20. September 2017

Das Zwei-Richtungs-Paradoxon

Es gibt Radel-Verbote durch Fußgängerbereiche, die nur für eine Richtung gelten. Dahinter erkenne ich übrigens kein System, sondern Gedankenlosigkeit. 

Am Riedsee in Möhringen gibt es einen Weg, der für Radfahrende gesperrt ist. Aber nur, wenn man vom Parkplatz am Restaurant kommt und Richtung Degerloch will. Er führt über eine Brücke, die abgepollert ist, weil sie  unter einem Auto zusammenbrechen würde. Die Sperrung für Radler (reiner Fußweg) leuchtet sogar ein, weil man an einem Spielplatz vorbeiradeln würde. Kommt man aber von der anderen Seite über den Feldweg, dann ist der Weg für Radler nicht gesperrt. Das Fußgängerschild fehlt.

18. September 2017

Keine Parkplätze in Fahrradstraßen, fordert die UDV


Nach einer Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) ist jeder 14. Unfall zwischen Auto und Fahrrad einer, bei dem ein Radler in eine plötzlich aufgestoßene Autotür kracht. 

Diese Unfälle verlaufen auch durchaus häufiger schwer als andere. Sie enden oft mit Beinverletzungen und Kopfverletzungen. Und sie geschehen überall, wo Radler zu dicht an geparkten Autos entlang radeln, entweder freiwillig oder weil sie sich vom Autoverkehr an die Seite gedrängt fühlen, oder aber, weil Radweg oder Radstreifen dicht an geparkten Fahrzeugen entlangführen.

16. September 2017

Boris, das Klapprad

Klapprad geht auch als Alltagsfahrrad. Dieses hier wird von einem großen Menschen gefahren. Brompton ist eine Klappfahrradmarke.

Die Räder sind nicht ganz billig. Jedes Fahrrad, so der Hersteller, wird in London in Handarbeit hergestellt und dabei an die Wünsche des Kunden angepasst.

Man sieht vorm Hinterrad die Rädchen, auf denen man das Fahrrad in zusammengeklappten Zustand wie einen Rollkoffer hinter sich herziehen kann. Die Kette liegt in zusammengefaltem Zustand innen zwischen den Rädern. Dieses Fahrrad ist schon länger in Gebrauch. Es hat einen Beutel anstelle des Gepäckträgers. Es stand am Neckardamm in der Abstellanlage des Stuttgart Cannstatter Ruderclubs. Sein Besitzer rudert.

14. September 2017

Ein Fahrradführerschein würde nichts bringen

Den Führerschein für Radfahrer würdet ihr Autofahrer nicht bestehen. Die Regeln, die für uns gelten, sind viel zu kompliziert.  

Warum müssen Autofahrer Führerscheine machen, Radfahrer aber nicht? Ungerecht? Nein. Führer von Kraftfahrzeugen müssen deshalb eine Prüfung machen, weil sie ein ziemlich schweres und energiereiches Gerät führen, mit dem sie spielend leicht Menschen töten können,  ohne selbst eine Verletzung zu erleiden. Ihnen muss die ungeheure Verantwortung klar sein, die es bedeutet, mehrere Tonnen mit der Potenz zu 200 km/h durch Wohnviertel, an Schulen vorbei oder entlang von Radstreifen zu steuern.

13. September 2017

Vorsicht bei Nässe in der Leuzekurve!

Die neue Kurve am Leuze zur König-Karlsbrücke ist ja wirklich schön. Allerdings nicht für Rechtsabbieger Richtung Berg runterzu. 

In der winzigen Senke vor dem Schildermast sammelt sich Nässe und Dreck, wenn es regnet. Und dann steht da ja auch noch das Schild.

Das steht  an der Grenze des Zweirichtungsradwegs zum Fußgängerweg. Radler dürfen ihre Radwege nicht verlassen, das ist klar. Sie dürften also mit dem Schild nicht kollidieren. Außerdem müssen Radler auf diesem Zweirichtungsradweg natürlich auch rechts fahren. Andererseits ist das eine bergab-Kurve, die sich zugleich nach außen hin absenkt.

12. September 2017

Pegasus, das geflügelte Fahrrad

Zur Abwechslung mal wieder ein Normalrad, ein Pegasus. 

Genauer, es ist ein Pegasus Avanti-Sport 21 Cross für Damen in Weiß, und ich würde sagen, es ist ziemlich neu, wie es hier steht. Nicht teuer, aber schick gemacht. Der gehörte Lenker gehört zur Grundausstattung. Es hat 21 Gänge.

Pegasus ist in der griechischen Mythologie ein geflügeltes Pferd. Pegasus Bikes ist eine Marke der ZEG, der Zweirad-Einkaufsgenossenschaft mit Sitz in Köln.

Dieses Fahrrad war in der Königsstraße angebunden, wo man seine Räder ja fast besser an den Ringen um die Platanen abstellen kann als in den Fahrradbügeln.

10. September 2017

Die unsichtbare Gewalt des Autoverkehrs

"Motorisierte Gewalt", so überschreibt Martin Herrndorf seinen Artikel in Fahrradzukunft.de. "Das Auto dominiert die Städte (und Landstraßen), warum lassen wir das zu?," fragt er und benennt mit ungewohnten Worten, die Realität, die wir erleben. 

Ein Auto kann töten. Beim Rechtsabbiegen übersieht der Autofahrer den Radfahrer. Warum? Weil er ihn nicht sehen will, nicht sehen muss, denn für sein "Übersehen" wird er kaum bestraft, auch dann nicht, wenn der Radler oder die Radlerin tot auf der Straße liegt. Ein Autofahrer hupt hinter mir, dann überholt er knapp, zieht das Auto auf meine Seite. Warum? Will er mir zeigen, dass ich nur durch seine Gnade noch lebe, er aber anders könnte, wenn er wollte? Autos fahren mit den rechten Reifen auf meinem Schutzstreifen, obgleich links für sie genug Platz ist (etwa auf der Neckarstraße). Warum? Was verbirgt sich für ein Gefühl dahinter, das dazu führt, dass mein Fahrraum beschnitten wird, dass ich mich ein bisschen fürchte, dass ich den Impuls fühle, auf den schützenden Gehweg auszuweichen?

8. September 2017

Das möchten wir auch haben

 W. Hermann, Foto von seiner FB.Seite 
Friedrichshafen weiht morgen das erste Teilstück eines Radschnellwegs ein. Er heißt Veloring, weil er halbkreisförmig um die Stadt führt. 

Der Abschnitt ist 1,7 km lang. Der Veloring soll einmal sieben Kilometer lang sein. 8,5 Millionen gibt Friedrichshafen in den kommenden Jahren dafür aus.

In Friedrichshafen wird gern Rad gefahren. Und im Sommer quellen Touristenwolken von Radfahrenden, die am Bodenseeufer entlang radeln. Für Radpendler braucht es dort mit Sicherheit einen Schnellweg, damit sie durchkommen. Das Foto zeigt Landesverkehrsminister Hermann beim Proberadeln. Das Land fördert Radschnellwege massiv. (Wir werden unseren ersten im kommenden Jahr zwischen Rohr und Böblingen haben.)
Für Stuttgart kann ich mir auch sehr gut einen Veloring vorstellen.

6. September 2017

Nebeneinander ist besser als hintereinander

Zwei Menschen dürfen nicht nebeneinander auf ihren Fahrrädern sitzen und sich unterhalten. 

Das gilt als Behinderung des Verkehrs. Nebeneinander sitzen ist aber erlaubt, sobald sich zwei Menschen in einem Auto befinden.

In einem Auto ist es sogar erlaubt, einen leeren Sitzplatz neben sich mitzuführen. Diese Aussage von Wolfgang Rauh veröffentlichte die Seite "Fahrrad Wien".

Sogar drei leere Sitzplätze darf ein Mensch mit sich führen, der in einem Auto sitzt.

4. September 2017

Prana, der Bär

Dies ist ein Prana von Velonom, ein Transportfahrrad, das man mit und ohne Elektromotor bekommen kann.

Velonom entsprang einem Jointventure der deutschen Firma (Velvet-Systems), die mit der US-Firma Yuba. Daraus entstand zunächst das Fahrrad Yuba-Mundo. Dann trennten sich die Firmen wieder, und seitdem vermarktet Velonom dieses Fahrrad unter dem Namen Prana.

Der Rahmen ist aus Stahl, also zwar schwer, aber steif. Er kann große Lasten tragen. Auffällig ist der lange Gepäckträger. Auf dem haben zwei Kindersitze Platz.

2. September 2017

Pedelec-Akkus sind zu teuer

Pedelec-Akkus sind so teuer, weil wir sie brauchen. Ihre Herstellung kostet unter 30 Euro, hat mir ein Fahrradhändler erklärt. 

Das ist auch der Grund, warum etliche Hersteller kulant sind, wenn es um den Austausch eines Akkus geht, den man selber am Anfang seiner Pedelec-Karriere kaputt gemacht hat. Es kostet eigentlich nichts und hält die Kundinnen und Kunden bei guter Laune.

Akkus halten ihre volle Leistung rund 500 Aufladezyklen, heißt es immer. Nach meiner Erfahrung spürt man den Aufladeverlust so nach etwa sechs- bis siebentausend Kilometern, manchmal auch später, was auch mit der Pflege zusammenhängen mag oder mit der Qualität der Akkus. Das heißt auch noch lange nicht, dass man ihn dann schon austauschen muss. Die Reichweite verkürzt sich dann halt um zehn bis zwanzig Prozent. Für die meisten Strecken reicht sie immer noch gut aus. Bestellt man dann den passenden Akkus fürs Fahrrad im Fahrradladen nach, bezahlt man locker zwischen 500 und 800 Euro für so ein Teil. Online-Händler bieten (einer schnellen Recherche zufolge) jede Menge Akkus für um die 250 Euro an. Dieser Markt wird sicher zunehmen. Denn Akkus sind eigentlich zu teuer. 

Zur Pflege:

30. August 2017

Rätselraten um ein Schild

Was bedeutet das denn? Ein rot durchgestrichenes Fahrrad auf gelbem Grund. Das bin ich jetzt ein paar Mal gefragt worden. 

Die Umleitungen für Radfahrende um die wegen Bauarbeiten gesperrte Kolbstraße ist so sorgfältig und gut, dass viele Radler in Stuttgart zum ersten Mal auf dieses Schild stoßen: Es heißt "Radler-Umleitung Ende". Haben wir bislang kaum je gesehen. Allerdings kennen wir ein größeres Schild mit dem U drauf. (Siehe Foto unten.)

Großes Lob also für eine konsequent beschilderte Umleitung, die viel Respekt für uns Radfahrende verrät.

28. August 2017

Ruderer bergen Rikscha aus dem Neckar

 Foto: Stuttgart-Cannstatter RC
Dumme Dinge passieren. Die Mannschaft einer Fahrradrikscha hatte ihr Gefährt in Münster auf dem Neckardamm abgestellt. 

Die Bremse war mit einem Gummiband festgestellt. Das hat aber leider nicht gereicht. Die Rikscha machte sich selbständig und landete im Neckar.

Eine Mannschaft des Fünfer-Boots "Give me Five" hatte am Samstagnachmittag gerade am Steg des Stuttgart-Cannstatter Ruderclubs gegenüber angelegt, als sie Hallo-Rufe hörte. "Uns ist da was im Neckar abgesoffen." Die Fünf bestiegen das Boot wieder und ruderten hinüber.

26. August 2017

Rolf, das Solarfahrrad

Dieses Fahrrad ist ein Solarfahrrad geworden. Auf dem Rahmen steht Rolektro City

Es handelt sich bei diesen Rolectro-Pedelecs um vergleichsweise enorm preiswerte E-Räder. Ob man sie noch neu kaufen kann, habe ich nicht herausgefunden. Die Internetseite von Rolektro verweigert mir den Zugang. Als Herstelleradresse (eigentlich Elektroroller) habe ich den Ort Hilden gefunden. Dabei Telefonnummern.

Wo auch immer dieser Besitzer dieses Rolektro her hat, er hat es nachträglich mit viel technischem Verstand aufgerüstet. Auffällig vor allem die Solarzellen auf dem Gepäckträger. In den kästen am Gepäckträger dürften eine Elektronik, vielleicht auch weitere Akkus untergebracht sein. Falls der Besitzer zufällig meinen Blog liest, ich würde mich freuen, wenn er uns etwas über dieses Fahrrad erzählt.

Es stand, als ich es sah, in der Rosenstraße, Ecke Olgastraße beim Hüftengold.

24. August 2017

Es ist Zeit für den großen Wurf

Immer mehr Menschen fahren mit dem Fahrrad. Aber die Infrastruktur hinkt hinterher. 

Die Planungen von Radwegen und Radspuren ist großenteils Jahrzehnte alt. Entsprechend schmal und verwinkelt ist sie, geprägt von einer defensiven Haltung dem Autoverkehr gegenüber. Dem darf nichts weggenommen werden, so die Planung, weshalb Räder an Engstellen immer wieder über Gehwege und Fußgängerampeln geleitet werden. Immer mehr Radler benutzen heute schon die Fahrbahn, denn sie wollen direkt links abbiegen und überhaupt schneller vorankommen. Das wiederum stört den Autoverkehr und schafft Aggressionen auf beiden Seiten. Radler fühlen sich bedrängt, Autofahrer ausgebremst. Geschrei und Gehupe ist die Folge.

Doch der Radverkehr boomt, auch in Stuttgart. Eigentlich bräuchten wir jetzt sofort den großen Wurf:

22. August 2017

Doofe gibt es überall

"Machen wir uns nix vor: Es sind nicht die Radfahrer, nicht die Autofahrer und auch nicht die Fußgänger – es sind die Doofen, die nerven", schreibt Setzer in Kessel-TV. Stimmt eigentlich. 

Wir streiten uns hier - mehr noch auf Facebook - ständig, wer schlimmer ist im Missachten der Regeln, wer böser ist, und wer mehr nervt, Radler oder Autofahrer. Die meisten Radfahrenden die meisten Autofahrer/innen und die meisten Fußgänger/innen verhalten sich jedoch vernünftig, rücksichtsvoll, vorausschauend und freundlich und beachten die Verkehrsregeln. Ich erlebe mehr Autofahrende, die in angemessenem Abstand hinter mir bleiben, wenn ich auf einer Fahrbahn radle, und erst überholen, wenn Platz ist. Aber ich merke mir den einen Autofahrer, der mich spiegelstreifend knapp überholt, dann nach rechts zieht und mich auch noch ausbremst, um mich zu bestrafen. Ein Depp! Und solche Deppen bestimmen dann meine Gefühle. 

21. August 2017

Abkürzungen haben fast immer zwei Spuren

Wie viel Umweg nehmen Leute in Kauf, die mit Muskelkraft unterwegs sind - Fußgänger und Radfahrer?

Dafür gibt es sogar eine Formel, die der Physiker Dirk Helbig beim Blick von seinem Fenster auf den Stuttgarter Uni-Campus entwickelt hat. Allerdings für Fußgänger und ihre Trampelpfade.

Er hat sich nämlich gewundert, dass Menschen selbst kleine Ecken um wenige Meter abkürzen. Seine Formal lautet: Menschen sind bereit, bis 25 Prozent Umweg in Kauf zu nehmen. Ist der Umweg sichtlich länger, kürzen sie ab, egal wir kur der Umweg eigentlich ist. Radfahrer kürzen auch gern ab. Die meisten Abkürzungen sieht man nicht, denn sie geschehen über Gehwegecken oder Gehwege oder einen linksseitigen Radweg/Radspur als Geisterradler.

20. August 2017

Radkultur in die Stadt

Am kommenden Donnerstag, den 24. August, reden wir mal darüber. Ich nehme meine andere Rolle an und höre mir an, was ihr schon immer mal der Stadträtin sagen wolltet. 

Ich hoffe nicht nur auf Kritik, die man ja in Stuttgart leicht an der Radinfrastruktur üben kann, sondern auch auf die  Diskussionen, die wir in diesem Blog in den Kommentarfeldern führen. Was wäre wo besser: Eine Fahrradstraße oder gar nichts, Radstreifen, ein Radweg? Wie müssten der Charlottenplatz organisiert werden, damit der raderlfreundlich ist? Wie schätzen wir die Hauptradroute 1 ein? Was brauchen wir zu allererst? Hier der Facebook-Link zur Veranstaltung.