5. Dezember 2014

Kampfbegriff Kampfradler

Anfang des letzten Jahrhunderts hatten Autos kein gutes Ansehen. Denn ihnen fielen jede Menge Fußgänger zum Opfer, die meinten, sie könnten einfach so auf die Straße gehen. 

Zur Hälfte traf es Kinder. Sie rannten und spielten auf der Straße und wurden von Autos zermalmt. Die US-Automobilindustrie fand schnell einen Begriff für solche Leute, der ihnen die Verantwortung für ihren Tod gab: Jaywalker. Was im Deutschen bedeutet: "einer, der eine Straße regelwidrig, unachtsam und rücksichtslos überquert und dabei andere gefährdet." Der Begriff Kampfradler macht dasselbe: den Radler zum Gesetzlosen. Es sind Begriffe, mit denen der Autoverkehr seine Dominanz auf Straßen verteidigt. 

3. Dezember 2014

Radfahrer sind gut für den lokalen Handel

Autofahrer sind keineswegs die besseren Kunden als Radfahrer oder solche, die mit den Öffentlichen kommen. Radler kaufen zwar weniger auf einen Schlag, dafür kommen sie aber öfter in die Läden.

Die Studie von Webarkaden "Warum Rad fahren?" sagt: Ein Autofahrer kommt durchshnittlich 7 Mal im Monat, der Radler 11 Mal. Auch sind die Mengen, die ein Autofahrer kauft, meistens nicht so groß und schwer (75 Prozent der Autofahrer tragen nur zwei oder eine Tüte raus), als dass dafür ein Auto notwenig wäre.

1. Dezember 2014

Wie wir Radfahrer den Autoverkehr subventionieren

Die Washington Post hat mich auf das Thema aufmerksam gemacht. Die Zeitung fragt: Warum soll mein Fahrrad dein Auto subventionieren? Aber tut es das denn wirklich? 

Aber ja. Supermärkte haben in Tiefgaragen Plätze, deren Gebühren sie den Kunden zurückerstatten. Und  sogar dieser Alnatura-Laden lockt Autofahrer damit, dass ihnen eine Stunde Parkgebühren in einem bestimmten Parkhaus zurückerstattet werden. Nicht nur einem, sondern vielen.  Woanders bieten Supermärkte gleich ganz kostenlose Parkflächen für Einkäufer an. Das ist schön für Autofahrer. Aber bezahlen tun wir das alle, auch Radler und Fußgänger.

Denn natürlich holt sich der Handel zurück, was er investiert. Und zwar so wie das alle Händler mit versteckten Kosten machen: Sie schlagen sie auf die Preise der Produkte. Und die sind für uns alle gleich, für Autofahrer, aber eben auch für Radler und Fußgänger. *