen, auf Gehwegen, in Kurven, auf Zebrastreifen ...

8. August 2017

Tür zu!

Auf den Radstreifen der Kaltentaler Abfahrt bergauf sind diese Zeichen aufgetaucht. Sie warnen Radler vor Dooring-Unfällen.

Sie warnen vermutlich auch Autofahrer. Und sie erinnern uns alle daran, dass es nicht gut ist, Radler so dicht entlang geparkter Fahrzeuge entlang zu führen.

Ich habe sie am Sonntag gesehen. Wer die da hingesprüht hat, verraten die Zeichen nicht. Offizielle Zeichen sind  es jedenfalls nicht.

Dooring-Unfälle sind bei Radfahrenden häufig. Uns sie gehen fast immer mit schweren Verletzungen einher.

Die leise Züricher Verkehrsrevolution

Zürich ähnelt Stuttgart. Auch diese Stadt hat Berge. Und Autos. Und Radfahrer.

Unmöglich sei es, den Autoverkehr in zehn Jahren um 10 Prozentpunkte zu senken, meinte die Stadtpolitik. Doch genau dazu hat die in der Schweiz direkter organisierte Stadtdemokratie die Regierung gezwungen. Und es klappt.

Der Radverkehrsanteil am Gesamtverkehr lässt sich auch in Zürich nicht so genau berechnen. Man hat immer nur die Zahlen der Radler, die an Zählstellen vorbeikommen (Dort werden es wie bei uns ständig deutlich mehr). Und man hat Leute befragt, was ihr Hauptverkehrsmittel ist. Demnach hat sich der Radverkehr in Zürich innerhalb von fünf Jahren von 5 auf mindestens 8 Prozent gesteigert. Ähnliches könnte man von Stuttgart sagen, mit dem gleichen Hinweis, dass die Zahl der Radler zugleich absolut deutlich zugenommen hat (der Autoverkehr parallel halt auch). Jedoch ist in Zürich innerhalb von 15 Jahren der Anteil des Autos am Verkehr von 40 auf 25 Prozent gesunken.

7. August 2017

Candy, das urbane Rennrad

Dieses Canyon sehe ich immer mal wieder. Vielleicht  gibt es ja auch zwei oder drei davon in Stuttgart. 

Canyon sitzt in Koblenz und stellt eigentlich Rennräder her, hat aber auch urbane Rennräder im Angebot. Ohne Motor, leicht, schlicht und darum stylish. Sehr schön.

(Im Hintergrund sieht man ein umgedrehtes Ruderboot aus Plastik.)

6. August 2017

Das Fahrrad ist einfach zu schnell

Aktive Berufstätige bringen etwa 90 Minuten am Tag mit Fortbewegung zu. Das hat sich seit den Zeiten vor dem Auto und der Eisenbahn nicht groß verändert. 

Früher ging man zu Fuß, etwa fünf Kilometer am Tag. So mancher wanderte lieber, als mit der Postkutsche zu reisen, denn die wackelte mit 3 km/h über Land. Als die Verkehrsmittel schneller wurden - mit dem Fahrrad, mit dem Zug, später mit dem Auto -,änderten sich die Entfernungen, die man zurücklegte, nicht aber die Zeit, die man dafür investierte. Man kann also sagen: Menschen haben ein Gefühl für die Zeit, die sie investieren wollen, um woanders hin zu gelangen. Das Auto hat es beispielsweise möglich gemacht 30 km vom Arbeitsplatz entfernt zu wohnen. Heute fahren Berufstätige oder Mütter (die fahren besonders viel) etwa 50 km am Tag mit dem Auto Tag herum.

5. August 2017

Der Österreichische Platz braucht Radstreifen

Hier sieht man wieder einmal die verschiedenen Radlertypen. Die einen auf der Fahrbahn, die anderen auf dem Gehweg. 

Denn in der Immenhofer-/Weißenburgstraße und auf dem Österreichischen Platz fehlen Radstreifen.

Die Unerschrockenen nehmen die Fahrbahn an der Ampel und ordnen sich zum Geradeausfahren sogar auf der linken Spur ein. Die Erschrockenen  - die meisten - fahren auf dem Gehweg zur Fußgängerampel und mit den Fußgängern hinüber. Wobei der Gehweg hier nicht für Radfahrende freigegeben ist, auch der Fußgängerüberweg nicht.

4. August 2017

Autofahrer lehren Radfahrer das Fürchten

Am Botnanger Sattel gibt es Radspuren, die Radler über die Kreuzung leiten sollen. Gut ausgedacht. Aber die Rechnung wurde ohne die Autofahrer gemacht. 

Die benutzen, wenn sie vom Westen kommen und nach Botnang hinunter fahren wollen, den Radstreifen als Spur, um die Linksabbieger rechts zu überholen und geradeaus weiter zu fahren. Darauf hat mich Peter Pipiorke von den Naturfreunden aufmerksam gemacht, von dem dieses Foto stammt.

Ich bin also hingeradelt und habe dort eines meiner Viertelstunden-Beobachtungsvideos gedreht.

3. August 2017

Guten Morgen, mal was Lustiges

Das schreibt mir Blogleser Martin und schickt mir dieses Foto. 

Aufgenommen hat er es vorgestern auf der Kaltentaler Abfahrt in der Rechtskurfe auf der Höhe der Haltestelle Fauststraße.

"Ich habe eine Weile gebraucht", schreibt er, "bis mir klar wurde, dass hier eigentlich ein blaues Schild (Radweg Ende) stehen sollte."  In der Kurve ist dann eine Baustelle auf dem Sicherheitsstreifen. (Von Radweg oder Radfahrstreifen kann man hier nicht reden.)

Offenbar ist den Baustellen-Einrichtern die Bedeutung einzelner Schilder nicht so klar. Oder es fehlte ein Radwegschild.

2. August 2017

Für jeden das passende Fahrrad

Noch nie gab es so viele Fahrradtypen wie heute, sowohl Menschen als auch Räder. 

Vom urbanen Single-Speed-Radler, über den Pedelec-Pendler bis zum Rertroradlerinnen mit Blumen am Lenkerkorb, insgesamt rund 2.500 Fahrradtypen. Für jedes Bedürfnis und jeden Traum gibt es ein Fahrrad, und all das fährt auch in Stuttgart herum. Jetzt hat Bosch sogar ein Antiblockier-Bremssystem für Pedelecs entwickelt.

Das Fahrrad ist längst nicht mehr nur ein Transportmittel (das Auto ist es ja auch nicht), sondern Ausdruck eines freien Lebensstils. Räder werden geliebt, geschmückt und ausgestattet, personifiziert und personalisiert, gezeigt, erklärt und vorgeführt. Sie sollen nicht nur gut fahren, sondern auch gut aussehen: sportlich, gemütlich, stylish, originelle, unauffällig, funktional, cool ... Nicht nur der Fahrradmarkt und Hersteller in Baden-Württemberg profitieren davon.

1. August 2017

Risiken des Radfahrens - meist falsch eingeschätzt

Die Gefahren des Radfahrens werden meist überschätzt, vor allem von Autofahrenden. 

Das Risiko, einen Unfall mit dem Fahrrad zu erleiden, hängt von Erfahrung und Alter ab. Übrigens auch beim Autofahren.

Der ADFC hat sich des Themas ausführlich angenommen. Demzufolge und den Statistiken zufolge liegt das Unfallrisiko von Autofahrenden, Radfahrenden und zu Fuß Gehenden bezogen auf im Straßenverkehr verbrachte Zeit etwa gleich hoch. Eine wichtige Rolle spielt das Alter. So haben junge Autofahrer (18-24 Jahre) eine fünf Mal höhere Wahrscheinlichkeit, einen Unfall zu bauen als gleichaltrige Radfahrer. Bei zwischen 40 und 50-Jährigen ist das Risiko gleich hoch. Dann kehrt sich das Verhältnis um. Das Unfallrisiko nimmt für ältere Radler Vergleich zu dem bei Autofahrten zu.

31. Juli 2017

Das Alternative Radforum

Es hat sich vor ein paar Monaten gegründet und trifft sich morgen, Dienstag, 1. August um 18 Uhr zum dritten Mal im Merlin.

Jede Radfahrerin und jeder Radfahrer ist herzlich eingeladen, auch zu kommen.

Gründungsmitglieder beim Alternativen Radforum Stuttgart sind neben dem Initiator, Thejs Lucas,  Radfahrerinnen und Radfahrer, die sich ohnehin gern in Stuttgart für Radthemen engagieren und schon im Städtischen Radforum getroffen haben. Das tagt uns aber zu selten. Das Alternative Radforum hat sich bisher beinahe monatlich getroffen. Es will verschiedene Radthemen und Radaktionen in Stuttgart voranbringen und einen Radentscheid in Gang setzen.

30. Juli 2017

Fahrradwege sind ein Wettbewerbsvorteil



Im Wettbewerb um jüngere Fachkräfte auch für unsere Autoindustrie ist längst nicht mehr der Dienstwagen oder der Firmenparkplatz entscheidend, sondern Charme und Lebensstil einer Stadt. 

Der Freizeitwert und der Umgang mit den Menschen im öffentlichen Raum ist ein wichtiges Kriterium für beruflich aktive junge Leute. Im Stau will keiner stehen. Auto ist out. Stolz ist man aber auf sein Fahrrad. Und auf die Freiheit, die es einem beschert.

Ein junger Mann, der für Daimler arbeitet, erzählte mir kürzlich, er könne genauso gut in München für BMW arbeiten. Entscheidend ist für ihn, wie gut es sich leben lässt in der Stadt.

29. Juli 2017

Rocko, das Kellerrad

In so manchem Keller finden sich interessante Räder. Auch in meinem. Hier ein Roko-Fahrrad, eine Ur-Stuttgarter Marke. 

Auf dieser Internetseite heißt es: Anfang der 80er Jahre gründete Rolf Köhler  einen Fahrradfachmarkt in Stuttgart. Im Sommer verkaufte er Fahrräder und Fahrradzubehör, im Winter Skier und Ski-Artikel. Mit großem Erfolg.

28. Juli 2017

Radfahren ist intelligent und hält intelligent.

Autofahren ist dagegen nicht so gut fürs Gehirn. Es senkt den IQ. 

Eine britische Studie legt den Schluss nahe, dass wer täglich zwei Stunden im Auto sitzt, schneller dümmer wird als andere. Das zeigte sich bei Briten,  die viel Auto fuhren. Der Grund ist vermutlich das Stillsitzen, was den Kreislauf und damit die Durchblutung des Hirns senkt. Außerdem ist das Gehirn in den Stunden der Fahrt kaum beschäftigt. Dauerfernsehen hat einen ähnlichen Effekt, oder drei Wochen Herumliegen im Urlaub.

27. Juli 2017

Stuttgarts City soll nach und nach autofrei werden

Das hat der Gemeinderat gestern beschlossen. Natürlich mit knapper Mehrheit. 

Innerhalb des künftigen Ciytrings zwischen Paulinenbrücke, Wolframstraße, B14 und Theo soll kein unnötiger Autoverkehr mehr herrschen. So das Ziel. Gegner beschwören den wirtschaftlichen Tod der Innenstadt. Doch der Aktonsradius von Fußgängern, die mit Öffentlichen kommen, und Radfahrern ist viel größer als der von Autofahrern. Das nützt dem innerstädtischen Handel.


26. Juli 2017

Radwegweisung - wer hat's erfunden?

Das war die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen ('FGSV) Ende der Neunziger Jahre. 

Heute würden viele Radler sich wünschen, man hätte auch mal die Alltags-Radler/innen gefragt.

Diese Schilder entspringen einem "Merkblatt zur wegweisenden Beschilderung für den Radverkehr", an das sich zwar nicht alle Bundesländer halten, Baden-Württemberg und einige andre große Bundesländer aber schon. Dies ist sozusagen die einheitliche Beschilderung für den Radverkehr. Damit müssen wir auf absehbare Zeit leben. Hilft nix.

24. Juli 2017

Der Milchpott - das Kopenhagener Lastenrad

Das ist ein Lastenfahrrad von Butchers&Bicycles, das sich auch beim Kurvenfahren anfühlt wie ein Fahrrad. Die Vorderachse erlaubt es, sich in die Kurven zu legen.

Es hat in diesem Jahr den ersten Preis als bestes Lastenrrad von Cyclingworld Düsseldorf bekommen.  Wie auf dem Fahrrad zu lesen ist, wurde es in Kopenhagen entwickelt und hergestellt. Es kostet über fünftausend Euro. Und so eines fährt in Stuttgart herum. Ich habe es auf dem Stuttgarter Marktplatz gesehen und leider nicht besonders intelligent fotografiert. Man kann darin auch Sitze einbauen und Kinder transportieren.

22. Juli 2017

Freiheit für die Innenstadt


In Hamburg fordert ein Bündnis Sperrzonen für Autos, zumindest probeweise. Das verschafft Menschen mehr Ruhe, bessere Luft und mehr Bewegungsfreiheit. 

Viele Städte, auch Stuttgart, erkennen das. Und die Erfahrung zeigt, dass einige Leute zuerst massiv dagegen sind, aus Straßen Fußgänger- und Radlerzonen zu machen, später aber begeistert sind von den neuen Lebensqualitäten und Freiheiten.

Nachdem in New York der Times Square für den Autoverkehr probeweise gesperrt wurde, stimmten zwei Drittel der Händler für den Erhalt der Fußgänger- und Radlerzone.

Auch in Stuttgart zeigen die neuen Einkaufszentren (wie bereits die gesamte Königstraße), dass der Handel weiß, wie wichtig es ist, beim Shopping nicht von Autos gestört zu werden, die herumstehen oder auf Parkplatzsuche kreisen. Vermutlich liefe auch das Gerber sehr viel besser, wenn es keine Autos mehr in der Tübinger Straße gäbe. Wo Autos dominieren, fehlen die Fußgänger. Und das Blöde: Autos kaufen nicht ein.

20. Juli 2017

Augen zukneifen hilft nicht - sie sind da.


In Stuttgart hat der Radverkehr eine ungeheure Dynamik bekommen. Dank der Pedelecs entdecken immer Menschen die Freiheit, die ihnen das Fahrrad gibt. Man kommt überall hin, man steht nie im Stau, man hat Bewegung und fühlt sich besser. 

Fahrräder sind überall. Die große Frage ist, ob die Stadt - der Gemeinderat und die planende Verwaltung - die Kurve kriegt und den Radverkehr zukunftsfähig gestalten will oder ob sie ihn in seiner Dynamik sich selbst überlässt. Dann erobern Radler jede Straße, jede Kreuzung, jeden Park, jeden Tunnel. Dann haben Autofahrer immer Radfahrende vor sich, und Fußgänger leider auch immer Fahrradfahrer um sich. Städte werden zu Fahrradstädten, weil in ihnen Rad gefahren wird, nicht weil man hier und dort mal einen kleinen Radweg baut.

19. Juli 2017

Wenn man Radstreifen zwischen den Autoverkehr bastelt

So sieht das aus, wenn ein Radstreifen endet, weil man Rädern auf der Fahrbahn keinen Platz geben kann. 

Das ist in Vaihingen die Kreuzung der Straße Vaihinger Markt Richtung Rohr mit der Hauptstraße. Ein Radstreifen führt zur Ampel vor. Dann sehe ich das hier. Wenn ich nach links Richtung Kaltentaler Abfahrt abbiegen will, soll ich das über den Aufstellplatz fürs indirekte Linksabbiegen tun.

Aber wo ist die Ampel, die mir sagt, wann ich losfahren kann?

18. Juli 2017

Radwege helfen dem Autoverkehr

Nimmt man den Autos eine Fahrspur weg und legt stattdessen einen Radweg oder Radstreifen an, dann bremst das den Autoverkehr nicht aus, sondern beschleunigt ihn.

Das hat sogar der größte Automobilverband, der ADAC, erkannt, wie die Welt bemerkt. Denn Studien in den USA, über die auch der ADFC berichtet, zeigen das. Die Forscher haben verschiedene Szenarien durchgerechnet. Dabei kam heraus, dass Autofahrer schneller vorwärts kommen, wenn der Radverkehr auf einer getrennten Spur unterwegs ist. Je höher der Anteil der Radfahrenden ist, desto schneller kommen Autos vorwärts. Logisch. Denn fahren viele Radler im Verkehr mit, dann bremsen sie Autos aus, die hinter ihnen sind. Trennt man die beiden Geschwindigkeiten (Auto und Fahrrad), dann kommen die Schnelleren schneller vorwärts und die Langsameren auch.

16. Juli 2017

Radler können die Regeln gar nicht einhalten

 Löwentor/Pragstraße 
Blogleser Chris hat mir einen Brief geschrieben, weil es ihn - wie mich auch - beschäftigt, dass man nicht so Rad fahren kann, dass man die Regeln einhält. 

"Ich gehöre zu den Menschen", schreibt er, "die sich gerne an Regeln halten, weil es das Zusammenleben leichter macht und das Verhalten (hier: im Verkehr) einschätzbarer macht und damit weniger gefährlich. Es ist einfach weniger Stress. Aber ich schaffe es nicht, mich als Radfahrer in Stuttgart an die Regeln zu halten. Und das nicht mit Absicht, sondern weil die Wege ein Puzzlewerk sind und man an jeder Kreuzung erstmal sinnieren muss, wie man legal rüberkommt. Bei den Blitzentscheidungen, die man beim Ranradeln treffen muss, sind im Rückblick halt auch mal falsche Entscheidungen dabei."

14. Juli 2017

Der Landwirtschaftsminister und die militanten Mountainbiker


In Baden-Württemberg dürfen Radler im Wald nur dort fahren, wo der Weg mindestens zwei Meter breit ist. Das ist allen ein Ärgernis.

Nicht nur allen Radlern. Auch Politiker kriegen regelmäßig Ärger mit der Regel, wenn sie sich mit unbedachten Äußerungen in die Nesseln setzen.

So wie Landwirtschaftsminister Hauk, der in einem Interview von "ein paar militanten Mountainbikern" gesprochen und damit sein "Wir werden nichts ändern" begründet hat. Aber auch Spaziergänger müssten sich über die Regel ärgern, wenn sie darüber nachdächten.

Denn auf breiten Wegen sind alle unterwegs, auf schmalen Waldwegen dagegen sowohl deutlich weniger Fußgänger als auch weniger Radfahrer. Radfahrer aber zwingt diese Regel auf die breiten Wege. Da stören sie Spaziergänger. Downhiller und Montainbiker, aber auch radelnde Kinder und Jugendliche lieben zudem schmale und gewundene Strecken.

13. Juli 2017

Hofener Straße am Sonntag wirklich für Autos gsperrt


Die Cannstatter Zeitung berichtet über das Problem der massenhaften Durchfahrt am vergangenen Sonntag und erwähnt auch das Video eines Blogs (gemeint ist meiner), das die Situation zeigte. Die Stadt wird nun reagieren.

Der Cannstatter Zeitung zufolge wird es für Autofahrer bessere Umleitungsschilder geben. Die Ampelschaltung an der Kreuzung mit der Reinhold-Maier-Brücke wird geändert, und es wird am kommenden Sonntag an der Schranke bis 21 Uhr ein Wachdienst stehen. Die Polizei will, so heißt es in der Zeitung, zudem die Durchfahrer, die sie selbst am vergangenen Sonntag erwischt hat, mit Bußgeldern belegen (15 Euro).

Schauen wir mal, wie es am Sonntag da aussieht. Ich bin sowieso dort, weil Ruderclubfest ist. Mal sehen, wie viele in der Einfahrt zum Ruderclub wenden müssen.

12. Juli 2017

Die uneingeschränkte Macht der Straße

Eine Doktorarbeit beschreibt die Haltung von US-Autofahrern Radfahrenden gegenüber. 

Dabei kommt heraus, dass Autos wie Waffen sind, sie werden als Mittel der Kontrolle und Einschüchterung betrachtet.

Die Arbeit geht von der Frage aus, die sich Radfahrende immer wieder stellen: Warum hassen uns die Autofahrer? Und zwar zuweilen so sehr, dass sie unseren Tod in Kauf nehmen indem sie gnadenlos knapp überholen oder schnell abbiegen. Warum geben wir so schnell den Radfahrern die Schuld an ihren Unfällen, zumindest aber eine Mitschuld? Diese Fragen hat sich Tara Godddard in ihrer Doktorarbeit gestellt. Und über das Ergebnis berichtet Lloyd Alter in diesem Artikel, erstaunt darüber, dass auf unseren Straßen ein sozialer Machtkampf stattfindet, der Opfer fordert, die wir akzeptieren.

10. Juli 2017

Radfahrer halten sich doch an keinerlei Regeln

So heißt es immer. Die fahren auf Gehwegen, auch wenn es verboten ist. Ja. Stimmt. 

Was ich gesehen habe, gestern an der Schranke Hofener Straße, war bestürzend.

Ich habe doch tatsächlich in der Viertelstunde, die ich das Video gedreht habe, drei Radfahrende erwischt, wie sie auf den Gehweg einschwenkten, statt die Fahrbahn zu benutzen. Das müssen sie nämlich sonntags, wenn die Hofener Straße für den Kraftverkehr (Autos, Motorräder, Lieferwagen etc.) gesperrt ist. Was da sonst noch passierte, war echt krass. Hier das Video.

8. Juli 2017

Zweierlei Maß

Das Foto vom Fahrrad, dass neben dem Radstreifen auf der Fahrbahn parkte, wurde vielfach geteilt und belacht. "

Ein Kölner Kommunalpolitiker wollte darauf aufmerksam machen, wie oft Autos auf Radstreifen stehen, weil ihre Fahrer nur kurz was besorgen wollen. So wie hier vor dem Kiosk auf dem Radweg in Kaltental (Foto unten). Autofahrende, die ihr Auto so abstellen, müssen  nur ein Bußgeld in Höhe von 20 Euro befürchten (so viel wie wenn die Parkuhr abgelaufen wäre). Dieses Verhalten gilt nicht als gefährlicher Eingriff in den Strarßenverkehr, obgleich es Radfahrenden sehr gefährlich werden kann.

5. Juli 2017

Was weiß die Stadt wirklich übers Radfahren?


"Stadt arbeitet an besseren Bedingungen", lautet die Überschrift des Artikels in der Stuttgarter Zeitung über unseren Stresstest auf dem Radweg Holzstraße vom Freitag. 

Aber geschieht auch wirklich etwas? 

Es ist ein langer Artikel im "Innenstadt"-Buch der StZ, in dem ausführlich die Konfliktstellen und die Haltungen von uns Radfahrenden dazu beschrieben werden: Die Antwort der Stadt durch den Pressesprecher Sven Matis ist vergleichsweise lakonisch.

Wieder eine Einbahnstraße für Radler offen

Schon lange wünschen sich Radler im Süden, dass sie den kleinen Abschnitt der Liststraße, der zur Böheimstraße hinunterführt, hinauf radeln dürfen. 

Jetzt endlich ist das auch legal. Die Stadt hat die Einbahnstraße für Radfahrende in Gegenrichtung freigegeben, übrigens bevor die Fahrbahnmalerei abgeschlossen war (siehe Foto ganz unten), und einen deutlichen Radstreifen an den Rand gemalt, der die Radler hinauf führt und Autofahrenden klar macht, dass sie Platz lassen müssen. Schön gemacht.

3. Juli 2017

Stresstest auf dem Radweg Holzstraße - das sind die Konflikte

Zum Video
Am vergangenen Freitagabend haben rund dreißig Radler/innen den Radweg Holzstraße einem Stresstest unterzogen. 

Die Frage war, wie funktioniert er, wenn wirklich viele Radfahrende unterwegs sind, so wie das auf einer Hauptradroute 1 zu erwarten ist. Wie geht das mit den Autos, die queren? In welcher Situation befinden sich die Fußgänger hier? Wo gibt es Konflikte? Wo wird es echt gefährlich? Und wo sind die Hindernisse für Radfahrende, diesen Weg überhaupt zu benutzen? Eine konfliktträchtiges Begegnungs-Areal, wie auch das dieses neue Video zeigt.

Rückblick: Der Umbau des Dorotheenviertels hat uns eine Fahrradstraße weggenommen. Sie ist jetzt Fußgängerzone mit Radfreigabe, was Schrittgeschwindigkeit bedeutet. Geht, wenn nicht im Durchfahrtmodus als Radpendler unterwegs ist. Die Hauptradroute 1 führt jetzt und künftig an der B14/10 entlang, also über die Holzstraße. Vormittags und Mittags herrscht auf dem Radweg reichlich Autoverkehr, wie dieses Video zeigt.

2. Juli 2017

Selbsthilfe in Lettland

Quelle: Hier
Die lettische Hauptstadt Riga hat jahrelang Radstreifen und Radwege versprochen, aber im konkreten Fall haben Politiker immer festgestellt, dass doch kein Platz für Radfahrer da sei. 

Jetzt hat eine Gruppe gezeigt, dass der Platz sehr wohl da ist. Die Aktivisten malten Radstreifen auf den Asphalt, weil sie es leid waren, immer wieder vertröstet zu werden. Das berichtet Citylab und zeigt auf dem Foto, dass Radler ihn sofort benutzt haben. Wer das war, ist nicht bekannt. Die Fahrbahnmalerei ist jedoch so exakt und professionell gemacht, dass es Gerüchte gibt, es seien städtische Angestellte gewesen, unterstützt von einer politischen Partei. Die Radstreifen haben viele in der Stadt so überrascht und aufgeweckt, dass einige sogar der Stadt gratulierten, die allerdings die Radstreifen umgehend wieder wegmachen ließ.

30. Juni 2017

Radweg Holzstraße ...

Das Video
Gut für alles, außer Radfahren. Derzeit haben wir dort mal eine Baustelle mit Kran, mal nicht.

Die Schilder, die den Radweg zum Fußweg machen, werden nicht mehr aufgestellt. Ist auch nicht nötig, denn die meisten Radler fahren derzeit woanders.

Dafür fährt ganz viel anderes auf und über den Radweg. Auf dem Gehwegbereich stehen so viele Autos, die was anliefern, dass die Fußgänger sich lieber auf dem Radweg aufhalten. Die Masse an Autos ist schon frappierend, die hier quert. Und steht. Und rangiert. Und wendet. Und noch ist die Tiefgarage des Dorotheenquartiers ja nicht so bekannt. Wie sieht das in ein paar Wochen an einem Samstagvormittag aus? Und wie sieht das aus, wenn hier mal wirklich viele Radfahrende unterwegs sind, auf ihrer Hauptradroute 1 längs durch Stuttgart?

Gestern habe ich eine Viertelstunde lang zwischen halb eins und eins am Mitttag die Kamera draufgehalten.

Hier das Video:

28. Juni 2017

Werbung für mehr Verständnis füreinander

Kampagnen sind nützlicher als man immer so denkt. Werben für den Radverkehr. Werben für mehr Verständnis untereinander im Straßenverkehr. 

Menschen sind verschieden und bewegen sich verschieden in der Stadt. Das darf auch so sein. Das Bundesverkehrsministerium hat unter dem Titel "Runter vom Gas" eine Reihe von Broschüren aufgelegt, die man unter diesem Link findet und herunterladen kann. Wofür auch immer. 

Auf eine davon hat mich Blogleser Matthias aufmerksam gemacht. Er hat bei einem Jedermannrennen im Startbeutel das Heftchen "Für mehr Verständnis, PkW-Fahrrad, Fahrrad-Pkw" gefunden und es mir zum Schmunzeln empfohlen.

27. Juni 2017

Radweg Holzstraße wieder frei

Kurze Meldung: Schon heute ist die Baustelle wieder abgeräumt. Das ist schön. Hoffen wir, dass der Radweg jetzt frei bleibt.

Der Radweg entspricht trotzdem nicht meinen Vorstellungen von einer bequemen und sicheren Verbindung auf der Hauptradroute 1. Der ADFC hat auch bereits einen Offenen Brief geschrieben.

Mängel: Zu viele querende Fahrzeuge, zu schmal, zu winkelig und immer in Gefahr, von Autos erobert zu werden. Er läge besser auf der Fahrbahn der Holzstraße, die hier zwei Fahrspuren für Autos hat, die es nicht braucht.
Die Ampelschaltung am Charlottenplatz zum Landtag ist dreizügig und damit nicht radlergerecht. Der eine von beiden Aufstellplätzen reicht nicht für Räder mit Anhänger.

Ich bin am Freitagabend, 18:30 Uhr, Ecke Holzstraße/Marktstraße, um die Strecke noch einmal zu begutachten, zu diskutieren, zu radeln ... 

Das Foto stammt von Facebookkommentator Timo. Vielen Dank.

26. Juni 2017

Fahrradstraße verschwunden, Radweg auch weg.

Nur drei Tage lang war der Radweg Holzstraße zu befahren. Ich fand ihn nicht angemessen für eine Hauptradoute 1. Heute ist er bereits wieder verschwunden.

Er ist komplett gesperrt für Radfahrende. Breuninger hat dort einen Kran aufgestellt.

Ich will nichts unnötig skandalisieren. Die Umleitungsschilder stehen alle. (Man muss sie nur auch sehen.) Der Weg durch die Münzstraße ist frei.

Na gut ... falls er frei ist.

Denn als ich da herumkurvte, war er das nicht, wie man im Video sehen kann. Im Prinzip aber - also wenn sie frei ist - ist die Strecke gut befahrbar. Halt nur keine Radroute mehr.

Die Waldfriedhofstrecke fürs Fahrrad?

Es gibt noch keine Radwegverbindung zwischen dem Kessel und Degerloch oder Sonnenberg, die keine mordsmäßige Steigung hat.

Die Straßen mit mäßiger Steigung sind den Autos vorbehalten, etwa die Neue Weinsteige oder die Karl-Kloß-Straße, die am Waldfriedhof hinauf führt.

Als Radfahrer kann man die beiden Straßen natürlich auf der Fahrbahn hochradeln. Das allerdings erfordert starke Nerven und stößt bei Autofahrenden nicht unbedingt auf Verständnis.

24. Juni 2017

Eine Fahrradstraße ist verschwunden

Es ist keine Überraschung, jedenfalls nicht für die, die meinen Blog lesen. Vor gut einem Jahr habe ich geschrieben, dass die Hauptradroute 1 umorganisiert wird, wenn das Dorotheenquartier rund um Breuninger fertig ist. 

Diesen alten Artikel haben in den letzten Tagen erbitterte Radfahrende kommentiert. Aus gutem Grund. Zwar ist der Verlust der Fahrradstraße vorhergesagt, aber nun halt doch eine Überraschung. Vor allem aber ist die Alternative, der Radweg Holzstraße keine Verbesserung, sondern eher ein schlechter Witz. Radfahren durch die City bleibt ein Hindernislauf, wie das Video unten auch wieder zeigt.