31. Januar 2016

Der Deutsche Fahrradpreis goes to ...


... nein, noch nicht. Aber "Radfahren in Stuttgart" ist nominiert in der Kategorie Kommunikation

Mit mir ins Rennen gehen zwei weitere Kandidaten. Preisverkündung und -verleihung ist am 25. Februar in Essen.

Gegen mich tritt ein Fahrradfilm-Festival an und "200 Tage Fahrradstadt", ein Projekt, über das ich hier auch schon geschrieben habe.

29. Januar 2016

Radfahrer halten den Autoverkehr am Laufen

Räder brauchen weniger Platz, verbrauchen keine fossile Energie, produzieren weniger CO2 und keine Stickoxide, machen weniger Lärm, sind weniger gefährlich als Autos und halten ihre Fahrer/innen gesünder. Und sie helfen den Stau zu bekämpfen. 

Gerade in Stuttgart ist nicht die Frage, ob wir den Fahrradverkehr fördern sollen oder nicht, sondern, wie wir es hinkriegen, dass tatsächlich mehr Leute das Auto stehen lassen und mit dem Rad in die Stadt oder zur Arbeit fahren. Nur ein lebhafter Radverkehr kann den Stau entlasten. Deshalb sind Radfahrer nicht die Bösen, die die Autos für ein paar Minuten an einer Steilstrecke aufhalten, und die man darum unermüdlich bekämpfen muss.

Radler sind Verbündete aller Autofahrer/innen, die auf ihr Auto angewiesen sind und nicht im Stau stehen wollen.

27. Januar 2016

Wer kennt die Regeln für Radler?

Der SWR hat zehn Fragen zu den Verkehrsregeln für Radfahrer*innen gestellt. Den Test kann man hier machen

Die meisten haben 8 von 10 Fragen richtig beantwortet. Das ist ja schon mal gut. Aber so richtig sicher waren sich die Leute nicht. Nur 63 Prozent kannten den richtigen Sicherheitsabstand, den ein Auto vom Fahrrad beim Überholen einhalten muss. Und nur 56 Prozent wussten, unter welchen Bedingungen ein Radler den Zebrastreifen benutzen kann. Ob man beim Radeln mit dem Handy am Ohr telefonieren darf oder nicht, war auch nur 70 Prozent der Teilnehmer klar.

26. Januar 2016

ADFC fordert Winterdienst für Radrouten


Der ADFC fordert in einem offenen Brief an OB Kuhn, den Gemeinderat von Stuttgart und Landesverkehrsminister Hermann einen Winterdienst auf den Hauptradrouten. 

Die Woche des Feinstaubalarms in Stuttgart war zufällig auch die Woche, in der Schnee fiel und Nebenstraßen und Abschnitte der Hauptradroute 1 (und anderer Routen) an den Stellen tagelang vereist waren, die nicht Teil der Autofahrbahnen sind. Etwa die Radlerschleuse in der Tübinger Straße oder die steile Rampe an der König-Karls-Brücke in Cannstatt zum Wasen hinunter. Oder der Übergang der Möhringer Straße am Alten Feuerwehrhaus über den Gehweg bis weit in die Straße hinein. (Foto.)

Auch die Grünen im Gemeinderat haben einen Antrag gestellt, vor allem bei Feinstaubalarm die Radrouten zu räumen, weil sonst die Aufforderung der Stadt konterkariert wird, vom Auto auf andere Verkehrsmittel umzusteigen. Radfahrer entlasten schließlich auch den ÖPNV, der an solchen Tagen an seine Belastungsgrenze kommt.

Nachtrag: Die Bildzeitung hat das Thema (und mein Foto, das ich dem ADFC überlassen hatte) aufgegriffen und am 27.1. berichtet:

Hier der offene Brief des ADFC

25. Januar 2016

Das Kreuz mit den Radrouten-Planern

Stuttgarter Radroutenplaner zeigt falsche Strecke
Wenn der Auto-Navi nicht optimal leitet, ist das nicht so schlimm, man sitzt ja bequem und muss sich nicht anstrengen, auch wenn man einen kleinen Umweg fährt. Für Radfahrer/innen ist ein Routenplaner eine Strafe, der die Radstecken nicht kennt. 

Routenplaner scheitern in Stuttgart am Grundproblem unserer Radinfrastruktur: Es gibt nur wenige ausgewiesene Radwege, nur wenige Radspuren, weshalb sich Routenplaner für Radfahrer ihren Weg - halblegal und illegal - ebenso suchen müssen wie wir Radler. Es gilt abzuwägen zwischen Mordssteigung, gegen die Einbahnstraße oder mal einer Treppe auf dem Weg.

24. Januar 2016

Kein Geld für eisfreie Radrouten

Die Hauptradrouten werden in Stuttgart nicht geräumt, weil der Ausschuss für Umwelt und Technik (UTA) des Gemeinderats bisher Jahr für Jahr die zusätzlichen 75.000 Euro nicht genehmigt, die allein für die Radhauptroute 1 nötig wären. 

Die Grünen im Gemeinderat haben jetzt per Antrag gefordert, dass wenigstens bei Feinstaubalarm die wichtigsten Strecken dort von Eis und Schnee befreit werden, wo sie von der Autofahrbahn getrennt sind, etwa die Radlerschleuse an der Tübinger Straße oder die Rampe zum Wasen hinunter auf den Neckardamm. Die Stuttgarter Zeitung hat die Sprecherin des städtischen Betriebs Abfallwirtschaft dazu gefragt. Sie erklärte: "Wenn die Stadt möchte, dass mehr gemacht wird, dann muss die Stadt mehr Geld bereitstellen."

23. Januar 2016

Räder weg von Geländern

Es ist nicht Luxus für Radfahrer, wenn man ihnen mehr Abstellbügel anbietet. Es ist vor allem notwendig für Gehbehinderte, wenn die Geländer erreichbar und nicht mit Rädern vollgestellt sind. 

Die Fotos zeigen die Situation im Bosch-Areal. Da gibt es einen Supermarkt, Ärzte, einen Physiotherapeuten und zahlreiche Gewerbe, deren Mitarbeiter/innen teils gern mit dem Rad kommen. Aber es gibt keine echten Radparkplätze. Also hängen die Leute ihre Räder an die Geländer.

22. Januar 2016

Eisradwege - Tag 5 des Feinstaubalarms

Auch heute noch ist zum Beispiel die Radspur, vor allem aber der Radweg entlang der Friz-Elsas-Straße Richtung Rotebühlplatz stellenweise gefährlich vereist. 

Die Fotos hat mir Blogleser Bertram geschickt. Hier radeln auch Schüler/innen um die Kurve auf den Radweg (obligatorisch). Auf den beiden Fotos unten sieht man von rechts die Radspuren auf die gerade mal reifenbreite Spur einschwenken.

Vereiste Kurven sind besonders gefährlich. Für alle, die hier zu Fuß gehen ist das ein deutliches Zeichen, dass man trotz Feinstaubarlarms besser nicht aufs Rad umsteigt, weil die Stadt zwar die Autostraßen absolut frei hält, nicht aber die Radspuren und Radwege.

Bitte Radrouten räumen!

Bei mir häufen sich die Meldungen über verschneite und vereiste Radwege und Abschnitte auf Radstrecken. 

Ich habe vor zwei Tagen schon berichtet. Die Kommentare sind zahlreich. Beim Radforum am Mittwoch gab es viele Beschwerden von Radfahrern über nicht geräumte Abschnitte.

Ich empfehle, an die Stadt eine Gelbe Karte zu schreiben, sobald ich auf Flächen für Radler stoßt, die nicht befahrbar sind.

Am Tag vier des Feinstaubalarms sah es in der Büsnauer Straße und Am Kräherwald so aus. Die Bilder (unten) stammen von Blogleser Jörg.

21. Januar 2016

Keine Angst vor Radfahrern!

Am Dienstag war die geplante Fahrradstraße Tübinger Straße wieder Thema im Bezirksbeirat Süd. 

Schöne Pläne haben wir gesehen. Eigenartig nur die Angst der städtischen Vertreter vor dem, was Radfahrer tun könnten, wenn sie eine Fahrradstraße haben.

Der Versuch mit der Vorfahrtstraße werde abgebrochen, hörten wir, wenn es zu Unfällen kommt. Dahinter war die Sorge spürbar, Radler könnten plötzlich sehr viel schneller unterwegs sein als bisher, in sich öffnende Autotüren von Parkern krachen oder Fußgänger umnieten. Als ob die Radfahrer, die heute in der Tübinger unterwegs sind, nicht jetzt schon genau so schnell radeln würden, wie sie jeweils persönlich können. Das tun Radfahrer immer. Auf Fahrbahnen sind sie, je nach Fitness mit zwischen 25 und 30 km/h unterwegs, auf jeden Fall also langsamer als die Autos.

20. Januar 2016

Alternative: Sturz - Eisbahnen für Radfahrer

heute
Feinstaubalarm Tag 3 und immer noch sind Autos unterwegs wie nicht gescheit. Und immer noch sind die Wege für Radfahrer nicht geräumt oder gestreut.

Da kann möchte man die Empfehlung aussprechen: Fahrt auf Fahrbahnen und, wo es nicht anders geht, auf dem Fußweg. Die sind nämlich geräumt.

Der Nachteil von Extrawegen für Radler, auch Radwege genannt, ist, dass viele Städte keine Maschinen haben, um sie von Schnee und Eis freizuhalten. Hinzu kommt, in Stuttgart gerade sehr deutlich sichtbar, dass gar kein Interesse besteht, die Wege für Radler freizumachen. Auch an den Tagen nicht, wo wir Menschen dazu bewegen wollen, nicht mit dem Auto zu fahren.

19. Januar 2016

Heute wieder mal Tübinger Straße im Bezirksbeirat Süd

So sollte es künftig nicht mehr aussehen. 
Der Bezirksvorsteher hat die Stadtverwaltung gebeten, im Bezirksbeirat vorzustellen, wie es mit der Fahrradstraße weitergeht. 

Wir erinnern uns, die Tübinger Straße soll Fahrradstraße werden. Eigentlich sind Fahrradstraßen nur für Fahrräder, es sei denn, sie werden für Anlieger freigegeben. Das ist meistens der Fall.

Der ADAC empfiehlt, dass Fahrradstraßen Vorrangstraßen sind (damit auch für Autos), sofern sie nicht als Durchgangsstraßen oder Schleichwege missbraucht werden.

Es gilt also sicherzustellen, dass die Tübinger Straße nicht mehr stadtauswärts als Ausweichstrecke bei Stau auf der Hauptstätter Straße benutzt werden kann. Denn klar: Wir Radler wollen eine Vorfahrtstraße haben. Immerhin fahren hier jeden Tag über 2000 Radler. Selbst jetzt sind immer welche unterwegs.

18. Januar 2016

Fahrrad fahren, damit es keine Fahrverbote gibt

Ab heute gilt in Stuttgart Feinstaubalarm. Autofahrer/innen sind aufgefordert, das Auto stehen zu lassen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, mit dem Fahrrad oder zu Fuß zu gehen. 

(Übrigens sollen auch Leute ihre Kamine nicht anmachen.) Dieser Feinstaubalarm wird ausgerufen, wenn eine Wetterlage vorhergesagt wird, in der sich der Feinstaub sammelt. Die Stadt möchte es zunächst mit solchen Aufrufen probieren, ehe man sich Gedanken über echte Fahrverbote machen muss. Irgendwelche Maßnahmen müssen jedenfalls ergriffen werden, sonst stehen Klagen und EU-Strafen an.

17. Januar 2016

Autochaos in der Fahrradstraße - es hört nicht auf

So sieht in Stuttgart die Fahrradstraße aus. Sie hat vier Zebrastreifen und neben rund einem halben Dutzend Behindertenparkplätzen und E-Auto-Tankplätzen auch ein paar Parkbuchten. 

Zumindest gehen Autofahrer davon aus, dass sie hier einen Parkplatz finden. Oben auf dem Foto sieht man einen silbrigen Wagen (auf dem Foto links) auf der Fahrspur halten. Alle anderen Autos, und es sind viele, müssen links an ihm vorbei.

Hier hat kein Radfahrer mehr Platz für gar nichts.

15. Januar 2016

Pumptrack unter der Schattenringbrücke plattgemacht

Quelle: enduro-mtb
Die Punmptrack-Szene ist entsetzt. Unter der Autobahnbrücke am Schattenring gab es seit acht Jahren einen Pumptrack, den Mountainbiker sich selbst aufgebaut hatten. 

Abseits von Wohngebieten, ohne jemanden zu stören, konnten sie ihrem Sport nachgehen.

Den Track gibt es jetzt nicht mehr. Der Kurs über Erdhügel wurden vont platt gemacht, übrigens vermutlich veranlasst von der Stadt Leonberg. Das berichtet das Online-Mountainbikemagazien enduro. Diesem Bericht zufolge lautete die Begründung, es habe dort zu viele Graffiti gegeben. Nun haben aber die Graffiti-Szene und die Mountainbike-Szene eigentlich gar nichts miteinander zu tun.

13. Januar 2016

Warum opfern wir unsere Stadtviertel dem Durchgangsverkehr?

In der Cannstatter Zeitung erscheine am 9. November ein Leserinnenbrief. Als die Autorin vor drei Jahren nach Stuttgart zog, hat sie sich verwundert die Augen gerieben. 

Warum opfern die Cannstatter ihr Stadtviertel dem Durchgangsverkehr nach Fellbach? Die Fellbacher haben so viele andere Möglichkeiten nach Stuttgart zu kommen. Dann kam die Radspur entlang der Waiblinger Straße nach Fellbach, und sie atmete auf. Endlich mehr Ruhe, weniger Tempo, und sie konnte mit ihrem Kinderanhänger mit dem Rad nach Cannstatt fahren. Hurra!

11. Januar 2016

Das gute kleine Chaos

Das Zusammenspiel Radler-Fußgänger funktioniert besser, wenn es keine so ganz klaren Regeln gibt, nämlich als Mischverkehr. 

Legt man Rad- und Fußspur dicht nebeneinander, dann flammt Revierverhalten auf, wenn eine Verkehrsart den Raum der anderen betritt oder befährt. Mischt man ihn, dann ärgern sich zwar manche Radler, weil sie nicht vorwärts kommen, aber es bleibt friedlich.

Der Schlossgarten verlangt Fußgängern und Radlern viel ab, ist aber sehr beliebt, auch bei Radfahrern. Am besten funktioniert es im sanften Chaos.

9. Januar 2016

Radler in deutschen Schilderwäldern

Foto: Göttsche 
In den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts kam die Diskussion auf, Fahrräder von der Fahrbahn zu verbannen. Der Grund war politisch.

Das Fahrrad war ein Massenverkehrsmittel der Arbeiter. Man wollte den damals geringen motorisierten Individualverkehr unterstützen und sagte: Fort mit allem anderen von der Straße. Die Nationalsozialisten haben das Mehrklassensystem im Straßenverkehr in Gesetze gegossen, nach dem Prinzip, der Stärkere hat Vorrecht.

7. Januar 2016

Augenblicke - Retrorad

Zufällig gesehen, ich weiß nicht einmal mehr, wo.  Und so sieht die Gangschaltung aus. Sehr retro.

Auf der Ganschaltung steht Bridgestone und auf dem Rohr Monte Carlo.


Ich bin sicher, liebe Blogsleser/innen, der eine oder die andere können mir was über dieses Fahrrad erzählen.


5. Januar 2016

Degerloch bekommt ein Radwegnetz

... nein, das ist nicht real, das wünsche ich mir nur für dieses Jahr. Auch in Degerloch erledigen immer mehr Menschen kleine Einkaufswege mit dem Fahrrad. 

Die Anwohner freut es, vor allem die in den Gassen um die Epple-Straße herum. Dort sind dann weniger Einfahrten und Ecken zu geparkt und der Parkplatzsuchverkehr dieselt nicht die Gassen rauf und runter. Nur haben es Radler/innen in Degerlochs Einkaufszentrum schwer. Die Epplestraße hinauf radeln, geht ja noch, auf der Busspur. Aber vom Albplatz gegen die Einbahnstraße herunter, da haben Radfahrer keinen Weg.

3. Januar 2016

Was zum Schutz vor Regen und Unsichtbarkeit

Wir Frauen müssen nicht in blauer Regenhose und Regenjacke herumfahren. Es gibt eleganteres, was sogar auch noch praktischer ist. 

Dafür gibt es den  Shop Georgia in Dublin, der ziemlich elegante und praktische Regensachen anbietet, etwa den Regenrock (den auch ich benutze, wenn es darum geht, auf kurzen Strecken die Beine vor Regen zu schützen), eine Kappe und Regengamaschen, die man über Schuhe zieht, und die bis zum Knie reichen.

Auch mit der Bauarbeiterwarnweste muss keine Frau herumradeln.