30. Juni 2013

Die Hauptradroute 1 - ein Stuttgarter Projekt

Er soll ja angeblich von Rohr über Vaihingen und Kaltental zu Marienplatz und von dort über die Tübinger Straße, die Fahrradstraße, Planie und durch den Schlossgarten nach Cannstatt führen und von da nach Fellbach. 

Der Tallängsweg ist ein vielversprechendes Radprojekt der Stadt Stuttgart, von dem es zwar eine Karte (nur mit Java-Plugin) gibt, aber online nicht unter dem Stichwort Tallängsweg Stuttgart. Dafür tauchen dann mahnende Beschreibungen des Nabu und des adfc mit Fotos von den Mängelpunkten auf, die inzwischen teils behoben sind.


Fangen wir mal an mit der Strecke Marienplatz-Vahingen (ca. 7 km) und zurück (siehe Karte unten).

29. Juni 2013

Das Wetter ist schuld - die Hofener Straße

Heute sind auf der Hofener Straße mehr Autos gefahren als Radfahrer. Das Pikante dabei, der Abschnitt unter den Weinhängen des Zuckerbergs ist seit dem 1. Mai an Wochenenden für Autofahrer gesperrt.

Radfahrern ist dann zugleich das Fahren auf dem Gehweg verboten. Sie müssen die Straße benutzen. Damit nämlich Fußgänger mit Kind und Kegel endlich in Ruhe am Neckar entlang bis zum Stuttgart-Cannstatter Ruderclub und zum Max-Eyth-See spazieren können. (StZ)

Hirn-Jogging - originelle Lösungen

Radfahrer bleiben auch geistig fit, weil sie sich immer wieder auf verkehrstechnische Überraschungen einstellen müssen.

Hier Tübinger Straße, (Abzweig Feinstraße). Man hat wegen der Baustelle im Gerberviertel die Weiterfahrt für Autos sperren wollen. Da sich Autofahrer aber nicht daran halten (sie kurven auch jetzt noch drum herum), hat man die Spurenführung mit Baken verstärkt. Da kommt dann aber natürlich auch kein Radfahrer mehr durch.

28. Juni 2013

Fahrradfahrer sind die schlimmsten Verkehrsteilnehmer

  • Sie sind plötzlich da und schon wieder weg. Sie sind der Horror! 
  • Sie fahren links. 
  • Sie fahren ohne Licht. 
  • Sie missachten die Vorfahrt anderer. 
  • Sie fahren nicht auf dem Radweg, sondern halten auf der Fahrbahn alles auf. 
  • Sie kommen einem blitzschnell beim Abbiegen in die Quere. 
  • Sie rasen zwischen Fußgängern durch. 
  • Sie fahren Kinder und Hunde über den Haufen.
  • Sie haben Rot und fahren doch. 
  • Sie fahren eigentlich überall. 

27. Juni 2013

Der Radweg - Olgastraße

Radwege sind launisch und helfen nicht beim Linksabbiegen. Sie haben auch gern mal eine kleine Baustelle ohne Vorwarnung oder man hat temporäre Halteverbotsschilder aufgestellt. Abgesehen natürlich vom Lieferverkehr, der auf ihnen hält.

Zum Beispiel die Olgastraße stadtwärts. Hier mit einer kleinen Asphaltflickerei, die ordentlich unter den Reifen knallt. Auch kann es der Autofahrer nicht erwarten, bis er endlich rechts rüber kann, rollt mit zwei Reifen auf meinem Radweg und schneidet dann rüber.

Oben an der Ampel endet der Radweg zuverlässig, und wenn ich weiter runter will (nicht nach rechts), dann muss ich mich auf der linken Autospur einordnen.

Radwege sehen Linksabbiegen nicht vor. Nicht einmal das Geradeausfahren. Dabei hat man noch Glück, wenn er kurz vor der Kreuzung und mehrspurigen Ampelanlage endet. Blöder ist es, wenn er es eigentlich gar nicht erlaubt, dass man sich links hält.

25. Juni 2013

Der beste Radweg ist die Nebenstraße



Gäbe es in Stuttgart viele Radfahrer und würden sie tatsächlich auf Radwegen fahren, dann würde sich zeigen, dass Radwege für Radfahrer ungeeignet sind.

Sie sind zu schmal. Zum Glück ist man ja meist allein auf dem Radweg, aber hätte man ständig langsamere vor sich, dann würde man überholen wollen und es auch tun. Mit Blick auf das beginnende Elektrorad-Zeitalter wird das ein echtes Problem werden.

Sie enden immer dort, wo man sie eigentlich braucht, weil die Straße oder Kreuzung schmal und von Autos dominiert wird.

In Stuttgart sind in den letzten Jahren eine Reihe von Radwegen an Strecken angelegt worden, die Radfahrer nur selten benutzen, weil andere Strecken durch verkehrsarme Nebenstraße besser sind.

Der beste Fahrradweg ist die Nebenstraße. 

Gut gemeint, aber eine Falle!

An der Ampel Silberburg/Schlosstraße gibt es etwas, was man sich für alle Haltelinien an Kreuzungen wünscht, an denen ein Radler auch mal links abbiegen möchten.

Die Radhaltelinie vor der Haltelinie für Autofahrer. Wenn auch Autofahrer das nicht ganz einsehen. "Ist doch kein Radfahrer da!", erklärt er mir. "Doch ich bin jetzt da, denn auf dem Radweg kann ich vorfahren, auch wenn Sie da schon stehen." - "Ach so, ja."

Leider ist das hier nicht zu Ende gedacht. Und deshalb sehr gefährlich. Es ist eine Falle für Radfahrer.

24. Juni 2013

Die Neue Weinsteige

ist die schönste Straße Stuttgarts. Man hat einen phänomenalen Blick über den Kessel bis hinüber zum Birkenkopf. Leider hat der Autoverkehr sie gänzlich für sich erobert. 

Man darf sie übrigens mit dem Rad durchaus hochfahren. Es ist nicht verboten. Es tut nur niemand. Täte es man es, sähe man, was nie ein Autofahrer und auch kaum ein Stuttgarter je zu sehen bekommen. Da ist der grandiose Ausblick, für den wir Muße haben. Aber da radelt man eben auch durch mystische Orte und Wildnis, passiert ein verwunschenes Denkmal und kann sehen, wie eine junge Frau um ihr Leben rennt.

Der Panoramaweg Neue Weinsteige wird DIE Attraktion sein für die Pedelec-Ausflüge, die Stuttgart anbieten wird, wenn erst ein Radweg die Neue Weinsteige hinauf entstanden ist.

Aufstand gegen die Wespen - Fahrradstadt Stuttgart

Stuttgart ist schon Hauptstadt des Staus. In Wahlkämpfen wird die Stadt darum regelmäßig zur künftigen Fahrradstadt erklärt.

Gefällt mir. Und eigentlich kann man in Stuttgart sehr gut Rad fahren. Allemal mit einem bergtauglichen Elektrorad. Das allerdings geht nur deshalb momentan so gut, weil Stuttgart eine Autostadt ist und verglichen mit Karlsruhe oder Freiburg nur wenige Radfahrer unterwegs sind. Andernfalls würde sich schnell zeigen, dass alle Radwege zu schmal sind und alle Kreuzungen zu eng.

Fußgänger und Autofahrer würden verzweifeln in den Schwärmen von Radlern, die ihnen in Einbahnstraßen und auf Gehwegen entgegen kommen, die zwischen ihnen am Ampeln warten und durchstarten.

Planung und Anlage von Radrouten kosten Geld, deshalb gibt die Stadt derzeit immer mehr Gehwege und vor allem Fußgängerampel-Anlagen für Radfahrer frei. Aber darin steckt ein fataler Denkfehler

22. Juni 2013

Der Radweg ist ein seltsames Wesen

Wo man ihn braucht, ist er nicht, und wo er ist, braucht man ihn nicht.

Er beginnt urplötzlich und endet überraschend. Manche sind nur wenige Meter lang. Einige haben parkende Autos zwischen sich und dem Gehweg. Und keiner hilft dem Radler beim Linksabbiegen. Manche mögen es nicht einmal, wenn man vorhat geradeaus zu fahren.
Und ihre Schilder stehen zuweilen auch auf dem Fußweg, weit weg vom Radweg.

Zum Beispiel in der Filderstraße.

21. Juni 2013

Labyrinthe - die unmögliche Kreuzung

Ja, was will mir dieses Schild jetzt sagen? Fußgängerzone. Nicht frei für Radfahrer. Aber Radfahrer sollen hier trotzdem etwas tun, nämlich irgendwie eckig fahren. Aber wo? Gleich hier? Oder später?

Ich befinde mich - aus dem Mischverkehrsweg Tübinger Straße/Rothebühlplatz kommend (siehe Karte unten) - an der Kreuzung vor dem Treffpunkt Rothebühlplatz und möchte nach links Richtung Feuersee weiter radeln.

Ein Verbotsschild für Radfahrer (Bild 2) sagt mir, dass ich dies auf keinen Fall auf den Fahrbahnen für Autos tun darf.

Also nicht grübeln, weiter radeln.

Unrund - Kreisverkehre

Eigentlich sind Kreisverkehre für Radfahrer ganz einfach. Man fährt rein, herum, streckt dann den Arm raus und verlässt ihn wieder. 

Und dabei ist es wie überall: Autofahrer unterschätzen die Geschwindigkeit von Radlern. Oder sie übersehen sie beim Abbiegen nach draußen. Lebensrettend also: den Kreisverkehr immer mittig auf der Fahrbahn um fahren! (Siehe Foto)

Mir scheint, bei der kuriosen Lösung, die man derzeit an vielen Kreisverkehren installiert, geht es nicht um die Radler, sondern darum, sie von der Autofahrbahn fernzuhalten.


Labyrinthe - Die Theodor-Heuß-Straße

Es gibt ja gar nicht so viele Möglichkeiten längs durch den Talkessel zu fahren. Eine ist die Theodor-Heuss-Straße. Sie hat dort, wo Platz ist, eine Radspur auf der Fahrbahn. Die allerdings auch anderweitig genutzt wird. 

Am Rote-Bühl-Platz fährt man zunächst auf dem Gehweg, der auch Radweg ist. Dann geht es auf die Fahrbahn, wo mich unter Umständen eine Ampel stoppt. Der Radstreifen endet leider auf halber Strecke, und ich darf unter Fußgängern auf dem Gehweg weiter radeln (siehe Karte unten, Pos. 3).So gelange ich zur Bolzstraße.

20. Juni 2013

Was zum Festhalten

Stuttgart hat was Nettes für Radfahrer, um ihnen das Halten an roten Ampeln zu erleichtern: Die Halteringe am Ampelmasten. 

Man kann an allem rummäkeln, auch daran. Eigentlich ganz schön, wenn auch - schlimmer noch als eine Türklinke - sehr abgegriffen. Man möchte vielleicht doch lieber nur mit Handschuhen zufassen oder ist hygienetechnisch sehr unerschrocken. Anderseits fasst man in der Straßenbahn auch alles an.

Und man muss sich auf dem Rad schon leidlich sicher sein, wenn man sie benutzen will. Denn in der Regel stehen sie sehr weit vorn am Bordstein. Das heißt: Hinfahren, bremsen, zufassen und Totalstopp. Sonst ist man mit dem Vorderrad auf der Fahrbahn draußen. Und wenn man sich am Haltering installiert hat, sieht man oft die Radampel nicht mehr richtig, so wie hier am Rosensteinbunker, weil man ja mit der Schulter neben dem Masten ist.

Stadtauto statt Auto - das Pedelec

Pedelecs sind womöglich sogar umweltfreundlicher und gesünder als Normalräder, zumindest in bergiger Umgebung.

Pedelec bedeutet "mit Pedal unterstützender Elektrik". Das heißt, man tritt weiterhin fleißig in die Pedale, bergauf mehr als auf glatter Strecke, bekommt aber über den Druck aufs Pedal Kraft aus einem Elektromotor dazu. Kritiker bemängeln, dass es überhaupt Strom benötigt wird. Das Online-Magazin fairkehr hat gerechnet und bilanziert:
"Beim Betrieb eines Elektrofahrrads werden also inklusive der Belastung durch die Herstellung des Akkus nach dieser Kalkulation etwa 5,5 g CO2/km ausgestoßen. ... Vergleicht man den Stromverbrauch aufs Jahr summiert, braucht ein E-Bike bei 15 km Strecke pro Tag 44 KWh, ein Laptop 58 KWh und der Kühlschrank 250 KWh im Jahr. Ein durchschnittlicher Vier­personenhaushalt verbraucht insgesamt 4000 KWh elektrische Energie pro Jahr." (noch mal der Link)
Die Ökobilanz der Pedelecs könnte übrigens auch dem Naturradler gegenüber besser sein als man immer so denkt. Erstens nimmt der Pedelec-Fahrer das Rad (statt anderer Verkehrsmittel) öfter und für längere Stecken als der reine Muskelkraftradler, und zweitens strengt er selbst sich nicht so an. Und der Radler strengt sich beim Fahren auch weniger an, produziert also selbst weniger CO2 als einer, der keucht und schwitzt.

19. Juni 2013

Hirn-Jogging für Radler


Radfahrer bleiben auch geistig fit. Denn sie sehen sich immer wieder gänzlich neuen Verkehrssituationen gegenüber, für die sie noch kein Muster abgespeichert haben. Radwege und ihre Führung und Beschilderung sind äußerst vielfältig.

Es gilt, schnell Schilder und Ampeln richtig zuzuordnen und aus Linien am Boden die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Eine schöne Strecke für solche Übungen ist der Weg von der Mineralbad-Berg-seitigen Haltestelle nach Cannstatt über die König-Karl-Brücke.

Gefährliche Zwerge - Radampeln

Nach meinen Erfahrungen gehören diese Spielzeugampeln für Radfahrer zum Gefährlichsten, was die die Verkehrsplanung für uns bereit hält. Das ist eine Entwicklung, die man dringend überdenken sollte.

Ampeln sind an sich das, was ein Radfahrer am meisten hasst. Denn er oder sie muss halten und den Fuß abstellen. (Autofahrer bleiben an Ampeln ja immer gemütlich sitzen.) Bei Radfahrern ist das Halten bei Normalhöhe des Sattels ein kleiner Balanceakt, weil man auf der Fußspitze steht.

Aber das ist das kleinere Problem. Das größere ist, dass es drei Sorten von Ampeln für Radler gibt. Radler müssen ihr Konzept ständig ändern, manchmal an derselben Kreuzungsanlage. Mal agieren sie als Fußgänger, mal als Radler. Und am sichersten sind sie, wenn Sie wie ein Auto agieren dürfen und Autoampeln auch für sie gelten.

18. Juni 2013

Immer wieder Stress beim Abbiegen

Die meisten Autofahrer wissen, dass sie beim Abbiegen höllisch auf Radfahrer aufpassen müssen, die rechts neben ihnen fahren und geradeaus weiter dürfen. (Verkehrslexikon)

Aber auch Fußgänger haben Vorrang. Das wissen leider die meisten Fußgänger nicht. Sie bleiben deshalb stehen, wenn sie sehen, dass ein Fahrzeug in ihre Straße einbiegen will, die sie gerade überqueren wollen. Müssten sie aber nicht ganz so defensiv tun. Jeder, der einbiegt, muss warten, bis der gesamte Geradeausverkehr durch ist, also alle die Straßeneinmündung überquert oder passiert haben. Das gilt übrigens auchwenn man aus einem Kreisverkehr rausfährt, denn dann biegt man ja auch ab.

17. Juni 2013

Labyrinthe - Wie kommt man zur Wilhelma?

ähm ... mit dem Rad? Gar nicht. Na ja, schon, aber nur über Mordsumwege. 

Der Familienausflug aus den südlichen oder westlichen Stadtteilen zur Wilhelma mit dem Fahrrad erfordert eine genaueste Kenntnis der erlaubten Wege für Radler. Der entscheidende Zugang aus dem Schlossgarten zur Wilhelma hinab ist eindeutig für Radfaher gesperrt, ein reiner Fußweg.

Es fahren natürlich trotzdem jede Menge Radfahrer (und die Fußgänger akzeptieren das mit ungeheurer Geduld). Mag ja sein, dass die Stadt den Weg nur deshalb sperrt, weil er nicht den Sicherheitsanforderungen an Radwege entspricht und die Stadt nicht haften will. Kann aber sein, dass eines Tages die Polizei dort wartet und das Verbot auch mal durchsetzen will. Für den, der legal unterwegs sein will, wird es nun sehr kompliziert.

16. Juni 2013

Ich habe da mal eine Frage

Fußgänger kann jeder. Wir alle sind Fußgänger, egal, was wir fahren. Und wenn wir Fußgänger sind, gehen auch wir Radfahrer gern mal auf Radwegen.

Es gibt im Stuttgarter Stadtarten inzwischen zwei ausgewiesene Radwege. Der eine ist eine Autobahn für Radler, gewissermaßen und beginnt am Neckartor Richtung Cannstatt. Der andere ist am Landtag und wird von Fußgängern mehr genutzt als von Radlern. Beide sind unmissverständlich gekennzeichnet. Blaues Schild mit Rad drauf heißt: Radweg, nur für Radfahrer. Nicht für Fußgänger oder Autos.

15. Juni 2013

Von Kampfradlern und Radlerhassern


"Nicht der Kampfradler ist wahnsinnig, sondern das Verkehrssystem, in dem er sich abstrampelt. Und deshalb muss er sich seinen Weg durch den Straßendschungel täglich selbst suchen. Ja, erkämpfen. Wer in Berlin auf dem Sattel sitzt, wird zum Kampfradler – oder er schiebt. (taz, 30.5.13)

Nicht immer geht es friedlich zu. Leider. Radler auf Fußwegen düsen knapp an Menschen an Krücken vorbei (Todsünde, denn Alte, Bekrückte und Rollatorenschieber sind eh schon unsicher auf den Beinen). Radler rasen in Gegenrichtung durch Einbahnstraßen (auch wo es nicht erlaubt ist) und beschimpfen den Autofahrer, der sie "behindert." Autofahrer nehmen Radler auf den Kühler, die erlaubterweise in Gegenrichtung durch die Einbahnstraße fahren. Oder streifen Radler mit dem Außenspiegel. Oder drücken ihn an den Bordstein, wo sich sein Pedal verhakt. Radler fahren auf dem in ihrer Fahrtrichtung linken, also falschen Radweg und erschrecken alle andern.

14. Juni 2013

Labyrinthe - alles easy am Bahnhof

Der Weg per Fahrrad aus dem Westen von Stuttgart in den Stadtpark führt am Hauptbahnhof vorbei. 

Das ist immer wieder ein vergnügliches Pfadfinder-Spiel über Fußgängerampeln, Gehwege, zugeparkte Radstreifen-Schnipsel, ein- und ausparkende Autos und Taxis.


13. Juni 2013

Das Mysterium im Straßenverkehr

Die Fahrradstraße

ist vielen ein Rätsel. Stuttgart hat eine eingerichtet. Sie ist wie der Mischverkehrsweg in der Tübinger Straße Teil des Tallängswegs für Radler. Sie beginnt in der Eberhardstraße am Hegelhaus, geht vor bis zu Breuniger, dann nach links am Marktplatz vorbei und nach rechts bis zur Markthalle.

Fahrradstraße bedeutet, dass andere Fahrzeugführer die Straße nicht benutzen dürfen. Keine Autofahrer, kein Lastverkehr, keine Motorräder, keine Fußgänger. Im Prinzip. Aber meistens regelt ein Zusatzschild die Ausnahmen.

Hier ist die Straße ebenfalls für Anlieger frei, wie man auf beiden Schildern links und Rechts der Einfahrt sieht. 

12. Juni 2013

Vertragt euch!

Der Mischverkehrsweg oder auch shared space ist ein Kreuz für Radfahrer.

Hier müssen sich Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer den Verkehrsweg teilen. Regeln gibt es keine. Man sollte sich halt nicht über den Haufen fahren oder rennen. Vorrang hat keiner, aber sowohl Fußgänger als auch Radler erwarten von Autofahrern ein äußerst defensives Verhalten. Der letzte in der Hackordnung ist auf solchen Straßen der Radler. Er ergrimmt Fußgänger, wenn er hurtig unterwegs ist und klingelt, und er muss Autofahrern oft schnell ausweichen, die vor lauter Ausschau nach Parkplätzen den Radler nicht sehen. (Parken dürfen sie hier allerdings nicht.)

Stuttgart hat in der Tübinger Straße das Experiment begonnen.

11. Juni 2013

Doch lieber die Unterführung?

In Stuttgart gibt es ein paar proppere Fahrradwege. Wenn ich aus der Neckarstraße komme und in den Stadtgarten fahren will, muss ich die Kreuzung Neckartor überqueren. Das geht, wenn auch die Grünphase für Radler sehr kurz ist.

Fällt die Ampel aber aus, dann soll mich nach links vor den (nicht per Ampel gestoppten) Autoverkehr werfen und über den Fußüberweg und dann in die Unterführung hinunter (sie ist barrierefrei) fahren ... Oder muss ich schieben?

Der Hinweis steht auf einem Schild an der Verkehrsinsel. Im Bild vergrößert.

Ach ja, und kleine Frage: Warum kann man auf so einem Schild nicht einfach "Ampel" sagen?

"Wenn Ampel ausfällt, Unterführung benutzen" klänge sowieso viel schöner, versteht jeder, und ist auch nicht länger.


10. Juni 2013

Warum halten Radfahrer nicht bei Rot?

Radfahrer bewegen sich durch drei Sphären, ständig müssen sie ihr Verhaltenskonzept ändern. 

Auf der Straße sollen sie sich an die Verkehrsregeln für Autofahrer halten, unter Fußgängern in Parks und Mischverkehrswegen sollen sie sich bewegen wie Fußgänger, und wo ein blaues Schild mir Rad steht, sind sie Fahrer auf (zugeparkten) Radwegen. Die Fahrt eines Radlers durch die Stadt ist ein ständiger Konzeptwechsel. Welchem anderen Verkehrsteilnehmer mutet man das zu? Und so kommt es, das Radler ihr Durchkommen selbst regeln und zuweilen rote Ampeln missachten.