22. Juni 2013

Der Radweg ist ein seltsames Wesen

Wo man ihn braucht, ist er nicht, und wo er ist, braucht man ihn nicht.

Er beginnt urplötzlich und endet überraschend. Manche sind nur wenige Meter lang. Einige haben parkende Autos zwischen sich und dem Gehweg. Und keiner hilft dem Radler beim Linksabbiegen. Manche mögen es nicht einmal, wenn man vorhat geradeaus zu fahren.
Und ihre Schilder stehen zuweilen auch auf dem Fußweg, weit weg vom Radweg.

Zum Beispiel in der Filderstraße.

21. Juni 2013

Labyrinthe - die unmögliche Kreuzung

Ja, was will mir dieses Schild jetzt sagen? Fußgängerzone. Nicht frei für Radfahrer. Aber Radfahrer sollen hier trotzdem etwas tun, nämlich irgendwie eckig fahren. Aber wo? Gleich hier? Oder später?

Ich befinde mich - aus dem Mischverkehrsweg Tübinger Straße/Rothebühlplatz kommend (siehe Karte unten) - an der Kreuzung vor dem Treffpunkt Rothebühlplatz und möchte nach links Richtung Feuersee weiter radeln.

Ein Verbotsschild für Radfahrer (Bild 2) sagt mir, dass ich dies auf keinen Fall auf den Fahrbahnen für Autos tun darf.

Also nicht grübeln, weiter radeln.

Unrund - Kreisverkehre

Eigentlich sind Kreisverkehre für Radfahrer ganz einfach. Man fährt rein, herum, streckt dann den Arm raus und verlässt ihn wieder. 

Und dabei ist es wie überall: Autofahrer unterschätzen die Geschwindigkeit von Radlern. Oder sie übersehen sie beim Abbiegen nach draußen. Lebensrettend also: den Kreisverkehr immer mittig auf der Fahrbahn um fahren! (Siehe Foto)

Mir scheint, bei der kuriosen Lösung, die man derzeit an vielen Kreisverkehren installiert, geht es nicht um die Radler, sondern darum, sie von der Autofahrbahn fernzuhalten.


Labyrinthe - Die Theodor-Heuß-Straße

Es gibt ja gar nicht so viele Möglichkeiten längs durch den Talkessel zu fahren. Eine ist die Theodor-Heuss-Straße. Sie hat dort, wo Platz ist, eine Radspur auf der Fahrbahn. Die allerdings auch anderweitig genutzt wird. 

Am Rote-Bühl-Platz fährt man zunächst auf dem Gehweg, der auch Radweg ist. Dann geht es auf die Fahrbahn, wo mich unter Umständen eine Ampel stoppt. Der Radstreifen endet leider auf halber Strecke, und ich darf unter Fußgängern auf dem Gehweg weiter radeln (siehe Karte unten, Pos. 3).So gelange ich zur Bolzstraße.

20. Juni 2013

Was zum Festhalten

Stuttgart hat was Nettes für Radfahrer, um ihnen das Halten an roten Ampeln zu erleichtern: Die Halteringe am Ampelmasten. 

Man kann an allem rummäkeln, auch daran. Eigentlich ganz schön, wenn auch - schlimmer noch als eine Türklinke - sehr abgegriffen. Man möchte vielleicht doch lieber nur mit Handschuhen zufassen oder ist hygienetechnisch sehr unerschrocken. Anderseits fasst man in der Straßenbahn auch alles an.

Und man muss sich auf dem Rad schon leidlich sicher sein, wenn man sie benutzen will. Denn in der Regel stehen sie sehr weit vorn am Bordstein. Das heißt: Hinfahren, bremsen, zufassen und Totalstopp. Sonst ist man mit dem Vorderrad auf der Fahrbahn draußen. Und wenn man sich am Haltering installiert hat, sieht man oft die Radampel nicht mehr richtig, so wie hier am Rosensteinbunker, weil man ja mit der Schulter neben dem Masten ist.

Stadtauto statt Auto - das Pedelec

Pedelecs sind womöglich sogar umweltfreundlicher und gesünder als Normalräder, zumindest in bergiger Umgebung.

Pedelec bedeutet "mit Pedal unterstützender Elektrik". Das heißt, man tritt weiterhin fleißig in die Pedale, bergauf mehr als auf glatter Strecke, bekommt aber über den Druck aufs Pedal Kraft aus einem Elektromotor dazu. Kritiker bemängeln, dass es überhaupt Strom benötigt wird. Das Online-Magazin fairkehr hat gerechnet und bilanziert:
"Beim Betrieb eines Elektrofahrrads werden also inklusive der Belastung durch die Herstellung des Akkus nach dieser Kalkulation etwa 5,5 g CO2/km ausgestoßen. ... Vergleicht man den Stromverbrauch aufs Jahr summiert, braucht ein E-Bike bei 15 km Strecke pro Tag 44 KWh, ein Laptop 58 KWh und der Kühlschrank 250 KWh im Jahr. Ein durchschnittlicher Vier­personenhaushalt verbraucht insgesamt 4000 KWh elektrische Energie pro Jahr." (noch mal der Link)
Die Ökobilanz der Pedelecs könnte übrigens auch dem Naturradler gegenüber besser sein als man immer so denkt. Erstens nimmt der Pedelec-Fahrer das Rad (statt anderer Verkehrsmittel) öfter und für längere Stecken als der reine Muskelkraftradler, und zweitens strengt er selbst sich nicht so an. Und der Radler strengt sich beim Fahren auch weniger an, produziert also selbst weniger CO2 als einer, der keucht und schwitzt.

19. Juni 2013

Hirn-Jogging für Radler


Radfahrer bleiben auch geistig fit. Denn sie sehen sich immer wieder gänzlich neuen Verkehrssituationen gegenüber, für die sie noch kein Muster abgespeichert haben. Radwege und ihre Führung und Beschilderung sind äußerst vielfältig.

Es gilt, schnell Schilder und Ampeln richtig zuzuordnen und aus Linien am Boden die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Eine schöne Strecke für solche Übungen ist der Weg von der Mineralbad-Berg-seitigen Haltestelle nach Cannstatt über die König-Karl-Brücke.

Gefährliche Zwerge - Radampeln

Nach meinen Erfahrungen gehören diese Spielzeugampeln für Radfahrer zum Gefährlichsten, was die die Verkehrsplanung für uns bereit hält. Das ist eine Entwicklung, die man dringend überdenken sollte.

Ampeln sind an sich das, was ein Radfahrer am meisten hasst. Denn er oder sie muss halten und den Fuß abstellen. (Autofahrer bleiben an Ampeln ja immer gemütlich sitzen.) Bei Radfahrern ist das Halten bei Normalhöhe des Sattels ein kleiner Balanceakt, weil man auf der Fußspitze steht.

Aber das ist das kleinere Problem. Das größere ist, dass es drei Sorten von Ampeln für Radler gibt. Radler müssen ihr Konzept ständig ändern, manchmal an derselben Kreuzungsanlage. Mal agieren sie als Fußgänger, mal als Radler. Und am sichersten sind sie, wenn Sie wie ein Auto agieren dürfen und Autoampeln auch für sie gelten.

18. Juni 2013

Immer wieder Stress beim Abbiegen

Die meisten Autofahrer wissen, dass sie beim Abbiegen höllisch auf Radfahrer aufpassen müssen, die rechts neben ihnen fahren und geradeaus weiter dürfen. (Verkehrslexikon)

Aber auch Fußgänger haben Vorrang. Das wissen leider die meisten Fußgänger nicht. Sie bleiben deshalb stehen, wenn sie sehen, dass ein Fahrzeug in ihre Straße einbiegen will, die sie gerade überqueren wollen. Müssten sie aber nicht ganz so defensiv tun. Jeder, der einbiegt, muss warten, bis der gesamte Geradeausverkehr durch ist, also alle die Straßeneinmündung überquert oder passiert haben. Das gilt übrigens auchwenn man aus einem Kreisverkehr rausfährt, denn dann biegt man ja auch ab.

17. Juni 2013

Labyrinthe - Wie kommt man zur Wilhelma?

ähm ... mit dem Rad? Gar nicht. Na ja, schon, aber nur über Mordsumwege. 

Der Familienausflug aus den südlichen oder westlichen Stadtteilen zur Wilhelma mit dem Fahrrad erfordert eine genaueste Kenntnis der erlaubten Wege für Radler. Der entscheidende Zugang aus dem Schlossgarten zur Wilhelma hinab ist eindeutig für Radfaher gesperrt, ein reiner Fußweg.

Es fahren natürlich trotzdem jede Menge Radfahrer (und die Fußgänger akzeptieren das mit ungeheurer Geduld). Mag ja sein, dass die Stadt den Weg nur deshalb sperrt, weil er nicht den Sicherheitsanforderungen an Radwege entspricht und die Stadt nicht haften will. Kann aber sein, dass eines Tages die Polizei dort wartet und das Verbot auch mal durchsetzen will. Für den, der legal unterwegs sein will, wird es nun sehr kompliziert.

16. Juni 2013

Ich habe da mal eine Frage

Fußgänger kann jeder. Wir alle sind Fußgänger, egal, was wir fahren. Und wenn wir Fußgänger sind, gehen auch wir Radfahrer gern mal auf Radwegen.

Es gibt im Stuttgarter Stadtarten inzwischen zwei ausgewiesene Radwege. Der eine ist eine Autobahn für Radler, gewissermaßen und beginnt am Neckartor Richtung Cannstatt. Der andere ist am Landtag und wird von Fußgängern mehr genutzt als von Radlern. Beide sind unmissverständlich gekennzeichnet. Blaues Schild mit Rad drauf heißt: Radweg, nur für Radfahrer. Nicht für Fußgänger oder Autos.