31. August 2014

Viele Räder - Eurobike 2014

Räder Halle um Halle. Es gibt schöne Räder, verrückte Räder, praktische, kuriose, nützliche, teure, aus Holz gesägte. Die Europike ist eine Fahrradmesse, das sieht man. 

Schnickschnack gibt es nicht viel. Dafür viel Technik und viele Fahrräder.

Ich werde in den nächsten Tagen in einzelnen Posts über ein paar Aspekte von der Eurobike berichten. Heute nur ein paar Hingucker unter den Rädern.

29. August 2014

Links oder rechts?

Derzeit wachsen Schilder an den Masten, und zwar so kleine quadratische mit grünen Radzeichen und einem Pfeil, mal links, mal rechts, mal schräg links, mal schräg rechts, mal geradeaus.

So wird der Radler auf der Hauptroute 1 auf der Möhringer Straße auf dem Erwin-Schoettle-Platz jetzt per Schildchen um die Matthäuskirche geleitet. Das ist gut für Leute, die sich nicht auskennen. Wer früher in Stuttgart Auto gefahren ist, erinnert sich vermutlich noch, dass einst der Autoverkehr diese Kirche umspült hat. Jetzt ist das alles Fußgängerbereich außer der Südseite der Kirche, wo es einen Parkplatz gibt.

25. August 2014

Radeln mit Kinderanhänger

Es wird getan, und ist erlaubt. Wenn der Anhänger mit Kindersitz ausgestattet und beleuchtet ist, dann dürfen Eltern ihre Kinder überallhin mit dem Kinderanhänger transportieren. Nur Schranken machen dem oft ein Ende. 

Und interessant: Sie müssen dabei nicht den Radweg benutzen. Denn der ist meistens zu schmal oder es gibt Hindernisse oder er ist mit Gespann nicht erreichbar, beispielswese wegen einer so genannten Umlaufschranke. Allerdings darf man mit dem Kind im Hänger nicht stattdessen auf dem Gehweg radeln, man muss die Fahrbahn nehmen. (Allein deshalb werden Gespannfahrer/innen alles daran setzen, auf Radwegen zu bleiben. Immerhin sitzen ganz kleine Kinder in diesen Hängern.)

23. August 2014

Linksabbiegen

Das ist keine Lapalie. Denn die Frage ist: Wo fährt ein Radler, der auf der Straße nach links abbiegen will? Die Polizei Hamburg bringt das den Kinder so bei:

Nach hinten gucken. Wenn kein Auto kommt, Handzeichen geben. Kommt aber ein Auto von vorn, dann bleibt man als Radler am rechten Bordstein stehen und wartet, bis es durch ist. Entscheidend dabei, der Radler bleibt immer am rechten Fahrbahnrand, auch wenn er nach links in eine Straße will.

Das Foto zeigt eine indirekte Links-Abbiegelösung in Konstanz, ebenfalls im Fußgängermodus.

21. August 2014

Städtetag fordert Wende in der Verkehrspolitik

So sieht unsere Fahrradstraße (Eberhardstr.) aus. 
Nach Ansicht des Deutschen Städtetags gehört dazu nicht nur die Renovierung von Straßen und Brücken und eine flächendeckende LkW-Maut für alle Straßen, sondern auch mehr Elektro- und Zweirad-Mobilität. 

Und zwar nicht, weil es gut klingt, sondern weil endlose Staus der Wirtschaft schaden und Klima und Gesundheit belasten. In der Pressemitteilung heißt es: "Notwendig ist auch ein zügiger Ausbau der Elektro- und Zweiradmobilität in den Städten. Das ist das beste Mittel, die Feinstaubbelastung für den Stadtverkehr zu reduzieren und den Lebenswert gerade von Innenstädten zu steigern. Denn bisher haben die so genannten Umweltzonen, außer Bürokratie für Bürger und Verwaltung, wenig gebracht.

19. August 2014

Umstost vom Verkehr

 
Manche Plätze entdeckt man in Stuttgart nur, wenn man zu Fuß unterwegs ist oder mit dem Fahrrad. 

An diesem Plätzchen fährt man mit dem Auto vorbei, wenn man aus der Hohenheimer Straße in die Neue Weinsteige hinauf braust. Oder wenn man die Etzelstraße als Schleichweg gewählt hat, um irgendeinen Stau zu umgehen, und am Bopser auf die Neue Weinsteige einbiegt.



Als Radlerin kann ich die Fahrbahn verlassen, absteigen ins Grün gehen und mich auf eine Bank setzen. Es gibt ein Brünnele und einen Spielplatz.

17. August 2014

Worüber sich ein Fußgänger wirklich aufregt

Fußgänger sind die friedlichsten Verkehrsteilnehmer überhaupt. Sie treten freundlich beiseite, wenn ihnen ein Radler auf dem Gehweg den Platz nimmt.

Sie ertragen fast alles. Nur eines macht sie richtig wütend: Wenn man sie auf dem Radweg zur Rede stellt.

Nie habe ich Fußgänger wütender erlebt, als wenn sie auf einem ausgewiesenen Radweg auf mein Bimmeln hin Platz machen mussten. Dann schimpfen sie wirklich. Wenn ich sie gar darauf anspreche, dass sie sich auf einem Radweg befinden, dann ergießt sich die gesamte Frustration über Radler auf Gehwegen in Parks und überhaupt über Radler über mich.

15. August 2014

Parkplatz Radweg

Es gab einst in München den Mann, der über Autos spazierte, die ihm auf dem Gehweg im Weg standen. Der Hintergrund war ein sehr ernster. Es hatte einen Unfall gegeben, bei dem ein Kleinkind starb.

Eine Radlerin mit Kind im Kindersitz auf dem Gepäckträger, war an einem auf dem Radweg abgestellten Auto straßenseitig vorbei gefahren. Der Autofahrer stieß seine Tür auf und erwischte das Fahrrad noch hinten. Die Frau stürzte, das Kind wurde von einem Auto überfahren und starb.

Jeder Autofahrer, der auf einer Radspur hält oder sein Fahrzeug nur mal für zehn Minuten abstellt, gefährdet unter Umständen Radfahrer, die ihre Sicherheitsspur verlassen und dem nachfolgenden Verkehr vor den Kühler fahren müssen. Besonders gefährlich wird es, wenn er die Tür öffnet, ohne nach hinten zu schauen. Und das passiert erstaunlich oft.

13. August 2014

Gehwege sind Gehwege


Gehwege heißen so, weil man auf ihnen geht. Sie heißen auch manchmal Fußwege, weil man sich auf den eigenen Füßen über sie bewegt. Nicht auf Rädern. 

Völlig klar ist, dass Autos auf Gehwegen nichts verloren haben. Aber auch Radfahrer haben auf Gehwegen nichts zu suchen.

Gehwege sind überhaupt nie für Radfahrer frei. Es sei denn, es steht extra ein Schild dort, das sie für Radfahrer freigibt. Und dieses Schild muss nach jeder Querstraße wiederum an der Fußwegecke stehen.

11. August 2014

Lebenswerte Straßen - wenig Autos, viele Freunde

Eine Untersuchung in den USA zeigt: In Straßen mit weniger Autoverkehr kennen sich die Nachbarn und haben Anwohner insgesamt mehr soziale Kontakte. In Straßen, durch die sich der Autoverkehr schiebt, leben die Leute einsamer. 

Anschauen kann man sich die Thesen der Untersuchung in diesem Video. Es ist leider auf Englisch. Es beruht auf den Untersuchungen, die Donald Appleyard schon Anfang der 80er Jahre in San Francisco gemacht hat. Das Buch dazu heißt: "Livable Streets", "Lebenswerte Straßen" (Barkeley, Los Angeles, 1981) Und hier die zentralen Thesen mit den zentralen Grafiken aus dem Buch und Film.

9. August 2014

Sind doch nur Radfahrer

Respekt für Radler ist jetzt nicht so weit verbreitet in Stuttgart. Vor allem nicht in der Baustellennot, also bei der Verwaltung. Hier in Cannstatt ist die Einfahrt für Radler aus der Wilhlmstraße in die Liebenzellerstraße kurz mal aufgegeben. 

Aus welchen Gründen auch immer steht mitten auf der Radspur eine Absperrung. Was die Autofahrer freut, die gleich dahinter parken. Radler dürfen hier entgegen der Einbahnstraße rein. Und Autofahrer, die jetzt hier herauskommen, ärgern sich zu Recht (zusammen mit den Radlern), wenn ihnen ein Rad vor den Kühler fährt.

7. August 2014

Bitte mal überdenken - Cannstatt Neckardamm am Rosensteinbunker

Es gibt in Stuttgart einige altgediente Radspuren, die für ein paar Radler angelegt wurden, für die zunehmende Menge an Radfahrern aber nicht mehr taugen.  

Und zwar deshalb, weil sie zu eng und Flickwerk sind und Radfahrer sie nur dann gut benutzen können, wenn sie sich den praktikablen Weg selbst suchen.

Auf dem Foto sieht man, dass der eine Radfahrer auf der Fahrbahn fährt, die anderen ihm auf dem Gehweg entgegenkommen. Beide fahren im englischen Modus, also auf der jeweils links von einander. An dieser Stelle, nämlich am Rosensteinbunker in Cannstatt geht das praktisch nicht anders. (Sie Karte unten)

5. August 2014

Der Mord-Tunnel vom Veielbrunnenweg

Wer in Cannstatt den Veielbrunnenweg ganz durch fährt, bist dorthin, wo Autos nicht mehr weiterdürfen, hinein in den für Radler freigegebenen Fußweg, der stößt auf eine hundert Jahre alte Tunnelanlage, die von hier unter den Bahnlinien hindurch führt. 

Schaurig bei Nacht, - einst Schauplatz eines Mordes - eng, aber für geübte Radler, die auch einen Anstieg nicht scheuen, eine echte Alternative, zum direkten Weg nach Cannstatt von der König-Karls-Brücke auf dem Gehweg unter der Eisenbahnlinie durch

Man biegt aus Stuttgart kommend gleich nach der König-Karls-Brücke rechts ab, fährt am Wasen entlang (leider auf schmalem Gehweg) und nimmt die nächste Fußgängerampel über die Mercedesstraße hinüber in den Veielbrunnenweg. (Siehe Karte unten)

3. August 2014

Was ist so gefährlich am Pedelec-Fahren?

 Grafik, Statistisches Landesamt 
Eine Bemerkung aus aktuellem Anlass. Das baden-württembergische Innenminsterium hat am 31. Juli eine Unfallstatistik für das erste Halbjahr dieses Jahres vorgelegt. Demnach starben auf den Straßen in unserem Bundesland bereits 22 Radfahrer/innen bei Unfällen. 

In der Pressemitteilung heißt es:
"Bei 4.624 Fahrradunfällen (plus 27,3 Prozent) seien im ersten Halbjahr 2014 bereits 22 Fahrradfahrer ums Leben gekommen (1. Halbjahr 2013: 19), 968 seien schwer verletzt worden (plus 27 Prozent).
Bei den Radunfällen sei die Beteiligung von Pedelecs auffällig. Die Verdopplung gegenüber dem 1. Halbjahr 2013 auf 233 Unfälle spiegle die zunehmende Verbreitung der neuen Fahrzeuge. Fazit: „Tragen Sie einen Fahrradhelm. Denn damit lassen sich Kopfverletzungen vermeiden oder zumindest mildern“, betonte Gall. Dies gelte besonders für Pedelecs, da mit diesen eine deutlich höhere Geschwindigkeit erreicht werden könne."

Und sofort sind wir alle ganz schnell dabei zu behaupten, dass es an der Geschwindigkeit liege, dass Pedelec-Fahrer statistisch öfter verunglücken als es ihrem Anteil an Radfahrern unter den Radler entspricht.  Ich glaube aber, das ist ein Denkfehler.

1. August 2014

Die sichere Kreuzung

Die meisten Zusammenstöße, die Radler mit Autos haben, ereignen sich, wenn der Radfahrer an einer Kreuzung geradeaus will und der Autofahrer rechts (oder lins) abbiegt.

Autofahrer sehen Radfahrer vor allem dann nicht, wenn sie auf einem optisch von der Fahrbahn getrennten Radweg kommen. Sie sind plötzlich da, wenn der Autofahrer um die Kurve fährt, und er nimmt sie auf den Kühler.

In Radlerkreisen wird derzeit ein US-Konzept für sichere Kreuzungen diskutiert, das wir in Stuttgart eigentlich gar nicht diskutieren müssten, denn wir haben den Platz für solche Anlagen nicht. Und wenn wir ihn haben, befindet sich dort bereits ein Kreisverkehr. Ich bin auch gar nicht so begeistert davon, denn es setzt auf fahrbahnferne Radwege.