31. Dezember 2014

Happy new Cycle-Year

Radfahren in Stuttgart wünscht allen Radfahrerinnen und Radfahren immer genug Luft in den Reifen und die Kette auf den Ritzeln.  

Ich danke allen Blog-Leser/innen für die konstruktiven und spannenden Diskussionen, für Anregungen, Bilder und Berichte und für die rege Anteilnahme.

Das Jahr 2015 wird für Stuttgart und seine Radler ganz bestimmt phänomenal. Und wenn nicht: Wir arbeiten dran.

29. Dezember 2014

Ist Radfahren eine Ideologie?

Radler über Vierzig mit guter Ausrüstung und allen Insignien des Wohlstands scheint ein Label anzuhaften. Darauf steht: "Ich bin ein Gutmensch und will euch bösen Autofahrern das Leben vermiesen. Bekämpft mich!" 

Wenn junge Leute Rad fahren, sind es Studierende ohne Geld. Okay. Wer sich kein Auto leisten kann, fährt meist nicht Rad. Aber was reitet einen gutverdienenden Menschen mittleren Alters, mit dem Rad zu fahren? Das kann doch nur Ideologie sein.

27. Dezember 2014

Und die hast du auch nicht geschenkt bekommen

Das Jive Bike kommt aus England und soll vor allem die Hosenbeine schonen
Das Jive Bike aus London. Es wurde für Pendler entwickelt, die mit sauberen und unbeschädigten Hosenbeinen zur Arbeit erscheinen wollen.

Es ist ein Elektro-Fahrrad. Die Kette liegt innen. Und man kann es zusammenklappen. Eine Gangschaltung scheint es nicht zu haben. Braucht man aber vemutlich bei einem variablene E-Antrieb nicht. Sehr schön.

Es kostet ungefähr 1.800 Euro. Der Transport kommt noch dazu.

25. Dezember 2014

Was du nicht zu Weihnachten geschenkt bekommen hast

Das Valour von Vanhawks ist ein intelligentes Fahrrad mit GPS und Ultraschall-Sensor. Es hat Features wie sie auch Autos haben.

Es warnt beispielsweise über ein Vibrieren im Lenker, wenn sich von hinten ein Auto zu sehr nähert, damit man ausweichen kann.

Und es hat einen eingebauten Navi, das mit einem Smartphone zusammenarbeitet. LEDs im Lenker zeigen, ob man jetzt nach links oder rechts abbiegen muss. Man muss dazu nicht auf den Navi schauen, was nur ablenkt. Außderdem will der Hersteller mithilfe seiner Valour-Räder ein Netzwerk aufbauen. Räder informieren sich gegenseitig, was so los ist auf den Straßen.

23. Dezember 2014

Radfahrer brauchen keine Ampeln

Ich bin sicher, für alle, die Auto fahren, ist dieser Satz undenkbar. Straßenverkehr ohne Ampeln, das kann nicht gedacht werden. Darum denken wir es jetzt mal. 

Tatsächlich ist der Straßenverkehr so gut wie gar nicht für Radler eingerichtet. Die Regelungen, die wir haben, regeln die Dominanz des Autoverkehrs über den Fußgängerverkehr. Fußgängern werden an viel befahrenen Straßen per Fußgängerampeln für einige Sekunden Wege gebahnt. Dazu wird der Autoverkehr unterbrochen. Für Radfahrer unnötig, denn sie könnten vor oder hinter den querenden Fußgängern weiterradeln.


21. Dezember 2014

Das Rad ist das pünktlichste Verkehrsmittel

In Stuttgart sind die meisten Strecken, die wir zurücklegen, kürzer als 5 Kilometer, ideal fürs Fahrrad. Es ist unschlagbar schnell auf solchen Strecken. 
Man fährt von Tür zu Tür, ohne Umsteigen und ohne in ein Parkhaus zu müssen. Man steht nicht im Stau und weiß immer, wann man ankommt. Seitdem es Pedelecs gibt, steigt der Anteil der Radler sichtbar an.

2009 wurden 44 Prozent der Strecken in Stuttgart mit dem eigenen Wagen zurückgelegt, 27 Prozent gingen zu Fuß, 22 Prozent fuhren mit den Öffentlichen und 7 Prozent mit dem Rad. Die Zahl der öffentlichen Fahrer und die der Radler dürften sich inzwischen um ein paar Prozentpunkte erhöht haben. 

20. Dezember 2014

Seelbergstraße, Bad Cannstatt - gefährlich

Blogleser Sebastian hat sich in Cannstatt den Wilhelmsplatz und die Seelbergstraße angeschaut und hält die neu geschaffene Situation für gefährlich. (Korrigierte Neufassung) 

Die Seelbergstaße ist eine schmale Straße mit kleineren Geschäften, die am Cannstatter Carré endet (einer Einkaufsmall). Im Zuge der Sanierung wurden fast alle Bäume entfernt und das Parken auf einer Seite verboten. Halten darf man. Und auf dem Foto unten sieht man auch, dass hier Autos auf beiden Seiten stehen.

Und es gibt eine Linksabbiegespur für Radfahrer, allerdings nicht hinüber auf die rechte Straßenseite, sondern sogleich nach links in Gegenrichtung auf die rote Radspur.

Ist eigentlich jedem Autofahrer und Radfahrer klar, wer hier Vorrang hat? 

19. Dezember 2014

Radler in die Sackgasse

Der neue Fußgängerüberweg vom Bahnhof direkt zur Königstraße ist fertig. In den Ampeln leuchten beide Symbole, die für Fußgänger und die für Radfahrer. Fein, fein. 

Endlich komme ich aus dem Schlossgarten direkt rüber, ohne mich durchs Chaos am Bahnhof-Haupteingang vorbeischlängeln zu müssen. Hurra! Doch zu früh gefreut. Oder ist die Fußgängerzone Königstraße neuerdings für Radler freigegeben?

18. Dezember 2014

Blinker fürs Fahrrad

In der dunklen Jahreszeit sind wir oft mit Beleuchtung unterwegs und müssen mit den Lichtern der Autos konkurrieren.  

Selbst falls wir eine Sicherheitsweste tragen, den ausgestreckten Arm vorm Abbiegen in schwarzer Jacke, sehen andere oft schlecht. Ein Blinker wäre vielleicht nützlich.

Seitdem auch in Deutschland Batterie betriebene Lichter am Rad erlaubt sind, kann man sich diesen Blinker über die Lenkergriffe stülpen. Sie sind in der Schweiz schon unterwegs und kommen auch von dort.

15. Dezember 2014

Radler tun es - Autofahrer auch

Radler sind keine Engel. Sie sind auch nicht die besseren Menschen. Sie verletzen Regeln so wie alle anderen Menschen auch. 

Auf dem Foto sieht man einen Fußgänger, einen Skater und ein Auto auf dem Radweg. Der Radler fährt auf dem Gehweg.

Schwer zu messen, wer wie oft welche Regeln verletzt. Wir sind allgemein großzügig mit uns selbst, wenn wir Regeln verletzen, aber böse mit anderen, die das auch tun.

13. Dezember 2014

So geht das in Esslingen mit der Fahrradstraße

Die Hindenburgstraße in Esslingen ist Fahrradstraße geworden. Per Auto durch dürfen nur noch Anlieger. Die Straße ist für Autos Einbahn stadtauswärts. 

Das könnte Autofahrer verleiten, die Straße als Schleichweg zu benutzen. Damit das nicht klappt, hat man Poller aufgestellt. Autofahrer, die aus der Esslinger Innenstadt kommen, können hier nicht weiter. Sie müssen nach links. Reinfahren können nur die, die von der Plochinger Straße her über die Freidrich-Ebert-Straße gekommen sind.

So könnte das bei uns in der Tübinger Straße auch aussehen, wenn man sie zur Feinstraße (stadteinwärts) für Autos dicht macht.

11. Dezember 2014

Warnwesten nützen nichts

In der dunklen Jahreszeit sehe ich etwa einen von zwanzig Radlern ohne Licht fahren. Sie machen sich offenbar nicht klar, dass man sie ohne Licht praktisch nicht sieht. 

Übrigens werden sie auch von anderen Radlern nicht rechtzeitig gesehen!  Die Flucht auf den Gehweg ist auch keine Alternative. Es ist verboten und Radler ohne Licht werden auch von Fußgängern nicht gesehen. Also Licht an! Und zwar sofort.

Aber wird man mit einer Warnweste wirklich besser gesehen?

In Großbritannien beantwortet man die Frage inzwischen mit "Nein." Warnwesten haben die Unfälle nicht reduziert, denn der Autofahrer sieht nur, was er sehen will.

9. Dezember 2014

Zwölf Gründe fürs Radfahren

Radfahren ist nicht nur schön, sondern auch gesund. Denn der Mensch ist ein Bewegungstier. Leider gönnen wir unserem Tier oft zu wenig davon. Regelmäßig radeln hilft gegen Missmut und Frust und macht Sie zu einem neuen Menschen. 

Autofahren kann jeder (der mal den Führerschein gemacht hat), aber sich die Stadt mit eigener körperlicher Arbeit zu erobern, macht Sie zu etwas Besonderem. Ihre autofahrenden Arbeitskolleg/innen werden Sie bewundern, wenn Sie trotz Regens mit dem Rad gekommen sind. Und Sie merken, wie mit der Lust an der Bewegung Ihr Selbstvertrauen steigt. Auch ein Alltagsport wie Radfahren schafft Identität in einer Arbeitswelt, in der wir oft nicht als  Individuen wahrgenommen werden. Wir sind dann immerhin Radfahrer.

Hier zwölf Gründe fürs Radeln:

7. Dezember 2014

Radstreifen auf der Reinhold-Maier-Brücke

Hier wird bald das Schild verschwinden: "Fahrbahnmarkierung fehlt." Und es wird eine Radspur hingemalt. 

Das ist die Reinhold-Maier-Brücke, die Cannstatt mit Münster verbindet.

Bisher radelte man - was man aber nicht musste - über den freigegebenen Gehweg. Hier gehen nicht sonderlich viele Fußgänger, aber er ist zu schmal. Diese Lösung ist der Stadt nicht mehr erlaubt. Also müssen hier auf beiden Seiten der Fahrbahn Radspuren her. Sehr schön, dass die Gesetze endlich eine Trennung von Radlern und Fußgängern erzwingen.

Radfahrer gehören auf die Fahrbahn.

Macht Stuttgart da mit?



Stadtradeln ist eine Initiative Klima-Bündnisses, dem größten Netzwerk von Städten, Gemeinden und Landkreise zum Schutz des Weltklimas. Es ist eine Aktion, zu der sich Städte und Gemeinden anmelden.

Dann müssen sie - ihre Politiker/innen und ihre Bürger/innen - an 21 aufeinander folgenden Tagen zwischen Mai und September so viele Kilometer zusammen radeln wie möglich. Die Gemeinde mit den meisten Kilometern gewinnt. Und der mit den meisten Kilometern aller Teilnehmer wird auch prämiert.

5. Dezember 2014

Kampfbegriff Kampfradler

Anfang des letzten Jahrhunderts hatten Autos kein gutes Ansehen. Denn ihnen fielen jede Menge Fußgänger zum Opfer, die meinten, sie könnten einfach so auf die Straße gehen. 

Zur Hälfte traf es Kinder. Sie rannten und spielten auf der Straße und wurden von Autos zermalmt. Die US-Automobilindustrie fand schnell einen Begriff für solche Leute, der ihnen die Verantwortung für ihren Tod gab: Jaywalker. Was im Deutschen bedeutet: "einer, der eine Straße regelwidrig, unachtsam und rücksichtslos überquert und dabei andere gefährdet." Der Begriff Kampfradler macht dasselbe: den Radler zum Gesetzlosen. Es sind Begriffe, mit denen der Autoverkehr seine Dominanz auf Straßen verteidigt. 

3. Dezember 2014

Radfahrer sind gut für den lokalen Handel

Autofahrer sind keineswegs die besseren Kunden als Radfahrer oder solche, die mit den Öffentlichen kommen. Radler kaufen zwar weniger auf einen Schlag, dafür kommen sie aber öfter in die Läden.

Die Studie von Webarkaden "Warum Rad fahren?" sagt: Ein Autofahrer kommt durchshnittlich 7 Mal im Monat, der Radler 11 Mal. Auch sind die Mengen, die ein Autofahrer kauft, meistens nicht so groß und schwer (75 Prozent der Autofahrer tragen nur zwei oder eine Tüte raus), als dass dafür ein Auto notwenig wäre.

1. Dezember 2014

Wie wir Radfahrer den Autoverkehr subventionieren

Die Washington Post hat mich auf das Thema aufmerksam gemacht. Die Zeitung fragt: Warum soll mein Fahrrad dein Auto subventionieren? Aber tut es das denn wirklich? 

Aber ja. Supermärkte haben in Tiefgaragen Plätze, deren Gebühren sie den Kunden zurückerstatten. Und  sogar dieser Alnatura-Laden lockt Autofahrer damit, dass ihnen eine Stunde Parkgebühren in einem bestimmten Parkhaus zurückerstattet werden. Nicht nur einem, sondern vielen.  Woanders bieten Supermärkte gleich ganz kostenlose Parkflächen für Einkäufer an. Das ist schön für Autofahrer. Aber bezahlen tun wir das alle, auch Radler und Fußgänger.

Denn natürlich holt sich der Handel zurück, was er investiert. Und zwar so wie das alle Händler mit versteckten Kosten machen: Sie schlagen sie auf die Preise der Produkte. Und die sind für uns alle gleich, für Autofahrer, aber eben auch für Radler und Fußgänger. *