16. Oktober 2017

Es gibt viele Wege

Seltsam, wenn es um die Planung für Radwege oder Radstreifen geht, höre ich immer wieder: "Aber wer noch XY will, fährt doch eher die Strecke AB." So als ob es nur eine Sorte Radfahrende gäbe, die nur einen Weg nehmen.

Als ob es nicht tausend verschiedene Radler mit zweitausend verschiedenen Zielen und Streckenentscheidungen gäbe.

Autofahrern stellt man in dieser Stadt viele Straßen zur Verfügung, die sie nehmen können, um an ein bestimmtes Ziel zu kommen, aber Radler sollen immer nur einen einzigen Radweg angeboten bekommen? Allen Radlern soll eine Strecke durch den Wald besser gefallen als Radstreifen entlang einer Hauptstraße? Alle Radler sollen eine Nebenstraße mit Steilstück bevorzugen?

14. Oktober 2017

Dass Radfahrer bei Rot halten müssen, ist Quatsch

Ungefähr so betitelt die Süddeutsche ihren Artikel über rote Ampeln und Radfahren. Der Artikel ist schön geschrieben und führt das auf, worüber auch ich schon oft geschrieben habe. 

Wir erinnern uns: Ampeln sind nur für den Autoverkehr sinnvoll. Sie sind auch nur für ihn gedacht. Ampeln dienen dazu, den Autoverkehr kurz anzuhalten, damit Fußgänger auch mal queren können. Und sie sind dafür da, ein hohes Autoverkehrsaufkommen zu bändigen und dafür zu sorgen, dass auch Autos aus Seitenstraßen fahren können oder dass es auf großen Kreuzungen kein Kuddelmuddel gibt.

Für den Radverkehr taugen diese Ampeln nicht. Radampeln übrigens auch nicht, denn sie zwingen Radfahrer oft, noch viel länger zu stehen als Autofahrer an ihren Ampeln. Und das, obgleich vom Radfahrer kaum Gefahr ausgeht für andere Verkehrsteilnehmer.

Last-Eselin

Und das hier sieht aus wie ein ehemaliges Postfahrrad. 

Es ist von seiner Besitzerin (ich bin fast sicher, es ist eine Frau) liebevoll für Einkaufsfahrten ausgerüstet. Regendichter Kasten hinten, vorne ein Korb, den man auf den Markt mitnehmen kann. Es hat einen stabilen Ständer.

Abgestellt wurde es während eines Markttags in Wangen im Allgäu.


12. Oktober 2017

Park-Rowdys - Liststraße

Ich verstehe die Parknot im Stuttgarter Süden. Zu viele Einwohner haben zu viele Autos, die nachts irgendwo hin müssen: auf Gehwege und auf Radstreifen. 

Andererseits: Gehwege und Radstreifen sind nicht für Autos da. Wenn sie von Autos besetzt sind, müssen Fußgänger und Radfahrer auf der Fahrbahn drum herum.

Das kann an dieser Stelle gefährlich werden. Hier hat die Stadt die Einbahnstraße Liststraße  für Radler in Gegenrichtung freigegeben und einen Radstreifen auf die Fahrbahn gemalt. Die Linie ist durchgezogen, also darf kein Autoreifen sie überfahren. Platz zum Fahren ist genug. Nicht einmal die Parkplätze am Straßenrand mussten weggenommen werden.

10. Oktober 2017

Winnie, die Goldene

Die alten Räder stehen in Stuttgart oft offen oder minimal gesichert an Abstellanlagen herum. Klaut eh niemand. 

Obwohl sie schön sind. Das hier dürfte ein Staiger-Damenrad sein. In Kleinanzeigen wird es als Commodore Staiger Damenrad angeboten. Dieses Exemplar hat eine Gangschaltung, die in den Lenkergriff integriert ist und eine anständige moderne Beleuchtung. Es stand am Schlossplatz, als ich es sah.

Winora-Staiger gibt es seit 1914 in Deutschland. Staiger-Fahrräder gibt es bis heute, in zwischen natürlich auch als Pedelecs.

Kann es sein, dass Gold eine Modefarbe in den Siebzigern war?

8. Oktober 2017

Alles zugeparkt - Rad- und Gehweg Holzstraße

 Foto: Blogleserin Beate 
In der Holzstraße sieht es wieder so aus wie vor dem Umbau. Autos parken bis in den Radweg hinein. 

Wo keine Poller stehen, stellen sich Autos hin. Schilder nützen nichts. Viel zu viele Autofahrer denken gar nicht daran, Radlern auf ihrem ohnehin zu schmalen Weg auf der Hauptradroute 1 Platz zu lassen. Es wird munter überall geparkt. Radfahrende und zu Fuß Gehende sehen sich von Autos umzingelt. Vor allem Auswärtige fahren gar nicht erst in die Dorotheen-Garage hinein, sie fahren den Bordstein hoch und stellen sich auf die geplättelte Fläche, so als sei jegliche freie Fläche in Stuttgart ein Parkplatz.

6. Oktober 2017

Der Radfahr-Skandal

Verteufeln geht immer. So wird aus Gut ein "eigentlich schlecht". Der Radler wird in die Ecke gestellt, mit dem Gesicht zur Wand oder besser zur roten Ampel. 

Damit punktet gerade der Deutschlandfunk in seiner reißerischen Ankündigung einer Sendung, die vermutlich differenzierter läuft. "Anarchisten in Funktionskleidung", "rücksichtslose Mountainbiker auf Gehwegen" und so weiter. Die These: Radler halten sich an gar Regeln, weil sie sich für die Guten halten im gesellschaftlichen Streit über Autoabgase, Straßenlärm und Gesundheit. Wer gut ist, macht anderen ein schlechtes Gewissen, so scheint es, und das löst Zorn aus.

4. Oktober 2017

Ich würde ja gerne mit dem Rad fahren, aber ...

Eine große Mehrheit der Deutschen will nicht mehr so stark auf das Auto angewiesen sein. 

Das ist eines der Ergebnisse der Umweltbewusstseinsstudie, einer repräsentativen Umfrage des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes.

Demnach sagen 91 Prozent der Befragten, dass das Leben besser werde, wenn man nicht mehr aufs Auto angewiesen ist. 79 Prozent wünschen sich für die eigene Stadt eine Stadtentwicklung, die die Alternativen zum Auto stärkt. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks stellt fest, ohne gute Alternativen verzichte aber niemand auf sein Auto. Es brauche einen leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr und gute und sichere Radwege. Die Süddeutsche Zeitung bezeichnet uns Deutsche als Umweltheuchler.

2. Oktober 2017

Der tote Winkel

ADFC Toter Winkel
Wenn ein Lastwagen rechts abbiegt, liegt ein Radfahrer tot unter seinen Rädern. Diese Unfälle sind viel zu häufig. Und sie verlaufen für Radfahrer meist schwer bis tödlich. Im besten Fall verliert man nur ein Bein  wenn der Reifen des LkW darüber rollt. 

Autos haben tote Winkel, oftmals abgefangen durch gekrümmte Spiegel. Der Bereich, in dem ein Lkw-Fahrer überhaupt nichts sieht, ist viel größer. Der ADFC hat das auf dieser Bild dargestellt. Radler, die auf Radstreifen direkt neben einen solchen Laster fahren, müssen wissen, dass der Fahrer sie nicht sieht, wenn sie neben ihm oder auf Höhe des Fahrerhäuses oder sogar kurz vor dem Fahrerhaus sind. Allerdings sollte auch ein Lastwagenfahrer wissen, dass er Radfahrer nicht sehen kann und beim Abbiegen extrem langsam und umsichtig fahren.

30. September 2017

Es ist nur ein verführerisches Angebot

Es muss ja nicht jeder und jede Rad fahren. Aber wer es will, sollte es tun können. Das ist der Sinn einer Radförderung. 

Oft höre ich: "Ich würde ja, aber in Stuttgart kann man nicht mit dem Rad fahren." Das sagen Menschen, die ihre Wege hauptsächlich mit dem Auto zurücklegen oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Und die demzufolge immer auch etliche Strecken zu Fuß gehen.

Sie sehen zwar Radfahrende (und ärgern sich über sie, wenn sie auf Gehwegen unterwegs sind), sehen aber keine Radstreifen oder Radwege vom Auto oder der Stadtbahn aus, die ihnen zeigen würden: Ah, da kann ich ja auch radeln. Viele Radfahrende sind auf Nebenstraßen unterwegs und für die Autofahrenden im Stau unsichtbar. So entsteht der Eindruck, in Stuttgart könne man nicht radeln, und wenn doch, dann sei das lebensgefährlich. Beides stimmt nicht.

29. September 2017

Scotty, der gelbe Blitz

Das ist ein Fahrrad des von Scott. Genauer, es ist ein Scott E-SUB Tour unisex.

Scott Sports ist ein Schweizer Sportartikel-Hersteller mit US-Wurzeln, bekannt für das erste vollgefederte Montainbike. Dieses E-Rad hat eine Bosch-Technik und ist gar nicht mal so teuer, dafür dass es so extravagant aussieht. Gelb ist vermutlich nicht die übliche Farbe, aber mir gefällt das.

Es stand auf der Königstraße beim Wittwer.

27. September 2017

Radfahren macht Spaß - Spaß macht glücklich - glücklich hält gesund

Eine britische Langzeitstudie hat ergeben, dass Menschen, die mit dem Fahrrad zur Arbeit pendeln, ihr Krebsrisiko um 45 Prozent senken. Außerdem reduziert sich ihr Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu leiden, um 46 Prozent

Das ist schon ein sehr großer Effekt. Bei der Studie wurden die üblichen Rikiskofaktoren wie Rauchen rausgerechnet. An ihr waren über fünf Jahre lang 260.000 Menschen beteiligt. Dabei zeigte sich auch, dass zu Fuß gehen nicht annähernd den Effekt hat wie täglich Rad zu fahren. 

Meine Generation hatte ja noch das Glück, dass wir auf der Straße spielen, herumrennen und mit dem Fahrrad in die Schule fahren konnten. Als ich Kind war, parkten in der Bruckenäcker so gut wie keine Autos. Wir konnten dort stundenlang Ball spielen.

26. September 2017

Das Eckige und das Runde

Treppen am Eingang zum Radladen? Äh ... 

Wenn man für Dinge mit Rädern etwas nicht brauchen kann, dann Treppen. Aber ebenerdige Läden sind selten in Stuttgart. Rennräder sind ja schnell gelupft, aber Pedelecs ...? Da dotzen die Hinterräder die Treppen runter, dass die Ritzel spritzen. Immerhin weiß man gleich, was nachgezogen werden muss. Und was das Rad wiegt. Bei Pedelecs wird man sofort desillusioniert: Nein, dass kannst du nicht die Treppe runter in den Keller tragen.

25. September 2017

Immer wieder dasselbe

Jedes Jahr zwei Mal wird fürs Frühlingsfest und den Cannstatter Wasen eine der wichtigsten Radrouten blockiert und Radler zum Absteigen aufgefordert. 

Wie wichtig diese Route ist, sieht man an den Wegweisern zu vier verschiednen Zielen.

Drei Wochen lang winkeln sich täglich rund 2.000 Radler durch die Sperren. Eine andere Lösung hat man offenbar auch diesmal wieder nicht gefunden. Wobei ich auch diesmal wieder anmerke, dass "Radfahrer absteigen" kein Schild der StVO ist, also nicht befolgt werden muss. Klar ist, dass wir sowieso langsam tun, wenn Fußgänger vor uns auf dem Weg sind.

24. September 2017

Copenhagenize Stuttgart

  Quelle: Wikipedia Albertyanks 
Auf einem 2,5 Meter breiten Radweg können 5.900 Menschen pro Stunde fahren, auf einer Straße nur 1.300. 

Wer viele Menschen bewegen muss und nich viel Platz hat, setzt aufs Fahrrad, nicht aufs Auto.

Kopenhagen hat rund 800.000 Einwohner, die Region 1,3 Millionen. In die Innenstadt fährt man mit dem Fahrrad. Und man sieht da nicht hauptsächliche Männer mittleren Alters mit Warnwesten, sondern Frauen im Business-Dress, Eltern mit Kindern, Herren im Anzug, eben alle von 8 bis 80.

"Radfahren wie eine Königin" betitelt Eva Wolfnagel ihren Artikel in Spektrum.de über Kopenhagen und die dänische Radpolitik. In Kopenhagen hat man vor mehr als dreißig Jahren erkannt, dass Städte nicht autogerecht gestaltet werden können, ohne die Menschen (und die Einkaufskundschaft) zu vertreiben.

22. September 2017

Welche Partei versteht am meisten vom Fahrradfahren?


Für Wahlen gibt es viele Kriterien. Wir Radfahrenden haben aber sicher meist auch noch die Frage, wer eigentlich am meisten für den Radverkehr tun möchte. 

Zwar werden Wege für Radfahrende von den Städten geplant und gebaut, aber wir alle haben hier auch schon hin und wieder festgestellt, dass für Manches der Bund zuständig ist: Zum Beispiel dafür, welche Verkehrsart wie viele Fördergelder bekommt, oder für eine Änderung der Straßenverkehrsordnung, etwa damit die unselige Benutzungspflicht für Radwege mit blauen Schildern abgeschafft wird oder damit für Radfahrer der Grüne Pfeil eingeführt wird, der uns u.U. das Weiterfahren bei Auto-Rot erlaubt. Auch könnten wir dringend für alle Länder und Städte bindende neue Standards für Radwege und Radrouten brauchen: breiter, sicherer und bequemer. Dann müssten nicht in Deutschland derzeit immer einzelne Städte Radentscheide anstreben, um ihren jeweiligen Stadtpolitiker/innen klar zu machen, dass es Zeit ist für eine groß angelegte Radförderung.

Das Portal Fahrrad.de hat eine Grafik zur Haltung der wichtigsten Bundestagsparteien zum Radverkehr zusammengestellt, die ich hier veröffentliche, obgleich sie überhaupt nicht überraschend ist. Ich habe allerdings auch die Reihenfolge der Liste verändert.

20. September 2017

Das Zwei-Richtungs-Paradoxon

Es gibt Radel-Verbote durch Fußgängerbereiche, die nur für eine Richtung gelten. Dahinter erkenne ich übrigens kein System, sondern Gedankenlosigkeit. 

Am Riedsee in Möhringen gibt es einen Weg, der für Radfahrende gesperrt ist. Aber nur, wenn man vom Parkplatz am Restaurant kommt und Richtung Degerloch will. Er führt über eine Brücke, die abgepollert ist, weil sie  unter einem Auto zusammenbrechen würde. Die Sperrung für Radler (reiner Fußweg) leuchtet sogar ein, weil man an einem Spielplatz vorbeiradeln würde. Kommt man aber von der anderen Seite über den Feldweg, dann ist der Weg für Radler nicht gesperrt. Das Fußgängerschild fehlt.

18. September 2017

Keine Parkplätze in Fahrradstraßen, fordert die UDV


Nach einer Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) ist jeder 14. Unfall zwischen Auto und Fahrrad einer, bei dem ein Radler in eine plötzlich aufgestoßene Autotür kracht. 

Diese Unfälle verlaufen auch durchaus häufiger schwer als andere. Sie enden oft mit Beinverletzungen und Kopfverletzungen. Und sie geschehen überall, wo Radler zu dicht an geparkten Autos entlang radeln, entweder freiwillig oder weil sie sich vom Autoverkehr an die Seite gedrängt fühlen, oder aber, weil Radweg oder Radstreifen dicht an geparkten Fahrzeugen entlangführen.

16. September 2017

Boris, das Klapprad

Klapprad geht auch als Alltagsfahrrad. Dieses hier wird von einem großen Menschen gefahren. Brompton ist eine Klappfahrradmarke.

Die Räder sind nicht ganz billig. Jedes Fahrrad, so der Hersteller, wird in London in Handarbeit hergestellt und dabei an die Wünsche des Kunden angepasst.

Man sieht vorm Hinterrad die Rädchen, auf denen man das Fahrrad in zusammengeklappten Zustand wie einen Rollkoffer hinter sich herziehen kann. Die Kette liegt in zusammengefaltem Zustand innen zwischen den Rädern. Dieses Fahrrad ist schon länger in Gebrauch. Es hat einen Beutel anstelle des Gepäckträgers. Es stand am Neckardamm in der Abstellanlage des Stuttgart Cannstatter Ruderclubs. Sein Besitzer rudert.

14. September 2017

Ein Fahrradführerschein würde nichts bringen

Den Führerschein für Radfahrer würdet ihr Autofahrer nicht bestehen. Die Regeln, die für uns gelten, sind viel zu kompliziert.  

Warum müssen Autofahrer Führerscheine machen, Radfahrer aber nicht? Ungerecht? Nein. Führer von Kraftfahrzeugen müssen deshalb eine Prüfung machen, weil sie ein ziemlich schweres und energiereiches Gerät führen, mit dem sie spielend leicht Menschen töten können,  ohne selbst eine Verletzung zu erleiden. Ihnen muss die ungeheure Verantwortung klar sein, die es bedeutet, mehrere Tonnen mit der Potenz zu 200 km/h durch Wohnviertel, an Schulen vorbei oder entlang von Radstreifen zu steuern.

13. September 2017

Vorsicht bei Nässe in der Leuzekurve!

Die neue Kurve am Leuze zur König-Karlsbrücke ist ja wirklich schön. Allerdings nicht für Rechtsabbieger Richtung Berg runterzu. 

In der winzigen Senke vor dem Schildermast sammelt sich Nässe und Dreck, wenn es regnet. Und dann steht da ja auch noch das Schild.

Das steht  an der Grenze des Zweirichtungsradwegs zum Fußgängerweg. Radler dürfen ihre Radwege nicht verlassen, das ist klar. Sie dürften also mit dem Schild nicht kollidieren. Außerdem müssen Radler auf diesem Zweirichtungsradweg natürlich auch rechts fahren. Andererseits ist das eine bergab-Kurve, die sich zugleich nach außen hin absenkt.

12. September 2017

Pegasus, das geflügelte Fahrrad

Zur Abwechslung mal wieder ein Normalrad, ein Pegasus. 

Genauer, es ist ein Pegasus Avanti-Sport 21 Cross für Damen in Weiß, und ich würde sagen, es ist ziemlich neu, wie es hier steht. Nicht teuer, aber schick gemacht. Der gehörte Lenker gehört zur Grundausstattung. Es hat 21 Gänge.

Pegasus ist in der griechischen Mythologie ein geflügeltes Pferd. Pegasus Bikes ist eine Marke der ZEG, der Zweirad-Einkaufsgenossenschaft mit Sitz in Köln.

Dieses Fahrrad war in der Königsstraße angebunden, wo man seine Räder ja fast besser an den Ringen um die Platanen abstellen kann als in den Fahrradbügeln.

10. September 2017

Die unsichtbare Gewalt des Autoverkehrs

"Motorisierte Gewalt", so überschreibt Martin Herrndorf seinen Artikel in Fahrradzukunft.de. "Das Auto dominiert die Städte (und Landstraßen), warum lassen wir das zu?," fragt er und benennt mit ungewohnten Worten, die Realität, die wir erleben. 

Ein Auto kann töten. Beim Rechtsabbiegen übersieht der Autofahrer den Radfahrer. Warum? Weil er ihn nicht sehen will, nicht sehen muss, denn für sein "Übersehen" wird er kaum bestraft, auch dann nicht, wenn der Radler oder die Radlerin tot auf der Straße liegt. Ein Autofahrer hupt hinter mir, dann überholt er knapp, zieht das Auto auf meine Seite. Warum? Will er mir zeigen, dass ich nur durch seine Gnade noch lebe, er aber anders könnte, wenn er wollte? Autos fahren mit den rechten Reifen auf meinem Schutzstreifen, obgleich links für sie genug Platz ist (etwa auf der Neckarstraße). Warum? Was verbirgt sich für ein Gefühl dahinter, das dazu führt, dass mein Fahrraum beschnitten wird, dass ich mich ein bisschen fürchte, dass ich den Impuls fühle, auf den schützenden Gehweg auszuweichen?

8. September 2017

Das möchten wir auch haben

 W. Hermann, Foto von seiner FB.Seite 
Friedrichshafen weiht morgen das erste Teilstück eines Radschnellwegs ein. Er heißt Veloring, weil er halbkreisförmig um die Stadt führt. 

Der Abschnitt ist 1,7 km lang. Der Veloring soll einmal sieben Kilometer lang sein. 8,5 Millionen gibt Friedrichshafen in den kommenden Jahren dafür aus.

In Friedrichshafen wird gern Rad gefahren. Und im Sommer quellen Touristenwolken von Radfahrenden, die am Bodenseeufer entlang radeln. Für Radpendler braucht es dort mit Sicherheit einen Schnellweg, damit sie durchkommen. Das Foto zeigt Landesverkehrsminister Hermann beim Proberadeln. Das Land fördert Radschnellwege massiv. (Wir werden unseren ersten im kommenden Jahr zwischen Rohr und Böblingen haben.)
Für Stuttgart kann ich mir auch sehr gut einen Veloring vorstellen.

6. September 2017

Nebeneinander ist besser als hintereinander

Zwei Menschen dürfen nicht nebeneinander auf ihren Fahrrädern sitzen und sich unterhalten. 

Das gilt als Behinderung des Verkehrs. Nebeneinander sitzen ist aber erlaubt, sobald sich zwei Menschen in einem Auto befinden.

In einem Auto ist es sogar erlaubt, einen leeren Sitzplatz neben sich mitzuführen. Diese Aussage von Wolfgang Rauh veröffentlichte die Seite "Fahrrad Wien".

Sogar drei leere Sitzplätze darf ein Mensch mit sich führen, der in einem Auto sitzt.

4. September 2017

Prana, der Bär

Dies ist ein Prana von Velonom, ein Transportfahrrad, das man mit und ohne Elektromotor bekommen kann.

Velonom entsprang einem Jointventure der deutschen Firma (Velvet-Systems), die mit der US-Firma Yuba. Daraus entstand zunächst das Fahrrad Yuba-Mundo. Dann trennten sich die Firmen wieder, und seitdem vermarktet Velonom dieses Fahrrad unter dem Namen Prana.

Der Rahmen ist aus Stahl, also zwar schwer, aber steif. Er kann große Lasten tragen. Auffällig ist der lange Gepäckträger. Auf dem haben zwei Kindersitze Platz.

2. September 2017

Pedelec-Akkus sind zu teuer

Pedelec-Akkus sind so teuer, weil wir sie brauchen. Ihre Herstellung kostet unter 30 Euro, hat mir ein Fahrradhändler erklärt. 

Das ist auch der Grund, warum etliche Hersteller kulant sind, wenn es um den Austausch eines Akkus geht, den man selber am Anfang seiner Pedelec-Karriere kaputt gemacht hat. Es kostet eigentlich nichts und hält die Kundinnen und Kunden bei guter Laune.

Akkus halten ihre volle Leistung rund 500 Aufladezyklen, heißt es immer. Nach meiner Erfahrung spürt man den Aufladeverlust so nach etwa sechs- bis siebentausend Kilometern, manchmal auch später, was auch mit der Pflege zusammenhängen mag oder mit der Qualität der Akkus. Das heißt auch noch lange nicht, dass man ihn dann schon austauschen muss. Die Reichweite verkürzt sich dann halt um zehn bis zwanzig Prozent. Für die meisten Strecken reicht sie immer noch gut aus. Bestellt man dann den passenden Akkus fürs Fahrrad im Fahrradladen nach, bezahlt man locker zwischen 500 und 800 Euro für so ein Teil. Online-Händler bieten (einer schnellen Recherche zufolge) jede Menge Akkus für um die 250 Euro an. Dieser Markt wird sicher zunehmen. Denn Akkus sind eigentlich zu teuer. 

Zur Pflege:

30. August 2017

Rätselraten um ein Schild

Was bedeutet das denn? Ein rot durchgestrichenes Fahrrad auf gelbem Grund. Das bin ich jetzt ein paar Mal gefragt worden. 

Die Umleitungen für Radfahrende um die wegen Bauarbeiten gesperrte Kolbstraße ist so sorgfältig und gut, dass viele Radler in Stuttgart zum ersten Mal auf dieses Schild stoßen: Es heißt "Radler-Umleitung Ende". Haben wir bislang kaum je gesehen. Allerdings kennen wir ein größeres Schild mit dem U drauf. (Siehe Foto unten.)

Großes Lob also für eine konsequent beschilderte Umleitung, die viel Respekt für uns Radfahrende verrät.

28. August 2017

Ruderer bergen Rikscha aus dem Neckar

 Foto: Stuttgart-Cannstatter RC
Dumme Dinge passieren. Die Mannschaft einer Fahrradrikscha hatte ihr Gefährt in Münster auf dem Neckardamm abgestellt. 

Die Bremse war mit einem Gummiband festgestellt. Das hat aber leider nicht gereicht. Die Rikscha machte sich selbständig und landete im Neckar.

Eine Mannschaft des Fünfer-Boots "Give me Five" hatte am Samstagnachmittag gerade am Steg des Stuttgart-Cannstatter Ruderclubs gegenüber angelegt, als sie Hallo-Rufe hörte. "Uns ist da was im Neckar abgesoffen." Die Fünf bestiegen das Boot wieder und ruderten hinüber.

26. August 2017

Rolf, das Solarfahrrad

Dieses Fahrrad ist ein Solarfahrrad geworden. Auf dem Rahmen steht Rolektro City

Es handelt sich bei diesen Rolectro-Pedelecs um vergleichsweise enorm preiswerte E-Räder. Ob man sie noch neu kaufen kann, habe ich nicht herausgefunden. Die Internetseite von Rolektro verweigert mir den Zugang. Als Herstelleradresse (eigentlich Elektroroller) habe ich den Ort Hilden gefunden. Dabei Telefonnummern.

Wo auch immer dieser Besitzer dieses Rolektro her hat, er hat es nachträglich mit viel technischem Verstand aufgerüstet. Auffällig vor allem die Solarzellen auf dem Gepäckträger. In den kästen am Gepäckträger dürften eine Elektronik, vielleicht auch weitere Akkus untergebracht sein. Falls der Besitzer zufällig meinen Blog liest, ich würde mich freuen, wenn er uns etwas über dieses Fahrrad erzählt.

Es stand, als ich es sah, in der Rosenstraße, Ecke Olgastraße beim Hüftengold.

24. August 2017

Es ist Zeit für den großen Wurf

Immer mehr Menschen fahren mit dem Fahrrad. Aber die Infrastruktur hinkt hinterher. 

Die Planungen von Radwegen und Radspuren ist großenteils Jahrzehnte alt. Entsprechend schmal und verwinkelt ist sie, geprägt von einer defensiven Haltung dem Autoverkehr gegenüber. Dem darf nichts weggenommen werden, so die Planung, weshalb Räder an Engstellen immer wieder über Gehwege und Fußgängerampeln geleitet werden. Immer mehr Radler benutzen heute schon die Fahrbahn, denn sie wollen direkt links abbiegen und überhaupt schneller vorankommen. Das wiederum stört den Autoverkehr und schafft Aggressionen auf beiden Seiten. Radler fühlen sich bedrängt, Autofahrer ausgebremst. Geschrei und Gehupe ist die Folge.

Doch der Radverkehr boomt, auch in Stuttgart. Eigentlich bräuchten wir jetzt sofort den großen Wurf:

22. August 2017

Doofe gibt es überall

"Machen wir uns nix vor: Es sind nicht die Radfahrer, nicht die Autofahrer und auch nicht die Fußgänger – es sind die Doofen, die nerven", schreibt Setzer in Kessel-TV. Stimmt eigentlich. 

Wir streiten uns hier - mehr noch auf Facebook - ständig, wer schlimmer ist im Missachten der Regeln, wer böser ist, und wer mehr nervt, Radler oder Autofahrer. Die meisten Radfahrenden die meisten Autofahrer/innen und die meisten Fußgänger/innen verhalten sich jedoch vernünftig, rücksichtsvoll, vorausschauend und freundlich und beachten die Verkehrsregeln. Ich erlebe mehr Autofahrende, die in angemessenem Abstand hinter mir bleiben, wenn ich auf einer Fahrbahn radle, und erst überholen, wenn Platz ist. Aber ich merke mir den einen Autofahrer, der mich spiegelstreifend knapp überholt, dann nach rechts zieht und mich auch noch ausbremst, um mich zu bestrafen. Ein Depp! Und solche Deppen bestimmen dann meine Gefühle. 

21. August 2017

Abkürzungen haben fast immer zwei Spuren

Wie viel Umweg nehmen Leute in Kauf, die mit Muskelkraft unterwegs sind - Fußgänger und Radfahrer?

Dafür gibt es sogar eine Formel, die der Physiker Dirk Helbig beim Blick von seinem Fenster auf den Stuttgarter Uni-Campus entwickelt hat. Allerdings für Fußgänger und ihre Trampelpfade.

Er hat sich nämlich gewundert, dass Menschen selbst kleine Ecken um wenige Meter abkürzen. Seine Formal lautet: Menschen sind bereit, bis 25 Prozent Umweg in Kauf zu nehmen. Ist der Umweg sichtlich länger, kürzen sie ab, egal wir kur der Umweg eigentlich ist. Radfahrer kürzen auch gern ab. Die meisten Abkürzungen sieht man nicht, denn sie geschehen über Gehwegecken oder Gehwege oder einen linksseitigen Radweg/Radspur als Geisterradler.

20. August 2017

Radkultur in die Stadt

Am kommenden Donnerstag, den 24. August, reden wir mal darüber. Ich nehme meine andere Rolle an und höre mir an, was ihr schon immer mal der Stadträtin sagen wolltet. 

Ich hoffe nicht nur auf Kritik, die man ja in Stuttgart leicht an der Radinfrastruktur üben kann, sondern auch auf die  Diskussionen, die wir in diesem Blog in den Kommentarfeldern führen. Was wäre wo besser: Eine Fahrradstraße oder gar nichts, Radstreifen, ein Radweg? Wie müssten der Charlottenplatz organisiert werden, damit der raderlfreundlich ist? Wie schätzen wir die Hauptradroute 1 ein? Was brauchen wir zu allererst? Hier der Facebook-Link zur Veranstaltung.

19. August 2017

Der Felgenmotor zum Nachrüsten

 
 Quelle: Velospeeder Velogical 
Velogical bietet einen Felgenmotor  für Fahrräder an. Der Motor ist leicht und klein. Den Akku nimmt man in einer Stangentasche mit oder im Getränkehalter. 

Die Grundidee ist die, dass man leichte Rennräder oder Klappräder, etwa das Bromton, mit dem Felgenantrieb nachrüstet. Dann bekommt man den typischen Pedelec-Rückenwind bergauf oder beim Radeln gegen den Wind. Der Motor ist mit 500 Gramm extrem leicht. Wenn man einen Akkus normaler Reichweite dazu nimmt, wiegt das Ganze 1,6 kg, was immer noch sehr leicht ist vergleichen mit üblichen Pedelec-Antriebssystemen.

18. August 2017

Radfahrer machen Autofahrer glücklich

Ich schreibe in regelmäßigen Abständen darüber, warum Autofahrer eigentlich Radfahrer lieben, hätscheln und belohnen müssten. Denn ohne sie erstickt die Stadt im Stau, Lärm und Feinstaub. 

Der Baseler Großrat und Verkehrsplaner Raphael Fuhrer, hat das in diesem Artikel in der Tageswoche auch noch einmal wunderschön und mit interessanten Zahlen ausgeführt. In der Schweiz - das habe ich von einer Delegation Züricher Stadträte, die im Juni in Stuttgart waren, erfahren - sind Radfahrende auch nicht wirklich geschätzt, obgleich die Schweiz keine Autoindustrie hat.

17. August 2017

Radbügel statt Polizei

Wenn man einen Gehweg vor Aufparkern schützen will, fallen dann auch mal Radabstellbügel für uns ab. 

So wie hier in der Epplestraße in Degerloch vor dem Metzger. Das ist schön, dass wir hier Fahrräder anbinden können. Dei Bügel stehen längs des Bordsteins, und zwar so, dass Autofahrer auch nicht mit einem halben Reifen hoch kommen.

Doch, es ist gut, dass wir mehr Radabstellanlagen bekommen. Zumal in einer Einkaufsstraße, die vor Parkplätzen nur so strotzt (übrigens alle mit Bäckertaste).

16. August 2017

Anton, der Unverwüstliche

Die Marke Anatom, auch Westdeutsches Luxus-Markenrad, kann man nur noch gebraucht kaufen. Oder man hat es noch. 

Viel habe ich darüber im Internet nicht gefunden. Offenbar wurde es in den Siebzigern hergestellt. Ich bin sicher, einige von euch wissen mehr über diese Radmarke.

Gesehen habe ich das Fahrrad in den Radständern an der Kronprinzstraße beim Böhm. Auf den Stangen sieht man die Schriftzüge Anatom und Luxus-Klasse. Es scheint auch noch den ursprünglichen Sattel zu haben. Man sieht eine Dreigangschaltung. Und es hatte auch einst dieses lustige Hinterradspeichenschloss, das man eigentlich nur aufbiegen musste, wenn man das Rad klauen wollte.

15. August 2017

Einar, das E-Einrad mit Handkurbel

Da stand ich dann doch eine Weile und habe gegrübelt. Ein Klappfahrrad? Mit Elektromotor! Aber mit nur einem einzigen Rad? Äh!

Und was soll das Rollstuhlzeichen am Gepäckträger ? Ach ja ... Genial! Es ist ein Hand-Bike für Rollstuhlfahrer mit elektrischer Unterstützung. Man verbindet es mit dem Rollstuhl und kann dann loslegen. Wie das geht, sieht man hier.

Ich habe dieses E-Handbike für Rollstuhlfahrer im Innenhof des Rathauses gesehen.

14. August 2017

Von der Schwierigkeit mit dem direkten Weg

So manche Quer- oder Längsverbindung durch Stuttgart ist für Radler nicht vorgesehen.  Dieser Radler nimmt den direkten Weg auf der Fahrbahn. 

Er kommt von der Wolframstraße her, ist unter dem Eisenbahntunnel durchgeradelt (vielleicht auf dem linksseitigen Radweg und dann über die Fußgängerampel auf die Fahrbahn, vielleicht durchgehend auf der Fahrbahn.) Er will zur Neckarstraße. Über die Radwege des Schlossgartens schafft er das nur über sehr lange Umwege. Vielleicht kennt er sich auch so gut gar nicht aus, dass er diese Wege finden würde.

Also ist er auf der Cannstatter Straße geblieben und fährt mit den Autos bei Grün über die Kreuzung in die Heilmannstraße.

13. August 2017

Die Angst radelt mit

Es gibt eingefleischte Fahrbahnradler, die über Radwege und Radstreifen fluchen, und es gibt Menschen, die gerne Rad fahren, aber um Gottes Willen nicht auf der Fahrbahn, sondern nur auf Radwegen. 

"Wenn Radfahrer die Fahrbahn nutzen möchten, obwohl es einen straßenbegleitenden Radweg gibt, ist dies ein sicheres Zeichen für einen schlechten Radweg", schreibt David Hembrow in einem Artikel, den das Bundesverkehrsministerium übersetzt auf seine Seite gestellt hat. Es geht um die Frage der Sicherheit - objektiv und subjektiv - die Menschen in den Niederlanden aufs Fahrrad gebracht hat. Radeln ohne Angst, das ist das Entscheidende. Und dazu brauchen wir wohl Frauen für die Fahrradpolitik, die mit ihren Kindern radeln wollen. 

12. August 2017

Radler hassen geht immer

Autofahrer hassen sie. Und Fußgänger erst recht. Radfahrer sind staatlich anerkannte Gutmenschen, behauptet ein Beitrag im Blog des Freitags

"Die Cyborgs übernehmen gerade die Evolution. Die Radfahrer. Mit dem allerhöchsten Segen der umweltpolitischen Korrektheit klingeln sie mich erbarmungslos vom Spazierweg ..." egal, ob man springen kann oder nicht. Fahrradförderung auf Kosten von Fußgängern, so der Tenor, ist nicht fair, den Spaziergängern gegenüber. Das denke ich mir auch manchmal, wenn ich durch den Schlossgarten radle. Die armen Fußgänger! Und dann denke ich: Aber welche Alternativstrecken haben wir Radler eigentlich?

Wo ist denn der echte Tallängs-Radweg? 

11. August 2017

Der Himmel am Boden

Wie Radwege beleuchten, die durch dunkle Ecken oder Wälder führen. Wir denken derzeit beim geplanten Schnellradweg über die Römerstraße über LED-Lichter nach, die nur bei Bewegung anspringen. Es geht aber auch anders. 

Man könnte aber auch solches Material nehmen, das das Tageslicht speichert und nachts für ein paar Stunden wieder abgibt. Der Radblogger Tobias Finger hat da mal recherchiert, was es alles gibt. Im Nordpolnischen Ort Lidzbark Warminksi können Radler hundert Meter über einen Weg fahren, der tagsüber türkis glänzt und bei Dunkelheit blau leuchtet.

10. August 2017

Was eine Bloggerin auch mal glücklich macht

Man kann nie vorhersagen, welcher Post gut ankommt. Dieser aber ist durch die Decke gegangen. Jedenfalls für meine Verhältnisse. 

Am 12. Juli habe ich über die "Uneingeschränkte Macht auf der Straße" geschrieben. Kein einfaches Thema. Zumal ich mich auf eine US-Doktorarbeit und einen englischen Artikel bezogen habe, auf den mich Blogleser Carsten aufmerksam gemacht hat. Das Thema hat jedoch offenbar den Nerv von zehntausenden Radfahrenden getroffen. Er hat ihre Gefühle im Straßenverkehr gespiegelt und eine soziologische Erklärung dafür geliefert, warum viele Autofahrer sich Radlern gegenüber so respektlos bis hasserfüllt benehmen. Eine Erklärung haben, tut gut, auch wenn sie ein wenig deprimierend ist.

Mein bisher meist aufgesuchter Artikel war der über die "2-Meter-Regel", aber nur weil TV-Zuschauer in einer Werbepause die Antwort auf die Halbe-Millionenfrage bei "Wer wird Millionär" recherchierten (4.600 Zugriffe). Der eigentlich erfolgreichste Post war bis dahin "Radfahren macht Kinder besser in Mathe" mit 1.800 Zugriffen. Aber auf einmal ist alles anders geworden.

9. August 2017

Lastenräder sind die Zukunft ...

... ja, aber es gibt sie auch schon ganz lange. Die Post ist mit der größten Lastenradflotte unterwegs, die wir in Deutschland haben. 

Längst auch mit elektrischer Unterstützung. Denn die Post weiß: Mit Lastenrädern kommt man überall hin und versperrt wenig Platz.

Wobei Postfahrräder wie dieses auf Gehwegen auch nicht die ideale Lösung sind. Wobei ich noch keine Beschwerden über Postfahrräder gehört habe. Wir nehmen sie praktisch nicht wahr.

Lastenräder helfen, wie man an der Post sieht, das Zustellproblem kleiner und leichter Waren in der Innenstadt und in den Wohngebieten zu lösen. Kleine Räder anstelle der Kleintransporter, die überall durchwollen und überall stehen, auf Gehwegen, in Kurven, auf Zebrastreifen ...

8. August 2017

Tür zu!

Auf den Radstreifen der Kaltentaler Abfahrt bergauf sind diese Zeichen aufgetaucht. Sie warnen Radler vor Dooring-Unfällen.

Sie warnen vermutlich auch Autofahrer. Und sie erinnern uns alle daran, dass es nicht gut ist, Radler so dicht entlang geparkter Fahrzeuge entlang zu führen.

Ich habe sie am Sonntag gesehen. Wer die da hingesprüht hat, verraten die Zeichen nicht. Offizielle Zeichen sind  es jedenfalls nicht.

Dooring-Unfälle sind bei Radfahrenden häufig. Uns sie gehen fast immer mit schweren Verletzungen einher.

Die leise Züricher Verkehrsrevolution

Zürich ähnelt Stuttgart. Auch diese Stadt hat Berge. Und Autos. Und Radfahrer.

Unmöglich sei es, den Autoverkehr in zehn Jahren um 10 Prozentpunkte zu senken, meinte die Stadtpolitik. Doch genau dazu hat die in der Schweiz direkter organisierte Stadtdemokratie die Regierung gezwungen. Und es klappt.

Der Radverkehrsanteil am Gesamtverkehr lässt sich auch in Zürich nicht so genau berechnen. Man hat immer nur die Zahlen der Radler, die an Zählstellen vorbeikommen (Dort werden es wie bei uns ständig deutlich mehr). Und man hat Leute befragt, was ihr Hauptverkehrsmittel ist. Demnach hat sich der Radverkehr in Zürich innerhalb von fünf Jahren von 5 auf mindestens 8 Prozent gesteigert. Ähnliches könnte man von Stuttgart sagen, mit dem gleichen Hinweis, dass die Zahl der Radler zugleich absolut deutlich zugenommen hat (der Autoverkehr parallel halt auch). Jedoch ist in Zürich innerhalb von 15 Jahren der Anteil des Autos am Verkehr von 40 auf 25 Prozent gesunken.

7. August 2017

Candy, das urbane Rennrad

Dieses Canyon sehe ich immer mal wieder. Vielleicht  gibt es ja auch zwei oder drei davon in Stuttgart. 

Canyon sitzt in Koblenz und stellt eigentlich Rennräder her, hat aber auch urbane Rennräder im Angebot. Ohne Motor, leicht, schlicht und darum stylish. Sehr schön.

(Im Hintergrund sieht man ein umgedrehtes Ruderboot aus Plastik.)

6. August 2017

Das Fahrrad ist einfach zu schnell

Aktive Berufstätige bringen etwa 90 Minuten am Tag mit Fortbewegung zu. Das hat sich seit den Zeiten vor dem Auto und der Eisenbahn nicht groß verändert. 

Früher ging man zu Fuß, etwa fünf Kilometer am Tag. So mancher wanderte lieber, als mit der Postkutsche zu reisen, denn die wackelte mit 3 km/h über Land. Als die Verkehrsmittel schneller wurden - mit dem Fahrrad, mit dem Zug, später mit dem Auto -,änderten sich die Entfernungen, die man zurücklegte, nicht aber die Zeit, die man dafür investierte. Man kann also sagen: Menschen haben ein Gefühl für die Zeit, die sie investieren wollen, um woanders hin zu gelangen. Das Auto hat es beispielsweise möglich gemacht 30 km vom Arbeitsplatz entfernt zu wohnen. Heute fahren Berufstätige oder Mütter (die fahren besonders viel) etwa 50 km am Tag mit dem Auto Tag herum.

5. August 2017

Der Österreichische Platz braucht Radstreifen

Hier sieht man wieder einmal die verschiedenen Radlertypen. Die einen auf der Fahrbahn, die anderen auf dem Gehweg. 

Denn in der Immenhofer-/Weißenburgstraße und auf dem Österreichischen Platz fehlen Radstreifen.

Die Unerschrockenen nehmen die Fahrbahn an der Ampel und ordnen sich zum Geradeausfahren sogar auf der linken Spur ein. Die Erschrockenen  - die meisten - fahren auf dem Gehweg zur Fußgängerampel und mit den Fußgängern hinüber. Wobei der Gehweg hier nicht für Radfahrende freigegeben ist, auch der Fußgängerüberweg nicht.